VX — Hinrich Matthiesen


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FREEWARE Nicht fr den Verkauf bestimmt hausgabe Dezember 1990 Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nacht, Mnchen 1988 Hestia Verlag, Bayreuth Originalverlag Hestia, Bayreuth Umschlaggestalt ung Manfred Waller Umschlagfoto Zefa/Pressfoto Druck und Bindung brodard & taupin Printed in France 5 4 3 2 1 1. Teil Frank Golombek lag buchlings auf einem Strohschober auen gebogen war. Und dieser Umstand, da die Neigung auen bestand und nicht innen, htte ihm, wre es seine erste Inspektion gewesen, sicher verraten, worum es bei der Barriere ging: Es kam nicht darauf an, Menschen am Hinauskommen zu hindern, sondern am Eindringen. Doch das wute er lngst, wie er berhaupt eine ganze Menge wute ber das vor ihm liegende, mit Wald, Buschwerk und zahlreichen Gebuden bestandene Areal, von dem So war ihm bekannt, da es auer dem Turm, der nur ei- ner von vielen war, und dem ersten Morgenstunden nutzte. Er war Frhaufsteher, lebte berhaupt einen sportlichen Stil. Das hing mit seinem Be- s Gestts sa er jeden Tag die Landstrae erreicht hatte, stieg er in seinen Jeep und ging ihm der ganze Zynismus auf, mit dem die Menschen dieser Gegend es zu tun hatten: Immer wieder predigten die Naturschtzer, die Politiker und tausend Leute mehr, man solle die Verwendung von Insektiziden nach Mg- lichkeit einschrnken, und nur Feldern entfernt, ganz nah dem idyllischen Wasloh mit seinen elftausend Einwohnern, lagerten, versteckt in unter- irdischen Bunkern, riesige Mengen von Kampfstoffen, die nicht fr die Vertilgung von Insekten, sondern fr die von Menschen vorgesehen waren. Rund ein dutzendmal schon sie das amerikanische Depot nannten, demonstriert, mit Srgen, so als ginge es bereits um die Bestattung der Op- fer, mit Spruchbndern und Schildern, die das allen be- kannte Symbol zeigten: den Totenkopf ber zwei gekreuz- ten Knochen. Einige der De monstranten hatten sogar Deutschland eine neue Exis tenz aufzubauen, und so hatten einige der wohlhabenden Wasloher Familien ihre Besit- zungen nicht verkauft, sondern nur verlassen in der Hoff- nung, in nicht allzu ferner Ze it werde das Giftlager ge- rumt und man knne zurckkehren. Immerhin wurde seit langem ber die Abschaffung von Chemie-Waffen debat- tiert. Er erreichte die Einfahrt, fuhr auf dem planierten Weg an lungen, stieg aus. Er winkte den beiden jungen Mnnern besorgten, und ging dann ins Er war berrascht, zu so frher Stunde Marianne anzu- treffen. Sie sa am Kchentis ch, trank Kaffee. Er beugte Stirn. Schon aufgestanden? Ja, Vater. Ich konnte nicht schlafen. Und du? Warst du mal wieder auf einem deiner Strohdiemen? Ja, das bliche: Hinfahren, Sehen, Nichtsmachenkn- nen, Bsewerden, Wiedernachhausefahren. Ist auch ein Kaffee fr mich da? dunkelhaarige und auf jeden Fall immer ganz normal aus- sehende Babys. An jenem 4. Dezember des Jahres 1961, als er seine Tochter zum erstenmal sah, hatte er fr die groen dunklen Augen und da s dunkelblonde, seidig schimmernde Haar zunchst ke inen Blick. Er kehrte sich gleich wieder ab, schrie das frchterliche Wort vom Hor- rorbild aus sich heraus und hatte Mhe, auf den Beinen Dem kleinen Mdchen fehlten beide Arme. Dort, wo sie htten sein sollen und auch zu finden gewesen wren, wenn nicht irgendwelche Chemiker mit Thalidomid expe- rimentiert und daraus das Contergan entwickelt htten, saen wie Seehundsflossen die beiden Fragmente. Die Hnde waren da, jede mit fnf Fingern, aber sie waren aus den Schultern herausgewachsen. Als er sich dann zum zweitenmal der Wiege nherte und auf sein Kind sah, be- griff er nicht, da es ganz friedlich dalag, mit offenen Au- gen. Es wollte ihm nicht in den Schdel, da ein Men- halten und den Kaffee in eine Tasse gieen und noch vie- les, vieles mehr konnte, war in der Familie lngst kein Gesprchsthema mehr. Sie konnte es. Punktum. Warum hast du so schlecht geschlafen? fragte er. Ich wei nicht. Vielleicht, weil ich auf eine Nachricht von Alejandro warte. Ich mch te endlich wissen, ob er sein Examen bestanden hat. Der junge Chilene Alejandro im Freien. Der junge Mann unter den Palmen vor der Universidad Catlica paraiso. Sie dagegen hatte ih m ein Pabild geschickt. Es war zwar auf Postkartenformat gebracht worden, zeigte h, strich seiner Tochter durchs Haar. Mit Sicherheit hat er sein Examen bestan- anrufen. Aber denk an den Zeitunterschied. Drben ist es uppe den neuen Auftrag ent- gegennahm. Sie war vierundzwanzig Jahre alt und hatte schwarzes Haar, dunkelbraune Augen und einen fr eine Nordafrika- nerin ungewhnlich hellen Teint. Trotz ihrer kleinen und zierlichen Gestalt wirkte sie nicht zerbrechlich, im Gegen- teil, die Geschmeidigkeit ihre r Bewegungen lie sie stark und sicher erscheinen, grad so, wie ein Raubtier grazil und dennoch seinen Gegnern berleg en sein kann. Hilario, der Sdamerikaner in der Gruppe, hatte ihr den Namen Sie war eine Kabylin mit franzsischem Einschlag und stammte aus der Cyrenaika. In der Organisation raunte man, sie sei vom Vater her eine direkte Nachfahrin des sagenhaften Berberfrsten Abd- ten eine Geschich- te erzhlt, die dazu An dem Morgen, an dem Frank Golombek von seinem Strohschober aus das US-Depot wre zu umstndlich ge- worden. Sie hatte, damit das fr ihren Schutz so wichtige Requisit nicht ins Rutschen geriet, ein Haftmittel benutzt und dort, wo der Perckenrand ve rlief, zustzlich ein be- Die Prfung ergab, da das Haar gut lag, die Brune in ihrem Gesicht jedoch ein bi chen scheckig aussah. Sie griff in ihren Campingbeutel, der auf dem Beifahrersitz stand, holte die flach e, dunkelblaue Plastikflasche mit der heraus, schraubte den Deckel ab und drckte sich ein wenig von der braunen Paste in die Hand, blickte wieder in de n Spiegel und verrieb die Schminke auf ihrem Gesicht, kontrollierte das Ergebnis, war zufrieden, legte die Flasche wieder in den Camping- beutel. Dann steckte sie si ch ein Kaugummi in den Mund. Sie verabscheute Kaugummi, aber Robert, der Chef der VITANOVA, hatte gesagt: Nimm so ein Ding und schieb tchtig hin und her! Das ist amerikanisch. Auerdem ist es geil. Es zeigt diesem Bra- den, was dein Mund alles kann. Und wir wissen ja, der Kerl steht auf so was. Also hatte sie ihren Widerwillen berwunden und sich ein Pckchen Kaugummi besorgt. Es war heute das vierte Mal, da sie so frh am Morgen den Club besuchte. Zwei Tennisstunden pro Woche hatte sie mit dem vereinbart, eine dienstags, eine frei- tags, jeweils von halb acht bis halb neun. Und wirklich, schon bei der dritten Begegnung hatte der fnfzigjhrige, das ist gut. Sie nahm ihren Campingbeutel auf, stieg aus dem Wagen und ging zum Clubhaus. Braden war schon da. Er sa auf einem Hocker, erhob sich, als er sie sah, kam auf sie zu und gab ihr die Hand. Dabei sagte er: Ruth Silbermann, du trittst ein, und der mieseste Morgen wird schn. Sie hatte sich als Tochter eines jdischen Fabrikanten ausgegeben, der mit seiner Familie eine Kur in Wasloh machte. Um Nachfragen in den Hotels vorzubeugen, hatte sie dem Colonel erzhlt, ihre Eltern htten ein Privathaus beim Militr. Der ltere war Marine-Arzt, und der jngere diente in Texas bei der US-Air-Force. Mrs. Braden und die siebzehnjhrige Tochter Dorothe lebten in Boston. gewonnen. Sie gingen ins Clubhaus, und im Vorraum zu den Duschen entspann sich dann wieder der kleine, tn- delnde Dialog, den sie ganz be wut lenkte, indem sie be- hutsam Abweisendes einflocht. Auch das hatten sie in der Gruppe oft errtert: da die al an, sonst ist es mir zu , Und wenn du dann nicht kommst und ich mir am gan- zen Krper eine Waschhaut hole? Ist das die Klippe? berlegte luftgeblse, sondern eine A holte eine WALTHER PPK hervor , griff ein drittes Mal in den Beutel und fischte diesmal eine Regenschirmhlle heraus, entnahm ihr einen Sc Sie brauchte sich nicht davon zu berzeugen, da der Mann tot war, denn auch das Schieen hatte sie gelernt, und diesmal hatte die Distan vierzig Stundenkilometern. Neun Minuten nach Verlassen des Tennisclubs hatte sie den Wasloher Forst erreicht . Sie bog in einen Waldweg ein, hielt, zog sich um, nahm auch die Percke ab, stieg, den Beutel in der Hand, aus. Dann lief sie hinein in den Wald, lief eine Viertelstunde ohne Unterbrechung, bis sie auf eine schmale Strae stie. An der ging sie entlang, hielt sich dabei aber im Schutz der Bume. Nach drei Mi- nuten hatte sie einen Weg erre icht, der von der Strae ab- zweigte. Auf diesem stand, hi nter einer Biegung, ihr VW- sprachen, wie immer innerhalb der Gruppe, deutsch. Sehr gut! Robert klopfte ihr auf die Schulter. Ging alles glatt? wollte Hilario wissen. Nicht so ganz. Grad als ich den Vorraum verlassen wollte, kam der Hausmeister, um ein Waschbecken zu Verdammt! Robert schlug mit der Faust gegen die Wand. Das gibt es doch gar nicht! Hast du dich denn nicht gengend abgesichert? Ach was, Zufall! Der hat euch vorher rumknutschen Clubs, der siebenundzwanzigjhrige Spanier Sergio Val- ds, ums Leben kam. Zu dem Doppelmord bekannte sich kurz nach der Tat die als extrem militant geltende Organi- sation VITANOVA. Der Mann, der um neun Uhr fnf- undvierzig in der Redaktion erklrte, der Colonel habe al wurde aber meistens fr wesentlich jnger gehalten. Menschen, die eine so imme nicht mehr aushalten und dann irgendwelchen Bldsinn anstellen. Oder es gibt ein Erdbeben. Denk nur an die Ge- schichte mit dem Nios-See! In Kamerun! Tausendsieben- hundert Tote, weil da, vermutlich durch eine tektonische Vernderung, ein Gift freige fer! Menschen, die von der Giftwolke berrascht wurden; bei der Arbeit, beim Essen, bei was wei ich! Kippten einfach um und blieben liegen. Weit du das so genau? In Villach, gerade mal eben fnfhundert Kilometer von uns fnftausend Todesopfer gefordert. Und in Basel, also nur zweihundert Kilometer weit weg, kamen durch ein Beben dreihundert Menschen um. Zuge geben, beide Flle liegen ein paar Jahrhunderte zurck; ab er was heit das? Nichts! Wenn es irgendwo an unserer Erdoberflche lange still war, ist das keine Garantie dafr, da es dort auf alle Zeit still ist. Der Vesuv ist ein Beispiel fr diese These und der Nevado del Ruiz in Kolumbien auch. Mein Gott, Frank, du kommst daher mit deiner pau- uchst, Gefahren von heute Die Stdte, die du da aufzhlst, sind keine Giftlager! Das geht nicht wegen des rer Bndnisverpflichtung. Dann sagt der Jemand: Trotz- dem, NATO hin, NATO her, das Zeug mu weg, weil es zu gefhrlich ist! Dann heit es: Aber der WARSCHAUER PAKT hat es auch, und nur durch das Gleichgewicht ist der Frieden zu erhalten! Und so weiter. Jedes Argument einer der Mnner im Cockp it einen geradezu phantasti- schen Gedanken. Er schlgt vor, keine weiteren Granaten an Bord zu nehmen! Und eine Stunde spter da hlt man doch glatt den Atem an kommt ein anderer auf einen noch grandioseren Plan und schlgt vor, zu landen und sage und schreibe zwanzig der schon nicht mehr zu zh- lenden Granaten wieder auszuladen. Jawohl, zwanzig! Jede Seite mu zehn hergeben. Und so wird es gemacht. Man knnte diese Geschichte in diversen delikaten Abstu- eine andere halbwegs plausi- ten der Mnner im Cockpit als die, da sie alle entweder aus einem Irrenhaus ausge- brochen oder aber infolge keine andere Erklrung! Und damit du es nur weit: Ich steh mit meiner Meinung nicht allein. Kein Geringerer als der Physikprofessor Victor Weisskopf, der am Manhattan- rationen, falls es die berhaupt geben wird, bei der Beur- teilung unserer Epoche von ei nem Fall virul Mir scheint, du redest lngst nicht mehr ber Wasloh. Ich rede von der ganzen widerlichen Palette der A-, Was kann denn in diesem Falle Schrecken bedeuten, wenn nicht die Mglichkeit, da einer mit dem Zeug einen Krieg anfngt oder, sofern ein he rkmmlicher Krieg schon im Gange ist, eine Seite es eins Soman, das Blaukreuz, das Ge lbkreuz, das Senfgas und was wei ich noch alles. Es ist mit Sicherheit nicht zu , da das c-Waffenpotential der ganzen Welt ausreicht, um wieder rein rechnerisch die Vernichtung der Menschheit es ja auch noch das B, das fr die Biologie steht. Weit du, da bios Leben Weit du, wie das VX wirkt? fragte er dann. Du sagtest es bereits. Es wirkt auf unser Nervensy- stem. Ja, aber wie! Ich habe mi ch mit dem Gift befat, das hier vor meiner Haustr liegt. Ach, brigens, erinnerst du dich noch daran, welchen r ger Fehrenkamps hatten, als sie sich weigerten, mit ihren Abwssern an die Kanalisati- on zu gehen? Katharina nickte. Es hie, ihre Klrgrube sei eine Gefahr fr die Allge- meinheit. Bei einer Panne knne lstiger Geruch entste- hen. Sie muten ein Ordnungsgeld zahlen und dann doch anschlieen. Natrlich, ihre Weigerung war zu einem gro- en Teil Dickkpfigkeit, denn es hat schon seinen Sinn, da eine neu gebaute Kanali sation auch von allen genutzt wird, wegen der gerechten Kostenverteilung und auch wegen der Hygiene. Ich htte nicht bel Lust, die Bundes- Wasloher Giftdepots zu verklagen. Aus hygienischen Grnden. Aus Angst vor einer Panne. Nicht wegen des mglichen Stinkens, son- dern wegen des mglichen Sterbens. Aber nun das VX! Du mut dir unsere Nervenba Ja, meine Liebe, so hbsche S achen liegen bei uns in Was- Aschenbecher. Du hast schon um. Was will er da? fuhr sie fort. Womglich denkt er, er knnte durchs Fernglas die Mnn er auf dem Turm so fi- Oh, da ist die Post! Marianne sprang auf und lief dem gelben Auto entgegen. er in den Umschlag und woll- te nach einer der Zeitungen greifen, da kam Marianne zu- Kind, was ist? Du bi so geschlagen wie sie. Nur, dann ist das Ganze keine Lie- be, sondern ein Arrangement unter Leidensgenossen. Du brauchst dich doch blo umzusehen: Wann findest du schon mal ein Paar, das aus einem gesunden Mann besteht und aus einer Frau, die von Geburt an keine Arme hat? Es ist was anderes, wenn es dur ch einen Unfall passiert ist oder im Krieg, aber bei mir , sie wedelte mit ihren kleinen Hnden, und es sah tats aus, kriegt jeder Mann das Grausen. Auch Alejandro. der in der Frau, auf die er sieht, aus dem seine Kinder kommen sollen, und falls wider Erwarten doch, sucht er sich bestimmt keins ohne Henkel. Mchtest du lieber, da er nicht kommt? Marianne antwortete nicht gl eich. Sie griff nach den Zi- nur, da ich ihn mit meinem Anblick nicht erschrecken Man knnte es vielleicht so machen: Er kommt, und dann bist du nicht da, weil du ganz pltzlich wegfahren Sie lt sich nach Wasloh fahren. Ist sie schon aus dem Haus ? Ich meine: Knnen wir ungestrt reden? Katharina Golombek stand auf, trat ans Fenster. Der Was sagt sie selbst denn dazu? Ich hab sie selten so traurig und so hilflos erlebt. Ich machte den Vorschlag, dem Jungen nach seiner Ankunft Fr sie wre es sicher besser, wenn die Lge von der anderen Seite kme. Wie meinst du das? Katharina setzte sich wieder. Na, zum Beispiel, da eine r von uns Alejandro verstn- digt und er ihr dann schreibt , seine Reise habe sich zer- schlagen, er fahre nach New York statt nach Europa oder knne berhaupt nicht reisen, weil ihm sonst ein verlok- kender Posten verlorenginge. Ir gend so was. Ich telefonie- re mit ihm und sage ihm, wie es um Marianne steht. Wenn wir eine Beerdigung erfinden, wi rd er womglich warten wollen, bis sie zurck ist. Oder wie schtzt du die Bezie- Nach allem, was sie uns erz hlt hat, sind sie sich sehr nahe gekommen, soweit das in Briefen mglich ist. Frank Golombek verlie seinen Platz am Schreibtisch dicht vor seine Frau hin. Du, ich habe Angst um Marianne, denn natrlich geht es nicht nur um dieses Treffen m it Alejandro. Vielleicht soll- te ich nicht mit dem Jungen Was? Ganz nach Chile? Ja. Marianne hat viele innere Werte, aber das Problem bei einer Begegnung ist die Chronologie. Bevor es zum Entdecken dieser Werte berhaupt kommen kann, sorgt Zweitens: Es bleibt bei seiner Reise, und er schreibt ihr, er habe einen Freund in Frankfur t oder Wiesbaden, jedenfalls irgendwo in unserer Umgebung. Durch ihn habe er erfah- ren, was mit ihr sei. Schon vor einem Jahr. Man kann es noch ausbauen. Er habe in de r ganzen Zeit kein Wort dar- ber verloren, weil er , was wei ich, den schnen n wollte oder einfach Angst hatte vor ihrer Angs t. Nun aber stehe seine Reise bevor, und sie solle wissen, da sich f r ihn nichts gendert habe. Und dann? Ich meine: Falls er sich wirklich fr diesen Das hngt ganz davon ab, was fr ein Mensch dieser Und wohin geht deine Reise? Ich meine: fr Marian- ne? Nach Spanien. Um ein paar Pferde zu kaufen. Nein. Dann will sie mit. Dann eben nach Kopenhagen, um meinen Schulfreund zu besuchen. Ja, das ginge. Aber noch mal zu dem Aufwand: Knnte man das alles nicht auch in einem Brief vortragen? Persnlich wrs besser. Einem besorgten Vater stellt man sich anders als einem Brief. Katharina nickte. Da Alles stimmte. Die Zeit: Es war ein Frhsommertag am Wochenende. Das Wetter: Die Sonne schien von einem blauen Bilderbuchhimmel herunt er. Die Akteure: der jun- ge Mann und das Mdchen. Die Gegend: ein Wiesenhang, ein paar Tannengruppen ringsum , voraus ein groes Korn- Wald. Auch das Arrangement war gut gewhlt: eine ber da Ist er auch fast. Es gibt nur noch wenige brtende Paa- re, und eins davon hat sein Nest auf einer Eiche zwischen Wasloh und Kellbach, ziemlich nah am Depot. Also haben die Amis, die ja nichts ande res zu tun haben, als in die Gegend zu glotzen, so einen fter gesehen. Auerdem m ute es ein ziemlich groes Tier sein; mit einem Spatz oder einer Nachtigall wre es nicht zu schaffen gewesen. Er warf einen Blick zum Himmel. Es ist fast windstil l; wir haben genau das Wet- Sonst htten wir die Aktion verschieben mssen. Ja, aber heute ist besser als morgen, und jeder weitere Tag htte unsere Chancen verschlechtert. Braden ist ge- so herrscht im Depot noch lenempfnger und die beiden zwischen den Beinen ange- brachten MINOLTA-Kameras. Hilario packte inzwischen sein Sendegert aus. Es war Vielleicht, meinte Zaym a, wre ein bichen Wind doch besser gewesen. Zum bertnen der Motorengeru- Der Motor ist extrem leise, und dann hat Pierre ja auch noch die Polyesterschicht mit eingepackt. Er klopfte Wie lange habt ihr an dem Ding herumgebastelt? Die ganze Woche, in der du in Paris warst. Und dann drauf mit Probeflgen. Wieder strich Zayma ber das dunkle Gefieder. Und hat der Bursche keine Gewichtsprobleme mit all den Ap- paraten? Du weit doch, wir leben im Mikro-Zeitalter. Die Ger- te werden immer kleiner und leichter. Diese MINOLTAs wiegen zusammen nicht mehr als fnf- bis sechshundert Kann er, wenn er ber dem Depot ist, auch ein paar tie- rische Laute von sich geben? Zunchst hatten wir das geplan t. Pierre hat sogar einen Ornithologen befragt, und de r sagte, Schwarzstrche knnten ziemlich viel Krach machen und seien dabei auch recht variabel. Die stimmliche Bandbreite reicht vom Keuchen eines Asthmatikers bis zum Kreischen einer Me- tallsge. So hnlich hat der Mann sich ausgedrckt. Aber dann haben wir uns gesagt: Li eber nicht das Risiko einge- hen, was falsch zu machen. Und wer wei, vielleicht ha- und dann wrde sein Krchzen die Mnner berhaupt erst auf ihn aufmerksam machen. Hilario stand auf, blickte rundum. Keiner in der Nhe, sagte er dann und nahm den Vo- gel auf, gab ihn Zayma. Heb ihn ganz hoch! Bis ber Hilario korrigierte. Gut so? Tuschst du dich auch nich t? Je tiefer wir gehen, desto bessere Bilder kriegen wir. So! So kann es bleiben! Aber gleich sehe ich ihn nicht Hilario bediente eine andere Taste auf seinem Gert. vriert habe, mte er rech ts, ungefhr ber dem Depotein- gang, rauskommen. Nein, brauchst nicht zu suchen. Da ist er! Ich kann ihn mit bloem Auge erkennen. Hilario lenkte den Vogel in Richtung auf das Kornfeld und verringerte die Hhe. In ganz flachem Winkel flog der Storch abwrts, streifte schlielich das Grn und ver- schwand. Sie liefen nicht, sondern gingen langsam, Hand in Hand, denn natrlich hatten sie keine Gewhr dafr, ab. Dann schob er die Spulen ti ef hinein in die metallene Rhre, schraubte sie wieder an und legte den Stuhl zurck an seinen Platz, schlo die Haube. Sie stiegen ein, fuhren los. Auf der Fahrt bis zu ihrer Auerdem drei Panzer. Hilarios sdamerikanisches Tem- perament kam zum Durchbruch, als er voller Begeisterung die Fuste gegeneinanderschlug und ausrief: Der weie Storch bringt die Babys, und der schwarze, Auf dem Flug Frankfurt Madrid hatte die Boeing 737 haben, das verllich wirkte und dem menschlichen Orga- nismus keinerlei Schaden zufgte. Und vertrieb es dann Contergan hie das neue Mitt el. Es wurde in Stolberg bei Aachen hergestellt. ber dreihundert Millionen Ta- gesdosen wurden in den Jahren 1957 bis 1961 in den Han- del gebracht, und der in diesem Zeitraum erzielte Umsatz und gefat auf ihre Stunde zuleben zu knnen. Und was Wunder auch, da, sofern sie von diesem Mittel noch nicht wuten, die rzte es i hnen nannten. Doch es muten gar nicht die rzte sein; Freunde, Bekannte, die Frau auf dem Nebenplatz im Bus oder im Kino oder im Frisiersa- lon, das gengte, denn die stesgestrtheit, und nicht selten sprach man von einer Gnade, wenn ein solches Geschpf tot zur Welt kam oder kurz nach der Geburt starb. Ei n paar tausend solcher Kin- der gab es, und so war Frank Golombek nur einer von vie- len verzweifelten Vtern, als er sich vor sechsundzwanzig Jahren von der alten Baue Doch schon lange vor dem Alarmsignal aus Hamburg hatte ein anderer zumindest Einnahme von Contergan fr mglich gehalten, nmlich der Dsseldorfer Neurologe Dr. Ralf Voss, und danach Am 25. November 1961 zog di e Herstellerfirma das Contergan aus dem Handel, und knapp einen Monat spter Golombek erinnerte sich: Zwar waren neun Mnner an- geklagt, fhrende Chemiker firma, aber es gelang nicht, den jeweiligen Schuldanteil so einzugrenzen, da er auf die Einzelperson angewandt wer- den konnte. Eine unentwirrbar e Verflechtung von Kompe- tenz und Verantwortung unter den Angeklagten sorgte Die Golombeks blieben, da sie vermgend waren und sie durch den Raum und zog alle Blicke auf sich. Die Flgel, die keine noch so barmherzige Namensgebung davor verschonte, das zu sein, was sie waren, nmlich verkmmerte Gliedmaen, sah man nicht. Sie waren ve rborgen unter einem weien Seidenvolant, und die Mnner hielten die Tanzende bei immer wieder von wechseln- den Partnern behutsam und dennoch mit viel Schwung durch die Diele gefhrten Toch ter des Hauses lie verges- sen, da sie beim Festmahl gefehlt hatte, und ihr Lachen sorgte dafr, da, wenn sie zwischen den Tnzen mal ver- schwand, niemand sich fragte , wohin. Die Eltern indes wuten, sie ging zu Laura in die Kche, um dort aus ihrem Champagnerglas zu trinken. Das war doch, dachte Frank Golombek, wirkliche Le- bensfreude damals! Ich hab Fehrenkamp sie kte und da es ein langer und zrtlicher Ku war, nicht nur von ihr aus. Vielleicht, dachte er dann, wird auch Alejandro sie kssen wollen. Sie ist ja wirklich Marianne liebte es, ihre Stut e Cara ohne Sattel zu reiten. Auch an diesem Nachmittag hatte sie auf den Sitz verzich- So hatte diesmal nur der Stallmeister Joseph neben der Rampe gestanden, und er hatte geseufzt: Ich werde dich nicht verraten, aber da ich bei diesem Anblick ruhig blei- Die Menschen in ihrer Um gebung waren alle mit Pfer- den aufgewachsen und kannten das Abenteuer also schon aus der Kinderzeit: sich sommertags, mglichst leichtbe- s Tier alles wute. So unbe- herrscht und aggressiv es sich anderen gegenber verhielt, Sie nahm den Waldweg, den sie oft benutzte, und er- reichte nach einer halben Stunde das Blockhaus, das zum Jagdrevier ihres Vaters gehrte . Hier gab es keine Rampe, wohl aber eine groe hlzerne Kiste mit Streugut, und auf Marianne stieg ab, pflockte das Tier mit langer Leine an sich natrlich im Laufe der Zeit entwickelt, verndert, so wie ich mich entwickelt und verndert habe. Ein ganz frhes Erlebnis fiel ihr ein. Sie war vier Jahre alt und wurde zum erstenmal geschlagen. Im Kindergar- ten. Von einem Jungen. Er schlug ihr mit der flachen Hand ins Gesicht, weil sie, wie er meinte, die Schuld daran hat- te, da sein Apfel auf den Fuboden gefallen war. Im er- sten Augenblick war sie verwir rt, denn sie begriff, da sie nicht zurckschlagen konnte. Dann aber kam die Gegen- e erfolgen mute, nmlich mit den Fen. Die Kindergrtne rin schritt ein und machte eine Lektion fr alle daraus . Spter, beim Mittagessen, hatten dann die Eltern das ni Mit sechzehn Jahren erlebte sie ihre erste schwere Krise, ausgelst durch das Gerede gen und ber die Mnner. Sogar ein paar Erfahrungsbe- richte waren schon dabei. Ei nmal sagte die zwei Jahre von, auch damals schon ohne Sattel und ohne Steigbgel. Und Cara trug sie durch die dunkl e Nacht so sicher wie in einer Snfte. Es war ihr schnster Ausritt bis dahin, denn nie zuvor war sie nachts au sgeritten und also auch noch nie so vollkommen dem Gespr des Tieres berlassen ge- wesen. Und hinzu kam die Erregung: Folgt er mir oder nicht? Nur zehn Minuten hatte sie au hrte sie von drauen das Schnauben und Wiehern der nehmen, und Joseph rckte auf zum Stallmeister. So blieb Zugriff nicht mehr fr ganz so unsensibel hielt. Ich bin Rechtshnder, sagte er zunchst nur. Das war es noch nicht, was sie vershnte. Als man mir in der Klinik klar- machte, fuhr er fort, der Arm sei bis zum Ellbogen weg und ich msse da eine Prothese tragen aus Holz oder Le- der oder Eisen, da gab es fr mich nur eins: Ignorieren! Ich wollte es einfach nicht wahrhaben, mit einer Ersatz- hand, mit einer zweitklassigen Rechten dieses Leben an- packen zu mssen. Darum war ich besessen von dem Vor- satz, soviel wie irgend m glich mit dem kaputten Arm anzustellen, selbst die Und , er lchelte sie an, die schnsten natrlich Aber du fhlst doch ni chts mit diesem diesem Doch, das hab ich mittlerweile geschafft. Manchmal tut er mir weh. Manchmal zuckt es in dem Eisen. Und manchmal spre ich sogar, wie das Blut darin pulst. Natr- und wenn es darum geht, eine Wange zu streicheln oder womglich was , was Unaussprechliches, du ver- stehst, dann nehm ich schon mal die Linke zu Hilfe. Wie beruhigend fr die Frauen! Du antwortest mir so zyni sch, und das solltest du nicht tun. Sonst nimmst du mir den Mut, daran zu glauben, da ich mit diesem Arm , er hob den Haken in die Luft, mich wichtig, wichtiger als Essen und Trinken und Rau- chen zusammengenommen. Spter waren sie dann in die Kajte hinuntergegangen, und in der Koje hatte sie sogar das Eisen gestreichelt. Schlielich fiel ihr auch da s jngste Erlebnis ein. Einer ihrer Sprachlehrer. Ein intelligenter, aber weltfremder Mann, der es schwerhatte mit den Frauen, weil er sich ihnen unterlegen fhlte. Und das war, wiederum aus der Rckschau, dann doch sehr deprimierend fr sie: zu ver- muten, da er diese Unterleg enheit bei seiner Begegnung mit ihr nicht empfunden hatte. Sie trank ihren Kaffee aus, ging ans Fenster, sah auf Ca- ra, die an ihrer langen Leine graste, und fragte sich, was wohl besser wre, ein geglcktes Pferd zu sein oder ein miglckter Mensch, fand gleich en sitzt und allein ist? Von den Frauen. Und wenn ers nur spielt, das Reiten und das Dasitzen und das Anznden, whrend die Scheinwerfer gl eien und die Kamera surrt und das Team um ihn herum wieselt, dann wei er eben- Sie stand auf, legte sich chen! Die schnall ich mir um, und dann komm ich grad aus St. Moritz, bin da mit sechzig Sachen auf die Piste geknallt und , also, es wird zwar ein bichen akroba- ihn nicht, denn es ist ja erst vor ein paar Tagen passiert, war also nicht immer so und wird nicht so bleiben. Ir- gendwann kommt der Gips ja wieder runter. Natrlich behalte ich meinen Pullover an, und dann drehen wir uns Sie leerte die Tasse, und al s sie sie wieder abstellen wollte, fiel sie ihr aus der Hand, zersprang auf dem hl- zernen Boden. Es war seit Jahren das erste Mal, da ihr ein Stck Geschirr kaputtging. Sie starrte auf die Scher- ben, und nun half auch der Galgenhumor nicht mehr. Ihr war, als wre sie nach einem leichtfertigen Sprung auf zu dnnem Eis eingebrochen. Sie weinte, und auch das war seit langem das erste Mal. den Sex. Innenrume zhlen nur in Verbindung mit dem Bewutsein, da man sie jederzeit verlassen kann. Briefe so brachte es seine diesmal doppelt beeintrchtigte Reite- ber die Jeans, ber die Bluse, verharrten am Kopf. In dem dunklen Mdchenhaar entstand Bewegung, aber das kam von dem Schnauben des Tieres. In der Kommandozentrale de s Wasloher Depots saen fnf Mnner in einem kleinen Raum hinter verschlossener Tr, drei Amerikaner und zwei Deutsche. Ein GI hatte , ein bulliger Typ mit rotem Gesicht und grauen Stoppelhaaren, zeigte auf die vor ihm liegenden Papiere, die die bisherigen Ermittlungsergebnisse sowie zahlreiche Hinweise aus der sagte: Das alles riecht nich t nach RAF. Ich hab das Ge- fhl, die VITANOVA ist eine eigenstndige Organisation. Wenn aber doch eine Verbindung besteht, dann hchstens so, da ehemalige Mitglieder, vielleicht auch nur Sympa- thisanten der RAF, irgendwann zu dieser Gruppe gestoen Und aus welchem Grund nehmen Sie an, die RAF sei am Morgen. Auerdem wissen wir, da Frank Golombek dem Wasloher Gemeinderat angehrt, und wie mir der Brgermeister sagte, halten die meisten Golombeks Mit- arbeit fr ein sehr einseitiges Engagement. Er mischt da nur mit, um mglichst effektiv Front machen zu knnen auch nichts anderes als eu re Ninas und Nataschas zu Haus! Da antwortet ihm einer der Matrosen: Das ist n, aber die Neapolitanerin- nen haben es hier! Ja, so kam mir der gute Matthew, und was soll man darauf antworten? Vor allem: Was soll ich Wieder brachte er die Tassen zum Scheppern, und dann fragte er McGilles: Wie ist es eigentlich zu dem Reitun- fall gekommen? setzte seinen klrte er mit Nachdruck: Aber unsere Mnner haben kei- ne Schuld! Fast alle unsere Fahrzeuge sind seit gestern, also seit dem Anschlag, unterwegs, und war grad dabei, mit seinem Panzer in diesen Waldweg einzubiegen, da kam das Mdc hen angeritten. Sie war b- schtze, in einer Stunde wi ssen wir ber die auch Be- scheid. brigens, er wandte sich an bin ich der Meinung, da di e RAF durchaus in Frage kommt. Die klassischen RAF-Praktiken wie zum Beispiel die Benutzung teurer Autos und abgelegener Huser und ja mittlerweile von diesen die befrchten, es knnte irgendwann zu einer Panne Forst gefunden und inzwischen id entifiziert als ein in Paris gestohlener Wagen. Whrend de Schade! Was hat sein Fahrer ausgesagt? Er hatte nur die Anweisung, den in den Club zu bringen und zu einer bestimmten Zeit wieder zur Stelle zu sein. Er hat Braden um 7.20 Uhr hingefahren und ist dann ins Camp zurckgekehrt. Um kurz vor neun war er wieder auf dem Parkplatz des Clubs, und da strzte sofort jemand auf ihn zu und sagte, man habe seinen die sie, fr die ich gelebt habe, nun verlassen hat? Die beiden Mnner auf der anderen Seite waren in ihr Gesprch vertieft, und so schmt e er sich nicht seiner Tr- nen. Auch nicht vor der Stewarde . Er hatte ihr erklrt, er richt erhalten und bitte darum, da man ihn nicht behellige. Sie respektierte seinen Wunsch. Nur beim Start hatte si e ihm, da er weder auf das rchsage reagierte, wortlos Wie konnte es geschehen? Zwar hab ich ihr immer wie- ohne Sattel und Steigbgel los- reiten, aber tief im Innern war ich berzeugt davon, da sie recht hatte mit ihrer Ve rmutung, das Tier wte von ihrer Behinderung und verhielte sich entsprechend. Und nun? Ich kann es nicht begreifen! Was es zwischen ihrem ersten vorsichtigen Ausritt auf dem Pony Mustafa und heute, also zwanzig Jahre la ng, noch nie gegeben hat, ist hantieren, und dieser Anblick trieb ihm erneut die Trnen ins Gesicht: Solche Arme htten Cara natrlich zurck- mischen Lauf stoppen oder, wenn nicht das, zumindest ihren Hals umschlingen und damit den Halt der Reiterin von selbst zur Ruhe gekommen wre! Er nahm seinen Koffer vom Transportband und dachte daran, da sie sich gleich in den Armen liegen wrden, minutenlang, jeder zugleich Haltsuchender und Haltge- bender. Er ging an den Zollb eamten vorbei, setzte Koffer und Tasche ab und hielt Ausschau. Aber er fand Katharina Schlielich nahm er sein Gepck auf, ging ein paar Schritte weiter, blieb erneut stehen und sah sich um. Wie- Also suchte er nun nach Jo seph, den sie dann ja eigent- lich geschickt haben mute. Aber da wre mir ein Taxi lieber, dachte er. Dann knnte ich wenigstens schweigen, weil vorn jemand se, der nichts weis. Doch es sollten an diesem Abend weder Katharina noch Joseph noch ein Taxifahrer werden. Er wollte gerade wei- tergehen, da stellte sich ihm ein Mann in den Weg. Entschuldigung, sind Sie Herr Golombek? Der Soldat nahm ihm das Gepck ab und verstaute es im Kofferraum. Die beiden vorderen Pltze des Autos waren Der Wasloher Polizist Schrader, der Golombek kannte, begrte die Ankmmlinge und f hrte sie in einen Neben- raum, in dem McGilles Hopkins und Trotz seiner Trauer mute Golombek lcheln, wute er doch nur zu genau, da Katharina sich nicht gern exami- Und was ist FORTRAL? Ein starkes Medikament. Wahrscheinlich hat meine Frau unertrgliche Kopfschmer zen gehabt. Sie neigt dazu, Schrader kam herein und fragte, ob jemand einen Kaffee wnsche. Sie wollten alle einen, auch Golombek. Als Schrader die gefllten Tassen gebracht hatte und wieder gegangen war, fragte McGilles: Erlauben Sie, Herr Golombek, auch mir ein paar Fra- gen? Golombek nickte. Warum beobachten Sie frhmorgens die militrischen Anlagen von Wasloh? Kennen Sie eine dieser beiden Frauen? Golombek besah sich die kolorierten Skizzen, die wie Zeichnungen von Kinderhand aussahen und nur wenige Es handelt sich um ein und dieselbe Frau. Ist es die, mit der Braden Tennis gespielt hat? Ja. Zugegeben, die Bilder sind drftig. Die Leute im Club erinnerten sich nur vage . Lemmert trat wieder zur Waren Sie schon mal im Kellbacher Club? fragte Nur einmal. Wir hatten vor ein paar Jahren in dem Clubraum eine Pferdezchterversammlung, weil der Gast- hof, in dem das Treffen stattf inden sollte, einen Rohrbruch Lemmert trug aus einer Ecke des Raumes einen groen Was sagen Sie dazu? Warum packen Sie nicht gleich ein Nilpferd dahin? Haben wir nicht, sagte Mc Gilles, wir haben nur die- Das ist ein ausgestopfter Schwarzstorch, sagte Go- lombek. Woher wissen Sie das so genau? fragte Lemmert. Weil es hier in der Nhe ein Schwarzstorchennest gibt diesem Vogel hat man Luftaufnahmen vom Camp ge- macht. Clever, falls es funktioniert hat, sagte Golombek. r Mann wurde, weil er Zeu- ge geworden ist, kurzerhand miterledigt. Weiter: Die Ter- roristen haben allem Anschein nach unser Depot aus der Luft fotografiert; vielleicht, um demnchst Bomben auf die Munitionsbunker zu werfe n. Wir mssen den Fall also aufklren, so schnell es geht . Bitte, helfen Sie uns! Go- Akzeptiert. Einer unserer M und ich dachte, wir htten es geschafft! Damals, auf dem Fest. Ein fr allemal Er lie ab von ihrem Haar, griff unter den Volant, nahm die kleine verkmmerte Hand, umschlo sie. Bitte, verzeih mir, da ich mich damals gleich wieder abwandte! Ich wei nicht, wie das geschehen konnte. Wahrscheinlich hatte ich, als ich dich in deiner Wiege Schwimmer es manchmal schwer haben, und dann sind es eben ihre starken Arme, die sie wieder ans Ufer bringen. Aber du? Markus war anderer Meinung. Sie mu es ler- migt, die Arbeiter kamen und wollten anfangen, doch im 2. Teil Sie waren wie zwei waidwunde Tiere, Frank und Kathari- na Golombek, verstrt, verzagt und dann auch wieder vol- ler Aggressivitt, litten zutie fst unter dem Tod ihrer Toch- ter, und ihr Schmerz ging bis ins Krperliche. Jeden Tag erkannten sie aufs neue, da Worte nur wenig Ja, und dann hatte Fehrenkamp, obwohl ihm auch diese dann auf den Wogen zahlreicher weiterer Drinks durch Bei Frank Golombek erfolgte die Abkehr von den Schmerzmitteln auf eine ganz andere Weise, obwohl es auch fr ihn, wenngleich nur im bertragenen Sinn, der Wechsel von einem Gift zu ei nem anderen war. Er wandte sich nmlich wieder dem VX zu, und das kam so: Er stand am Fenster seines Arbeitszimmers und beo- So als htte sie nur auf das Golombek machte die Drinks fertig. Der Amerikaner wollte den Whisky nur mit Eis, Katharina ihren gewohn- ten Longdrink aus Scotch und Soda, und sich selbst Was fhrt Sie zu uns? fragte er dann. Ich bin wegen Ihrer Pferde gekommen. Wegen unserer Pferde? Katharina nahm ihr Glas in die Hand. Sie wollen sie hoffentlich nicht fr ein Man- lachte. O nein! Dazu wren sie zu schade. Um ein Ausleihen geht es a llerdings doch, aber um ein chen Preis. Er zog die Brauen zusammen, und fr einen Moment wirkte er sehr ernst, fast dster. Mein Vorgnger war Tennisspieler. Armer Braden! Dabei verstehe ich gut, da er diese Tennisstunden hatte. Wir Soldaten brauchen alle irgendwas Persnliches, Priv ates neben unserem Dienst, eine unmilitrische Beschftigung. Ja, und ich reite nun mal gern, bin auf einer Ranc h in Texas aufgewachsen. gern. Er leerte sein Glas, stand auf. Nun mu ich aber Auch Frank Golombek stand auf. Eine Frage noch, , wenn Sie erlauben! Sie meinen, es bestehe vorerst keine Gefahr, da es zu einem Anschlag auf Ihr Depot kommt? Denn genau das war ja nach dem Mord an Braden Gern, wenn es Ihnen nicht zuviel Zeit nimmt. Traum mir die Emprung doch gl eich mitgeliefert. Hat er nicht. Im Gegenteil. Mir ist wohlig bis in die Haarwurzeln, uer den das VALORON nie zustande bringt, ziehe also die Hand aus der Schlaufe, lasse sie erstmal runterhnge n. Und dann geht sie wieder rauf, ein Stck den Rock entl ang, fast bis zur Hfte, ver- weilt dort, ist unschlssig, so als wre sie es, die zu ent- scheiden hat. Dann ruckelt es in der Kurve, und ich werde fast wahnsinnig. Meine Hand se tzt sich wieder in Bewe- gung, pltzlich gar nicht mehr zaghaft, so da ich wieder erschrecke, diesmal vor mir selbst. Ganz herum um die Hfte und dann nach unten. Ich denk noch: Tweed? Kammgarn? Flanell? Jeans vielleicht! Und greif an das ganz zchtig, jeder in seiner Ecke. Er liest die ner von uns mit dem Ellbogen gegen den Alarmknopf, und dann reit mich der blde Weck er aus dem Fahrstuhl, weil es Dienstagmorgen ist und der 100 darauf abgesehen hatten, mir zu begegnen? Das will ich nicht andeuten; das will ich bekennen! Ihr Vorgnger suchte sich eine Zwanzigjhrige; ich bin mehr als doppelt so alt. Immerhin starb mein Vorgnger an dieser Zwanzigjh- rigen, aber davon mal abgese Sie dachte: Warum wagt er si ch so weit vor? Seh ich so hungrig aus? Doch dann wollte sie nichts als ihre Chance wahrnehmen und sagte: Bes uchen Sie uns doch mal! Knnen Sie reiten? Na, wunderbar! Kommen Sie in den nchsten Tagen Als Frank Golombek in die Bibliothek zurckkam, lag sie noch immer auf ihrer Chaiselongue. Na, was sagst du nun? Den Braden wollte ich einladen, aber daraus wurde nichts, und nun kommt sein Nachfolger von selbst. Ein smarter Bursche, nicht wahr? 101 102 103 schen Kirche. Im Jahre 1986 ka m er als Austauschstudent eiigjhrige Russe Wla- dimir Ostomski aus Leningrad. Er hatte in seiner Heimat- stadt ein Germanistik-Studium absolviert und war an- schlieend nach Heidelberg gegangen, wo er sich mit ei- ner jungen Frau aus der RAF 104 Die Nummer acht schlielich war Sieglinde Bhler, die Freundin Igor Lepskis, fnfundz wanzig Jahre alt, geboren in Hamburg. Sie gehrte sc hon als Siebzehnjhrige zum Sympathisantenkreis der RAF. Nach dem Abitur studierte sie Romanistik, brach aber das Studium nach dem sech- sten Semester ab und ging zu einer Zeitung, fr die sie zwei Jahre lang als Korresponde 105 seiner Politik mit dem West en. Darum die Abrstungsvor- e Welt nicht mehr in Ordnung, wenn dieses Feindbild pltzlic h nicht mehr da ist oder gar freundliche Zge annimmt. Aber der Westen interessiert uns nicht. Uns interessiert nu r der Osten, denn der bezahlt uns. Wir sind kein ideologisc Parolen, die die Welt verndern sollen, auf seine Fahnen geschrieben hat. Wir haben gar keine Fahne. Wir sind ein Haufen Versprengter, haben zwar frher eine bestimmte 106 die chemischen Granaten nicht an Ort und Stelle hochge- hen lassen, sondern versuchen, eine dieser Granaten aus dem Camp zu holen, sie zu znden und dadurch fr welt- weite Aufregung zu sorgen. Darber hinaus sollen wir, wenn mglich, oberirdische Einrichtungen des Lagers zerstren, vor allem Gescht ze und Fahrzeuge. Da dabei zu Schaden kommen knnen, ist e russischen Auftraggeber legen Wert darauf, da das Unternehmen Wasloh auch tatschlich dem Osten zugeschoben und Gorbatschow dar- aufhin mit seinen Abrstungsplnen zurckgeworfen wird. schon sagte, bei mir allerdings wobei das Persnliche sich ni cht speziell auf Braden be- zieht, sondern generell auf amerikanische Fhrungskrfte im militrischen Bereich. Ihr habt von dem tckischen gehrt, den die US -Air-force 107 des Wachpersonals drogenabhngig ist, und Wladimir Ostomski hob die Hand, und alle guckten zu ihm hin. Er sah gar nicht aus wie ein Russe, eher wie ein Orientale, war schmchtig, dunkelhaarig, war mehr seiner griechischen Mutter nachgeraten als seinem Vater, dem Leningrader Herzspezialisten Dr. Aleksej Ostomski. Wie sicher, fragte er, ist dies e Information? Nach meinen Erkenntnissen sind die US-Soldaten, die Sondermunitions- Im Prinzip stimmt das, antw 108 berhaupt nicht vermit, warf Helga Jonas ein, und wenn er nach einer Woche noc h immer nicht zurck ist, sagen sie: Der kommt schon wi eder! Oder wie soll ich mir das vorstellen? Robert machte eine beschwichtigende Handbewegung. Das Problem lsen wir! sagte er. Da fllt uns be- stimmt was ein. Igor hat absolut recht, es geht nur mit Gewalt. Und es geht nur, wenn wir den Mann einige Tage unter Kontrolle haben. Wir brauchen nun mal jemanden, ist, auszupacken. Sonst passier t es womglich, da wir ins Camp eindringen, was schon sc hwierig genug sein wird, 109 Siebzig Minuten spter hatten sie ihren Plan fertig. Jeder hatte mitgeschrieben. Anschlieend wurden die Notizen auswendig gelernt und die des Depots zu melden. Da Braden ausgefallen ist, mute 110 Was fr eine Panne? fragte Helga. Ach, die Geschichte liegt schon fast zwanzig Jahre zu- rck. Eine Malerkolonne so llte den VX-Granaten einen neuen Anstrich geben. Beim Abkratzen der alten Farbe haben die Mnner eine Granat e beschdigt, so da Gas ausstrmte. Ich glaube, es waren ber zwanzig Soldaten, die mit Vergiftungserscheinungen in die Klinik muten. Vergiftungen. Da heit es ungefhr so: Laufnase, Atem- 111 beklemmung, verschwommener Blick, Augenverdrehen, gang, Taumeln, Mdigkeit und dann das Koma. Na, und zum Schlu Atemstillstand, Exitus. Und wie kann man sich schtzen? fragte Sieglinde. Auch darber konnte Igor Auskunft geben. Gefahr, sagte er, bringt nicht nur das Einatmen, sondern schon das Auftreffen einer winzigen Menge auf die bloe Haut. Man hat also Schutzanzge und Spezialgasmasken ent- am VX, sondern am Atropin. 112 Das ist doch Scheie! sa st also ein Himmelfahrtskommando, und dann, meine ich, reichen fnf Millionen Mark fr acht Figuren nicht aus. So ist es nun mal vereinbart, sagte Robert, und die Hlfte der Summe ist schon auf unserem Konto. Willst du aussteigen? Also sorgen wir dafr, da es kein Himmelfahrtskom- nem gewissen Frank Golombek. Er hat vor andert halb Monaten durch einen Reitunfall seine Tochter verloren. Wir haben uns mit dem Mann beschftigt, und Sophie hat inzwischen ein Dossier ber ihn zusammengestellt. Er ist, was den Kampf gegen 113 Pufferzone, aber trotzdem mte da was zu machen sein. Was, wissen wir noch nicht. Viel leicht hat er selbst eine Idee. Unsere Aufgabe ist zunchst, an ihn heranzukom- men. 114 Und wer ist dran? fragte Igor, Sieglinde jedenfalls Das mache ich, sagte Zayma, und es liegt an mir, wie weit es geht. Sieglinde. Ich finde, auch ber die Menschen, an die wir uns heranmachen, mssen wir gut Bescheid wissen. Ist er zuverlssig? Oder gehrt er vielleicht nur zu denen, die auf Wertminderung ihrer Grunds Entschdigung haben wollen? Er kriegt womglich ne Menge Geld, und schwupp, ist er wieder auf der anderen Seite! Und noch was! Zayma, du warst im Tennisclub eine Blondine, aber vielleicht hat dich jemand vom Gestt im Das sind drei Fragen auf 115 der bestimmt nicht! Sein Gest t ist dreieinhalb Millionen Mark wert, und auerdem bes itzt er mindestens eine Mil- lion in Aktien, hat viel Geld verdient durch den Verkauf von Rennpferden in alle Welt. Drittens: Meine Tarnung im , Teint, Kleidung. Und ich hab kein einziges Wort deutsch gesprochen. Und immer Sie schenkten sich noch einm al ein und legten dann mi- nuzis die einzelnen Schritte fest, die sie unternehmen wrden, um Frank Golombek als Partner zu gewinnen. Kurz nach Mitternacht lsten sie die Versammlung auf, hatten, wie sie meinten, br auchbare Ergebnisse auf dem hnlich wie ein Kind sich auf Weihnachten freut, freute Jeff Haggerty sich auf dies en vierten Juli, dessen Beginn er zwar in der Unte mute, dessen weiteren Verlau f er jedoch ganz woanders erleben wrde, dazu den f nften Juli und auch noch den sechsten. So hatte er es mit Sophie geplant. Schon seit lngerem hatte sie ihn gedrngt, doch mal ein 116 da die nach Bradens Tod verhngte Ausgangssperre in- zwischen aufgehoben worden war und er seit langem kei- nen Urlaub mehr gehabt hatte, war er mit dem Antrag auf das Wohlwollen seines Vorges 117 es an den Dienstplan ging, sprachen sie erstmal ber die andere Mnnersache. 118 gentlich, die mich verrckt gemacht haben. Wann und wie hast du sie kennengelernt? Vor ein paar Wochen. In ner Kneipe. Ich hatte mich da schon eine geschlagene Stunde gelangweilt, und pltzlich kommt sie rein. Mit einem Ma 119 120 das Sommerhaus? 121 men gehen, und morgen starten wir zu unserem Segel- Sie saen sich gegenber, er im Schneidersitz und sie mit seitlich ausgestreckten Beinen. Nach der zweiten 122 ungestm, aber doch zielstrebig, und zog Sophie den Rock aus. Das T-Shirt zu entfer nen war eine Sekundenangele- genheit, zumal sie ihm dabei ha Mensch, Igor, hab gar ni 123 Dir passiert nichts, sagte Und was sagt ihr mir? komme, gibts Alarm. Ja, in drei Tagen, sagte Pi erre. Das ist eine lange Was wollt ihr berhaup t von mir? Ich bin nur Wirst schon sehen. Pierre suchte Haggertys Taschen ab, fand keine Waffe. Dann gingen sie, mit dem Ami in der Mitte, zurck zum Weg. Sophies Wagen war schon Richtung auf die Strae sta 124 Frank Golombek war nach Frankfurt gefahren, um ein paar Bankgeschfte zu erle 125 Frankfurt und schlage ein dortiges Treffen vor. Der Anru- fer hatte sich einverstanden erklrt, und unter gegenseiti- tion hatten Zusammenkunft in seinem Hotel vereinbart. Eine junge dunkelhaarige Frau werde kommen, hatte der andere noch gesagt, eine Franzsin mit Na men Nadine Berguerer; sie werde ab achtzehn Uhr in der Hotelbar auf ihn warten, werde im Haar eine silberne Spange tragen und den FIGARO lesen. Um kurz vor sechs bestieg er den Lift, und whrend die Kabine abwrts glitt, dachte er noch einmal: Wenn auch nur die geringste Aussicht auf Erfolg bestehen soll, mu es 126 nes Hnde ein, die nicht mal die eines Kindes gewesen 127 Man wird Sie nicht hinein lassen. Er sagte das so leichthin, als wollte er einer noch kindlichen Kinobesuche- rin bedeuten, sie sei zu jung fr den Film und man werde sie an der Kasse zurckweisen. Sie hatte das Dossier ber Golombek sorgfltig gelesen, 128 Das klingt berspitzt, denn Kinder und Alte und Kranke Wie haben Sie sich me ine Hilfe vorgestellt? Wieder griff sie in ihre Aktentasche, entnahm ihr ein 129 wir muten Hals ber Kopf aus der Gegend verschwinden, um nicht in Verbindung gebracht zu werden mit dem An- schlag. Wir haben sogar unser e kostbare Vogelattrappe Fr Frank Golombek war diese Version absolut glaub- wrdig. Mich hatten sie auch im Visier und sogar meine Tochter, sagte er und erzh lte von seiner Ankunft auf dem Frankfurter Flughafen, von der berraschenden Es- korte, seinem Gesprch mit den deutschen und amerikani- schen Sicherheitsbeamten und schlielich von Marianne. tig Tapferkeitsmedaillen verleiht an Leute, die mit der Ausbreitung derselben Seuche eine Schlacht gewinnen. Ich finde, angesichts der we ltweit gelagerten A-, B- und C-Waffen ist die Frage nach der Vormachtstellung einfach absurd. In einem knftigen Krieg kann es, bers Ganze gesehen, nur Verlierer geben. Ist es nicht pervers, wenn die beiden Seiten sich einigen, nur eine bestimmte Menge itzuhalten, sagen wir, eine Menge, mit der man die Erde nur fnfzigmal zerstren kann statt hundertmal? Und ist es nicht ebenso pervers, 130 Hnden, wenn nicht morgen, dann bermorgen. Und ich 131 Er zog einen Kugelschreiber aus der Tasche, fragte mit einem Lcheln: Darf ich? Es ist Ihr Land. Bitte, aktualisieren Sie ihn fr uns! berhaupt zwischen dem Depot und einem Privatgebude 132 schlagen sie Alarm. Und dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis man unsere Baustelle gefunden hat. Und wenn wir ganz leise arbeiten? Wieder lchelte er sie an. Es wrde nicht ohne Maschi- nen gehen, und die machen Krach. Warum nicht per Hand? Dazu ist die Strecke zu lang. Auch wenn man die An- zahl der Arbeiter verdoppelt oder verdreifacht, wrde es zuviel Zeit kosten. Ganz vor n kann ja immer nur einer arbeiten; vielleicht sinds zwei, aber mehr nicht. Mit je- nach vorn bringen, knnen wir hchstens den Stollen br eiter anlegen, aber damit kommen wir nicht schneller voran. 133 kein Mensch kommt dahinter , da wir uns darauf vorbe- reiten, den Amerikanern heimlich einen Besuch abzustat- Erneut schlug Golombek sich an die Brust. Diesmal sag- te er nicht Uff, sondern: Mein Gott! Und dann: Das ist die Lsung! Und die Baugenehmigung liegt sogar Wieso denn das? Wahrscheinlich mu ich den Antrag erneuern, aber nur der Form halber. Er ist schon einmal durch die Instanzen gegangen und wurde genehmigt. Die Bauzeichnungen sind in meinem Schreibtisch. Kein Haus, sondern ein Schwimmbad. Der Standort ist zwar nicht genau der, an 134 Ihre Gruppe denn hier sein? Von heute auf morgen. Wir erscheinen bei Ihnen als auswrtiger Bautrupp, haben bi s dahin auch die ntigen 135 lie es bei dieser Feststell 136 In einem Hafenlokal von Ostende 137 sagt, geht uniformiert in den Urlaub und zum Segeln schon gar nicht. Die sind doch froh, wenn sie mal raus- kommen aus ihren Dienstklamotten. Damit war die Sache erledigt gewesen, und Pierre und Igor waren gleich nach dem Mittagessen gestartet. Nun saen die beiden also in dem Hafenlokal, gebeugt ber eine Seekarte, auf der die Kstenregion zwischen nichts Ungewhnliches, und wenn so eine Nuschale egal, ob aus Holz oder Kunsts knallt, dann kracht es ganz schn! Da brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Also: Whrend ich segle, fhrst du mit dem Auto ber Nieuport und Veurne dahin, wo wir heute nachmittag waren, nimmst denselben Weg zum 138 trmmern wir das Boot. In der Kajte wird man Haggertys Sachen finden. Dazu kommen die Personalien, die der Verleiher aufgenommen hat, und damit steht die Version, einfach irgendwo im Kanal oder in der Nordsee wie manch anderer ertrunkener Eine halbe Stunde spter machte Pierre sich auf den Weg. Er nahm ein Taxi. Die Fahr t zum Bootsverleih dauerte indem er mit dem Fahrer so viel Englisch wie mglich sprach. Vor dem kleinen Ge- zahlte er und stieg aus. Er prfte die Beleuchtung ringsum. Ein paar Bogenlam- pen erhellten die kleine Ansammlung von Sportschiffen nur mig. Also wrde es vorwiegend auf den Aufenthalt im Huschen ankommen. Er klopfte an die Tr, wurd 139 einem Mann aus Lyon das Franzsische nhergelegen Pierres Blick glitt ber die vertuten Boote. Sogar ein Fahrzeug vom Typ HALLBER 140 Gegen Mitternacht sah Igor die Lichter herankommen. Er gab mit seiner Taschenlampe kurz darauf die Antwort wahr. Er zog sich aus, schlpfte in die Badehose und schwamm dann den Lichtern der ondern hngt nachher irgendwo an einem briggebliebenen St ck der Kajtdecke, das aus dem Wasser ragt. Aber, sagte Igor, wenn das Boot verbrennt, verbren- Wir stecken seine Papiere und alles, was sonst noch ge- funden werden soll, in die Re Wir knnen ein paar seiner Klamotten rausnehmen und einzeln ins Wasser schmeien. Irgendwas wird schon an- 141 treiben. Aber einige Sachen la ssen wir in der Kajte. Grad bei einem Bootsbrand ist es ja oft so, da der Kahn zwar erstmal brennt, aber dann ab suft und das Feuer also au- tomatisch gelscht wird. Angekohlte Klamotten sind frs Identifizieren immer noch brauchbar. Sie verteilten Haggertys Sache n, legten einige in der Ka- jte aus, warfen andere ins Wasser, darunter auch die Rei- 142 grten NATO-Flugplatzes Europas und erst in zweiter Linie der einer sddeutschen Or Beim Absturz eines US-Kampfflugzeuges vom Typ F- 16-Falcon ist am Dienstag in der Nhe der pflzischen Gemeinde Weselberg, Kreis Pirmasens, der Pilot der Ma- schine ums Leben gekomme n. Der Jagdbomber schlug in erklrte eine Sprecherin Die Unfallstelle wurde von der Polizei in einem Umkreis 143 Zwanzig Minuten spter war er auf der Autobahn. Mein Personal, dachte er, ist in de r Tat ein Problem. Vielleicht sollten wirklich erstmal nur ein paar Mnner aus Nadines Gruppe mit dem Schwimmbad anfangen. Sobald es darum geht, den Einstieg zum Stol meine Leute auf einen entfernten Acker, damit sie da eine Zufahrt errichten. Wenn sie zurckkommen, ist der Ein- stieg fertig, und von da an kommen die Fremden in aller die Wochen und Monate dauern und keinesfalls zu Hause angewandt werden knnen. Aber ich frchte, sie springt mir ins Gesicht, wenn ich das Wort Trinkerheilanstalt Und wenn ich sie nun doch einweihe? 144 Er sah ein Schild, das eine Raststtte ankndigte, und verringerte die Geschwindi gkeit, wollte Kaffee trinken, um hellwach zu bleiben. Als die Ausfahrt da war, dachte er: Hoffentlich schmeckt er! Er schmeckte, war so aromatisch und stark wie zu Hau- se. Er holte sich eine zweite Tasse. Ja, weihe ich sie nun ein oder nicht? Ich frchte, das Risiko ist zu gro. Selbst wenn sie die Aktion guthiee, mte ich immer noch da- mit rechnen, da der Alkohol ihr die Zunge lst und sie pltzlich irgendwem erzhlt, der Grund und Boden ihres Mannes komme in das Guinness-Buch der Rekorde mit dem lngsten und dicksten Maul wurfsgang, den es je unter einer Grasdecke gegeben ha be. Was sie wohl zu dem Schwimmbad sagen wird? Damals war sie dafr, aber nun ist Marianne ja nicht mehr da. Gottseidank wei sie, da sie mir bei solchen Projekte Er verlie das Lokal, stieg in seinen Wagen, fuhr weiter, fhlte sich gut. Das lag viel leicht zum Teil am Kaffee, aber es lag auch an dem Pl an, den er zusammen mit der schnen Nadine entworfen hatte. Eine phantastische Ge- schichte, dachte er; ein Dutzend Menschen schafft es oder sagen wir vorsichtiger: sc hafft es vielleicht , von unten her ins Depot einzudringe n und den Amis eine ihrer streng bewachten Granaten abzunehmen! Wir werden, wenn es gelingt, der ganzen Welt beweisen, da der 145 umgezogen hatte, in die Bibliothek, holte die Zeichnungen 146 Pltze gelangten, denn die dr ei Fremdenzimmer lagen di- 147 Wieder ein paar Schritte, und whrend dieser wenigen Sekunden entwickelte er einen Plan, einen abgefeimten, verwerflichen Plan. Der Tunnel sa ihm so beherrschend im Kopf, da er dieses In fl agranti ummnzen wrde in einen grandiosen Vorteil. Keine Kur! Keine Trinkerheil- anstalt! Und ein Einweihen schon gar nicht! Ganz was anderes, und sie wird folgsam sein wie ein Lamm! Noch ein paar Schritte, und er erreichte den Zugang zur Wieder der Schock, weil nun auch das Bild da war. 148 euch wenigstens nicht zu beleuchten brauchen und es auch leiser machen knnen. Immerhin wohnen hier ein paar von Er drehte sich um und ging. Er sa in der Bibliothek an seinem Schreib Sie hatte sich inzwischen gefat, ging mit forschen was sie sagte, hinterlie in ihm nicht den Eindruck, sie se i gedemtigt oder qule sich mit Schuldgefhlen: Was du eben gesehen hast, war nichts anderes als die Quittung fr drei unmenschlich einsame Monate. Nenn es, wie du willst! Die Frage ist, wie wir damit le- ben sollen. Ich mache dir einen Vorschlag. Ich verlange nicht unbedingt die sofortige Scheidung, aber ich halte es fr notwendig, da wir uns eine Weile nicht sehen. Du verlt morgen das Haus, packst dein Auto voll und fhrst weg. Ein Hotel in Wasloh wre sicher eine der schlechte- sten Lsungen. Andererseits ka nn ich mir nich da dein texanischer Hengst erst lange Wege machen mchte, um dich zu bespringe 149 ts mit Marianne oder mit deinem VX zu tun hatte. Okay, ich werde gehen. Mike Morrison , das war nur eine Affre. Sie hindert mich nicht, weit wegzufahren. Du br auchst also keinen Klatsch zu befrchten. Ich werde mir fr acht Wochen ein Haus 150 mit, wie er sagte, die Schrf e ihn erschrecke und am Ein- schlafen hindere. Sie waren zu sechst: Robert, Pierre, Igor, Hilario, Zayma und Sophie. Zayma hatte von ihrer Unterredung mit Go- 151 152 beim Picknick rausgefallen. Erzhl mir noch ein bichen mehr ber deinen Diabe- Von mir aus! Also, die Kra nkheit kann zwei Ursachen haben. Man kann sie sich anfressen oder vererbt kriegen. Meine ist angefressen. Ich war, bevor ich zur Chemie kam, Furier einer Schtzeneinheit in South Dakota. Da hatten sie den Bock zum Grtner gemacht. Ich hab gefuttert wie Ich will keine privaten Geschichten. Die kann jeder er- 153 was gefunden? meinte: Sowas bersieht man leicht auf dem Waldboden. st dich dafr verbrgt, da er an der Nadel hngt. War also doch nicht so gut, Aber er hngt doch an der Na del, verteidigte sich So- phie. Kann ich wissen, an was fr einer? Robert stand wieder auf, ging hinaus. Zum zweitenmal 154 Also? rty, ganz kleine Splitter, osion. Im Herbst werden sie rausoperiert. Sie sind nur millimetergro und sitzen ziemlich dicht unter der Haut. 155 kommst du wieder fr zwanzi g Stunden nach unten. Da- nach starten wir den zweiten Versuch. Geht der auch wir ziehen dir als zustzlich e Strafe einen Fingernagel schwollen, und die oberen Vo rderzhne wackelten. Trotz- dem, dachte er, ich kann doch nicht , kann doch nicht einfach die ganzen Bestnde Bist du schon fertig, oder was ist? 156 Worber? Wollt ihr da rein, oder geht es euch nur darum, zu wis- sen, was da liegt? Das hat dich nicht zu inte ressieren. Los, arbeite wei- 157 Okay, du kriegst eine allerl 158 ganz unmglich! Also, mein Lieber, es war Sophie, die offenbar das 159 Dem kannst du trauen, sagte Robert, denn wir haben ihn in der Hand. Ein kleiner Hi nweis, und er kommt hinter Gitter; hat nmlich einen Mord auf seinem Konto. Zwar einen politischen, aber das re ttet ihn auch nicht. Also, wenn wir uns an ihn wenden, wei er genau, da dieses Doch Hilarios Skepsis wa ihr meint ernsthaft, er knnte, an seinem Alten Herrn vor- bei, mal eben ein paar Brummis voller Material und Bau- maschinen losmachen? Das glaub ich noch lange nicht. Es kommt auf einen Versuch an, sagte Zayma, und 160 nhundertzweiundsechzig Artikel, die die Konkursmasse bilden. Dazu gehren ein paar Pa- Durcheinander, denn immerhin sind wir alle auf dem Bau, und da passiert es mit Sicher heit, da einer sich mal ver- plappert. Dann knnte der Mann mitrauisch werden. Hast recht, erwiderte R obert. Da wir ohnehin nur 161 Vornamen benutzen, bin ich auch gegen eine nderung. Ich werde ihm sagen, da ic h Robert heie und nicht Thomas Scherer und da die Ta rnung beim Telefonieren die Vorsicht der allerersten Stunde war. Das wird er ver- stehen. Nur Zayma sollte ab heute fr alle Nadine heien lagen die alten Bauplne. Golombek hatte bequeme Sessel und einen runden Tisch 162 Gehts nicht ohne Sttzung? fragte Robert. Die Vorschrift verlangt, da 163 bis siebzig Teilstcke. Mit di die Amis auf der Baustelle! Nein, ins Schwimmbad kommt die Presse nicht. Ich hab vorhin bei unserem Rundgang ein ideales Versteck gesehen: die Reithalle. Da liee sich, und zwar im sdlichen Teil direkt an der Wand, eine Grube von drei bis vier Rohrsegmente in Richtung Depot. Aber sag mal, Roberts Mien rs macht. Klick, und die Teile sitzen fest! Er hielt Rdiger das Papier hin, doch der lachte nur und 164 tioniert das, auch bei einige n Kanalarbeiten, aber in die- dem Druck, den wir unserem Rohr geben, wrde es un- weigerlich auswandern. Da kommen wir um das Schwei- en nicht herum. Trotzdem lsen wir das Problem. Wir nehmen dann eben nicht Segmente von anderthalb, son- bauliche Vernderung. Aber wie la 165 aber auch die Schnecke mahlt sich ja nicht geruschlos durch den Boden. Wir kommen nicht darum herum, den Lrm auf irgendeine Weise zu bertnen. Rdiger ber- legte eine Weile, und dann wandte er sich wieder an Frank Golombek: Ist es denkbar und knnte man es Neugierigen gegen- ber glaubhaft machen, da unter Ihrem Haus oder genau- er: unter der Stelle, an de r das Schwimmbad entstehen 166 erzeugen wollen, mu ja so lange vorhanden sein, wie die 167 das kriegen wir hin! Der Rammbr gehrt nun mal zu den Gerten, die auf dem Bau den grten Krach machen, und so werden die Senso- ren am Depot pausenlos reagieren. Sogar wenn die Der Gewindekopf sitzt an einer Endlosschnecke, die von der Rampe aus verlngert wird, ganz hnlich wie der Gut, das wre geklrt. Sie sagten vorhin, das Aggregat, das als Antrieb fr die Schnecke dient, macht auch viel 168 Rdiger fuhr fort: Wenn man das Aggregat, das ja nicht unbedingt neben der Presse in stalliert werden mu, prak- tisch kann es berall stehen, ist dann nur eine Frage der Kabellnge , also wenn man es mit Wnden aus Stroh- oder Heuballen umstellt, schlucken die den Schall fast vllig. Ein Rest des Lrms geht oben raus, aber den hrt man bestimmt nicht, zumal nicht, wenn die Ramme arbei- auf den Verla ist, kann ich euch durch entsprechendes Justieren der Presse genau dahin bringen, wo ihr ankom- men wollt. Und der gerade Verlauf des Tunnels lt sich 169 Wenn wir diesen Punkt, Rdiger tippte mit dem Zei- gefinger auf die Stelle, unter irdisch erreicht haben, hat die Presse natrlich ausgedient . Von da an gehts nur per Hand weiter, und da mssen wir fast so vorsichtig graben ar Scherben freilegen. So- bald wir dicht unter der Ober flche sind, schicken wir eine Sonde vor, eine Art Sehrohr, und wenn feststeht, da wir tatschlich zwischen diesen Bschen , er zeigte auf die park und die Materialien und meinen Mitarbeiter ein Be- trag, der normalerweise be i rund hunderttausend Mark lge. Der grte Teil geht fr die siebzig Rohrstcke und 170 Prozent fr angemessen. Hundert Prozent, sagte Golombek, das mu gen- gen! Er streckte sogar die Hand ber den Tisch, und es Aber ich sehe noch eine gr oe Schwierigkeit, sagte Robert, und zwar in der Anlieferung des Materials. Was wir frs Schwimmbad brauchen, ist kein Problem, inklusi- ve Ramme. Aber die vielen Rohrstcke und die Presse mit Rdiger wute auch da Rat. Wenn man es nur will, sagte er, schafft man es. Di e Presse bringe ich auf unse- rem Siebentonner. Und die Rohrstcke und Schneckentei- le kommen ebenfalls auf Grolastern zu euch. Alle Wagen werden natrlich mit Plane gefahren, und wenn sie hier eintreffen, sollten Ihre Leute , er sah Golombek an, mglichst nicht in der Nhe sein. es keine Probleme. Aber 171 Er lchelte sie an, war auf einen Club, den sie allen ande ren vorzieht. Dahin ist sie Fr wie lange? fragte Nadine. Und wenn sie berraschend zurckkommt? Das tut sie nicht; ich verbrge mich dafr. 172 3. Teil 173 Katharina hatte im Golfclub ROCA LLISA auf Ibiza ein ersten Drink 174 175 die hlichen Trme aufstellte . Und danach wurde es noch schlimmer, als nmlich durch sickerte, wozu sie das Land brauchten! Ich glaube, wenn ic h wieder zurck bin, werde ich ihm endlich mal zuhren und dann auch auf ihn einge- Nun wird er also das Schw immbad bauen, und vielleicht lenkt ihn das ein bichen a b. Es war schon oft so: Wenn 176 deschtteln dann auch mit mir, weil er es so wollte. Und anschlieend wurde bestellt fr die beiden: Vorspeise, Suppe, Hauptgericht, Dessert. Dazu kam noch ein Kaffee, das heit, fr die Kleine m ute es, obwohl sie gerade ei- nen Becher Eis verzehrt hatte, heie Schokolade sein. Zum Schlu steckte er dem Mann ei nen Geldschein in die Jak- kentasche, und ich wei noch, der Beschenkte es war ein Spanier oder Italiener, und die Unterhaltung lief entspre- chend holperig htte meinem guten Frank fast die Hnde gekt. Und dann kam der Absc mit dem Mdchen an den Tischen vorbei, und der Kellner schleuste die beiden in di e Drehtr, ohne Handanlegen, nur mit ein paar verklemmt- bizarre Gast gndig nickend quittierte. Und auf unserer Heimfahrt dann Mariannes Fragen! Wie das denn wohl sei, wenn das blinde Mdc hen den ersten Lffel zum Munde fhre und gar nicht wisse, was drauf sei. Ob sie sich wohl sehr erschrecke, wenn sie Makkaroni gedacht habe und dann seien es Pommes frites. Und ob sie mit dem Lffel oder der Gabel auch immer den Mund treffe. Und was sie, wenn sie allein sei, vor einer roten Ampel mache. Und was sie wohl den ganzen Tag ber tue, wo sie doch nicht lesen knne und es auch kein Fernsehen fr sie gebe. Frank ging auf jede Frage ei n und versuchte, Marianne klarzumachen, welch unermelichen Vorteil sie gegenber dem blinden Mdchen habe. Sie knne, obwohl ohne Ar- me auf die Welt gekommen, nahezu alles erlernen, mh- samer als andere freilich, ab er mit viel Flei und Geduld 177 innig liebte, aber erst auf di eser Autofahrt ist mir das gan- ze Ausma seiner Liebe klargeworden. Er rang geradezu darum, ihre Behinderung zu relativieren, damit sie, wenn 178 pikanten Vorgeschichte auf eine gewisse Grozgigkeit 179 tan, um derentwillen der ganze Schwimmbadaufwand berhaupt inszeniert worden war. An der Sdwand der Halle hatten Roberts Leute ei 180 wrde ihm verraten, da es mit dem Boden, auf dem er stand, nicht geheuer war, und da nn kam es ganz sicher zu einer berprfung. Also mut e Golombek unter allen Umstnden erreichen, die Besucher von diesem Abschnitt der Halle fernzuhalten. Zum tiger Abdeckung die Rohrstcke und die noch nicht instal- lierten Teile der Endlosschnecke entdeckt werden. Fr mbek sich eine Erklrung ausgedacht, mit der er es vielleicht schaffen wrde, die Besucher zu tuschen. Er wollte einfach sagen, ein Freund, der in Konkurs gegangen 181 ten Aktivitten drei Mnner auf ihren Arbeitspltzen Umstnden sogar das Risiko nur Joseph im Haus, daneben allerdings noch Laura, aber auch auf sie konnte er sich verlassen. Sollten diesen Men- schen die geheimnisvollen Vorgnge auf dem Gestt in irgendeiner Weise auffllig erscheinen, so wre er der erste, mit dem sie darber sprchen. Und wenn er sie dann um ihr Schweigen bte, wrden sie schweigen; das wute Die Vorbereitungen also ware 182 Wenig spter gingen sie zur 183 Sie verlieen die Halle, und Golombek entschuldigte sich fr eine Weile, ging hinauf in die Bibliothek. Dort stellte er sich ans Fenster und sah der Ramme zu. Da er sich im oberen Stockwerk be fand, hatte er das Geschehen Verrckt! dachte er; ich bin der geruschempfindlichste Mensch, den ich kenne. Wenn mich am Strand von Mar- bella die jungen Leute aus 184 wenn noch mehr Indizien fr eine Fremdeinwirkung spr- chen, mit herangezogen werden knnten. Aber fr sich allein sind sie doch recht mager. Und die wren? fragte Morrison. Nummer eins: Als er das Boot 185 de eine weibliche Leiche gef unden. Also sind es eigentlich nur zwei Anhaltspunkte, und beide lassen sich, wenn nichts hinzukommt, sehr ei nfach erklren. Das Mdchen wollte er, wie der Verleiher aussagte, mit dem Boot abho- len. Wo, wute der Mann nich t. Und da man einen im rmelkanal Ertrunkenen nicht sofo wird. Da keine Frauenleiche da ist, kann bedeuten, da 186 ber das Boot herausgefunden? 187 War er verllich? wollte Lemmert wissen. Doch fr diese Frage hatte der Colonel nur eine resignie- 188 wann und wo Haggerty das M Hat Haggerty Ihnen zufllig erzhlt, wer zuerst in dem Lokal war, er oder die Frau? fragte Breeg. Moment! Ja, er sagte, er htte sich schon eine Stunde gelangweilt, als die beiden reinkamen, die Frau und der Vielleicht, sagte Lemmert, hat jemand, der im Lokal war, der Frau und ihrem Begleiter telefonisch durchgege- ben, da Haggerty dort sei, und dann kann die Kontakt- aufnahme von selten der Frau ganz gezielt erfolgt sein. Hat er Ihnen gesagt, welches Lokal es war? Nein. Aber mir fllt da grad was ein! Ich brachte ihn zum Bus, und ich wunderte mich darber, da das Md- chen ihn nicht abholte. Er ha tte zwar ne Erklrung dafr, nmlich die, da sie den Wa gen erst spter zur Verfgung 189 Und Einzelheiten ber das Aussehen des Mdchens? Auch nur, was ich schon gesagt hab. Das bliche, was Mnner so aufzhlen. Und die sechshundert Gramm auf jeder Seite waren bestimmt nicht wrtlich zu nehmen. Towler wurde entlassen, und als die vier wieder unter sich waren, meinte Morrison: Die meisten seiner Informatio- nen lassen sich unterschiedlich auslegen, wie zum Beispiel die telefonische Bestellung des Segelbootes. Wir wissen, es wurde auf den Namen Haggerty bestellt. Wir wissen, es war eine Mnnerstimme. Und wir wissen, das Gesprch lief auf englisch. Also kann durchaus Haggerty selbst mit dem Verleiher telefoniert haben, obwohl Towler das an- ders sieht. Aber selbst wenn Towler recht hat und Hagger- ty nur der Gast war, der sich um Planung und Organisation der Reise und auch des Se geltrns nicht zu kmmern brauchte, kann die Geschichte immer noch sauber sein. Die Frau kann ihren Bruder ge 190 Leiche wurde heute morgen ge funden. Sie ist in Ostfries- Schwimmring lebend im Wasse 191 werden wir hier im Camp wi eder einmal die Posten ver- Der siebte Arbeitstag war zu Ende. Sieben Pfeiler steckten in der Erde, und, was viel wichtig er war, sie hatten bereits nderte Zufahrt, aber das macht nichts; das fllt nicht auf. Eingang zum Tunnel bauen. Wenn da 192 193 doch, da hier die VX-Granate als binre chemische Mu- nition dargestellt war, die zw ar zwei nichttoxische chemi- sche Komponenten enthalte, aber nach Abfeuerung einen tdlichen chemischen Kampfstoff bilde. Ferner: da diese Art der Lagerung sicherer se i als die konventionelle und das Risiko bei terroristischen Anschlgen verringere. Und schlielich noch: da man in Europa auf diesen strengen Sicherheitsbedingungen bei der Lagerung bestehe, der erfolgreiche Einsatz der Waff en dadurch jedoch in Frage gestellt sei. Alles verstanden? fragte Robert. Golombek nickte. Aber wie Sie bestimmt wissen, gibt es die binre Absi- cherung in Wasloh nicht! Dies es hier , Robert zeigte auf das Papier, das Golombek noch immer in der Hand hielt, sind schon die neue 194 Rdiger klopfte Robert auf di e Schulter. Ihr habt wirk- 195 den Spalt, Golombek mit der Lampe in der Hand voran. Unten schritten sie erstmal die lange Grube ab. An der Barfu wre am besten, leichten Slipper. Sie hob ihre 196 anderes viel reizvoller, hiel der fast verschwand in seinen Hnden. Wie klein! sagte Sie fhren ein seltsames Leben, sagte sie, und das 197 Katharina hatte das Sa-Penya- Viertel durchstreift, sich in den bunten Boutiquen umgesehen, den Straenmusikanten zugehrt, das frhliche, zum Teil burleske Ferienvolk be- malerischen Bezirk, weil sie mde war von der vielen Sonne, den vielen Stimmen und vom Gehen ber das Kopfsteinpflaster. Sie kehrte zurck zur Plaza Vara de Rey , wo sie das Au- to geparkt hatte, mochte dann aber doch noch nicht in ihr einsames Haus, ging also am Wagen vorbei und hielt auf das Boulevard-Caf MONTES OL zu. Sie bekam einen Platz im Freien, mute sich den kleinen Tisch allerdings mit einem lteren spanischen Paar und einem jungen Ne- ger teilen. Sie bestellte Whisky mit Soda, sah erst dann auf die Uhr. Es war dreizehn Minuten nach fnf, also schon fast Abend. Eine ganze Woche lang hatte sie ihren Vorsatz eingehalten, tagsber keinen einzigen Drink zu nehmen, Sie zahlte gleich, trank, znde 198 sein, da er Student ist und di e Semesterferien auf Ibiza Er trank einen Tee, und sie fand es amsant, zuzusehen, wie die dunkle Hand die weie Tasse hob, sie aber nicht gleich zum Munde fhrte, sonde rn in halber Hhe belie, 199 Felsen drckt, dann , dann stecke ich in einem herrli- chen Schraubstock. Im Rcken das harte, heie Gestein und vor mir der harte, heie Mann! Dann lauf ich aus wie ne geprete Orange. Was soll ich nur mit mir machen? Da das so wichtig ist in mein em Leben! Ob ich da anders bin als andere Frauen? Sechs Kinder mindestens wollte ich haben, und in diesem Wunsch mischten sich wahrschein- lich mein Sinn fr Nachkommen schaft und die Lust, sie zu produzieren. Und dann wurde es nur ein einziges! Und eins, das uns, als es da war, bis ins Mark erschreckte. Wie es sich entwickeln wrde, wuten wir damals ja noch nicht. Eins also nur, und es h tten so gut noch fnf andere kommen knnen. Aber ich wollte nicht. Ich hatte Angst. Der Schock sa zu tief. Da half es nichts, da sie allen voran Frank mir immer wied er einzureden versuchten, dieses eine Mal sei unwiderle gbar aufs Contergan zurck- zufhren, habe also mit meiner Beschaffenheit nicht das Geringste zu tun. Ich mitra ute diesen Versicherungen, mitraute meinem Leib, kriegte einfach die Angst nicht weg, das Zeug sei noch immer in meinem Krper und 200 Hnden. Sie glaubte sogar, das Rasseln zu hren. Sie gab Da mte man tanzen! Htten Sie nicht Lust? Heute abend? Wo denn? fragte sie. Irgendwo in der Stadt. Hier gibts ein paar gute Disko- hier? fragte sie. Ja, so knnte man es nennen. Student? O Gott, dachte sie, lande ich also schon wieder bei der Ich bin auf einem amerikanischen Zerstrer, der in Bar- celona liegt, und da ich drei Tage Urlaub gekriegt hab, Also nicht die , sondern die Navy , dachte sie. Aber die Erinnerung an die Szene im Pferdestall und an Franks sarkastische Bemerkung Hey, , ich hatte aber nur meine Pferde gemeint! war nun mal da und irritierte sie. , wie sieht es aus mit uns? Sie wollte nein sagen, doch dann war es pltzlich wie mit dem Whisky. Wie oft schon hatte sie sich geschworen: Dieses eine Glas noch, und dann ist endgltig Schlu! So 201 mehr, bis zum Abend zu wart en, wollte das Konzentrat 202 Er zog sich aus. Warte ei nen Moment! sagte er dann Sie dachte: Das mu ja ein sehr tolerantes Hotel sein, wenn man hier nackt ber den 203 nennen sollen, dann wre ich wahrscheinlich auf den Heu- schober gekommen, auf das Kornfeld, aufs Eisenbahnab- teil, aufs Auto und womglich auf den Hochsitz, aber ich nicht dabeigewesen! Eine pltzliche Unruhe in der Grube schreckte ihn auf. Pierre und Fred, die dort un ten mit ihren Schweigerten ch durch Handzeichen mit Rdiger zu verstndigen. De r aber schttelte mehrmals den Kopf, tippte mit der Rech sich vorwrts, und in seinem 204 gar am wahrscheinlichsten, und dann stellt sich natrlich die Frage: Wie gro ist der? Bi ohl nichts ande res brig als Mssen wir dazu die Schnecke rausholen? fragte Go- lombek. Leider ja. Das einfachste w re natrlich, mit dem Bag- ger ber Ihre Wiese zu fahren, genau bis zu der Stelle, an der wir festsitzen, und da den Boden aufzumachen. Nur, dann htten wir zwei Minuten spter unliebsamen Besuch. Also mu die Schnecke raus, aber vorher probier ichs noch einmal. 205 geht Fred in den Tunnel und er ledigt eine Arbeit, die ei- gentlich erst fr die Schlupha se geplant war. Er wird zwei Bohrungen vornehmen, und zwar beim dreiigsten 206 lombek den Weg durch den Tunnel machen sollten, whre nd Pierre und Igor sich be- reit halten wrden, um im Alarmfall die Grube abzudek- Zunchst aber machte Fred sich daran, den Luftschacht herzustellen. Einen groen gezogene Manahme allerdings 207 hrt? berlegte er. Sie war schon am frhen Morgen nach Kln gefahren, zu einem Mitstreiter der Gruppe, der, wie sie gesagt hatte, in der Inne nstadt eine Werkstatt besa cht. Oder sind auf Ihrer Wei- de Deckel von Lftungs- und Kontrollschchten? 208 Na also! Nur nicht den Mut verlieren! Irgendwie kom- men wir schon weiter. Aber wenn da vorn nun doch ein unberwindliches Schlielich erreichten sie das 209 Es gibt Findlinge von viel greren Ausmaen, sagte Rdiger, im Gebirge zum Beispiel. Die hat unser Bursche nicht, zum Glck, denn sonst htten wir wirklich neu an- fangen mssen. Trotzdem! Wir kriegen ihn nie und nimmer da weg! Okay, da sind ein paar Stelle n mit Kies, aber er pat nun mal nicht in unser Rohr, und auerdem kann er zehn oder 210 die fr ihr Weiterkommen so entscheidende Randzone ab. Schlielich nickte er ein paar mal und sagte dann: Ja, es Was? Das Sprengen? Wieder nickte Rdiger. Aber die Ramme kann das nicht bertnen! Und falls doch, dann sieht man die Sprengung! Die Erde wird auf- reien, und die Brocken werden durch die Gegend flie- Nein, nein, da gibts keinen Lrm, und da fliegt auch nichts durch die Luft. Wir we rden den Stein ganz leise 211 fllen, ist unser Stein schon im Laufe des nchsten Tages , na ja, nicht gerade atomis iert, aber doch in kleine, transportable Brocken zerlegt. Man hrt nichts, und da 212 Um kurz nach zehn Uhr hrten sie ein Auto. Pierre sprang auf und lief zum Fenster. Leute, er ist da! Auf dem Rcksitz stapeln sich jede Menge Tten mit wie heit das Zeug? BRISTAR, sagte Golombek. Mittlerweile standen sie al le am Fenster und sahen zu, 213 214 sagte Rdiger. Ich werde euch schon wecken, wenn er aufgibt. Golombek befand sich wieder ganz hinten. Er lag auf dem Rcken und starrte an die sthlerne Decke, die sich wak! dachte er. Manchmal ist mi r, als habe dies alles, der Stein, die Lcher, das gespenstische Licht, das Warten , als habe es mit dem VX gar nichts mehr zu tun. Was Ka- tharina wohl sagen wrde, wenn sie uns hier liegen she? Ob sie , ob sie mich und die anderen verraten wrde? Was sie wohl gerade macht? Ihm fiel der Stacheldraht hatte, er habe ihn um sein Be nur ein erotischer Probier- spa, zu dem auch die seltsame Umgebung ihren Teil bei- trug und bei dem ich nicht mal zum Zuge kam. Ich bin nicht sicher, da es sich wiederholen wird, ob nun im Grubenschacht oder auerhalb. Eigentlich ist es doch nur Katharina, die wirklich zhlt! Mit dem Gedanken, da 215 der Mchtigkeit des Steins Kraft, die dem Brocken zu Le ibe ging, war es dennoch ein Der neue, sich diagonal erstr eckende Ri wurde sichtbar, Aber das Grundwasser mu doch viel tiefer liegen! Tut es auch. Rdiger schob ihn mit der Linken noch weiter zurck. Rechts hielt er die Lampe in die Hhe. Das ist Schichtwasser, nicht ge fhrlich. Es ha t sich hinter 216 groes Stck heraus und kippte nach vorn. Er fing es auf, und das war gut. Der Schlag gegen die Stahlrhre zu die- ser Stunde und so nah am Camp htte womglich Alarm ausgelst. Behutsam legte er das schwere Stck vor sich sagte er. Ich schlage vor, ihr sagt Igor und Pierre Besche id, und dann luft erstmal die OPERATION MATRATZE. Sie wissen, Herr Golombek, was ich meine? Klar, den Transport durch den Tunnel, nur leider noch nicht mit der Granate, sondern mit Steinen. Genau! Haben Sie eine? Auf dem Dachboden ist bestim mt was Brauchbares. Ich seh gleich mal nach. ch eine Plane mit, in die wir die Steine einschlagen! 217 kleine Tr in die Halle gesc hlpft. Er lief auf Golombek zu und sagte: Da ist ein Herr Fehrenkamp, der Sie spre- chen will. Er guckt sich die Arbeiten am Schwimmbad Golombek wandte sich an alle : Keine Panik! Wir brau- chen nichts abzudecken, knnen sogar weitermachen. Es ist ein Freund. Er wird nich t in die Halle kommen. Er verschwand, begrte Markus Fehrenkamp am Schwimm- 218 doch in so geringer Tiefe Grundwasser nicht, nur eine n alten Flulauf, den mein Grovater, als er hier baute, 219 Ich hoffe, da sie bald aus unserer Gegend verschwin- den. Gewisse Aussichten bestehen ja dafr, denn es heit doch, da man die chemischen Waffen in die Abrstungs- Ja, so heit es. Aber es gibt auch die Version, da zum Beispiel die in der Bundesr epublik lagernden Bestnde 220 Aber andere glauben es, und darum geben sie nicht nach. Ich finde, man mu ihnen das Recht auf ihre Sorge Und was ist mit Sorge? Es gibt so viele Unru- heherde in der Welt, den Nahen und den Fernen Osten, Lateinamerika, Afrika. Stell dir mal vor, alle diese Leute htten die Atom-, die Bio- und die Chemiewaffen in Hn- den! Auerdem, je mehr davon produziert wird, desto gr- er ist die Gefahr, da eine Gruppe von Kamikaze- Kmpfern in ihren Besitz ge langt. Glaub mir, Markus, es gibt keinen vernnftigen Grund, einen so teuflischen Trumpf im rmel zu halten. Irgendwann passiert es, da die Karten anders verteilt Ende. Wir haben das VX-Gas hier vor der Tr, und darum 221 vom Verstand? Der wrde mir ja doch nur einzuhmmern versuchen: Es hat alles keinen Zweck! Nein, mein Lieber, die Gefhle sind das beste, was ich habe, und darum be- kommen sie den Vortritt. Wollen wir eine Partie Schach spielen, damit du dich beruhigst? Ich will mich ja gar nicht beruhigen. Ramme machte eine Pause. Fehr enkamp stand auf, trat ans Fenster, sah hinaus. Welche Firma hast du da eigentlich engagiert? Ich kenne keinen Die sind auch nicht von hier . Ich habe mir verschiedene Angebote kommen lassen, und diese Leute gaben das gn- Und wann ist die Einweihung? 222 wrde der Tunnel in vier Tage n fertig sein. Das wre ein Dienstag. Und wenn sie es da nn schafften, die Halle in- nerhalb von zwei Tagen wieder in den alten Stand zu ver- 223 e von Resolutionen zu diesem man sei mal wieder ganz nah dran. Und dazwischen liegen ungefhr zwei Dutzend Be- 224 schlsse, die alle nicht einge gegen die chemischen Waffen sind so alt wie die chemi- 225 Das gehrte zu meinem Studium, und eben weil ich mich so gut auskenne, mach ich diese Arbeit hier. Aber wenn die Chronik der gescheit erten Versuche Sie nicht berzeugt, dann gibts da auch noch eine ganz andere Per- spektive. Vielleicht schaff ichs mit der. Wir Menschen haben nun mal den Drang, von Fort schritt zu Fortschritt zu taumeln. Wir haben das Auto erfunden, das Flugzeug, die Raumkapsel; das Telefon, das Radio, das Fernsehen; wir heilen nicht nur Krankheiten, sondern verpflanzen Organe, op, geschweige denn ein Zu- rck. So haben auch die Chemiewaffen ihre Entwicklung durchlaufen, vom einfachen Lahmleger wie Trnengas ber die Psychodrogen LSD und Mescalin bis hin zu den dreiiger Jahre. Ich hab mal einen Film gesehen; da hatte man eine Katze auf den Trip geschickt. Das Erge bnis: Sie litt unter Halluzina- tionen und nahm Reiaus, sobald sie irgendwo ne Maus sah. bertragen Sie das mal au f eine Kompanie Soldaten, die einen Sttzpunkt halten so ll! Na ja, und so ging es immer weiter. Aus den Organophosphor-Verbindungen, nglich nur als Pflanzen- schutzmittel gedacht waren, entstanden dann schlielich die heutigen Nervengifte wie Tabun, Sarin, Soman und auch unser VX, und damit lassen sich Kriege im Handum- drehen gewinnen. So ein Mittel wird die Menschheit doch nicht freiwillig aufgeben, jedenfalls nicht auf dem Weg Vertrge! Wie also dann? Nur durch die Katastrophe! Aber die wrde mittlerweile so verheerende Folgen haben, da sie als Lektion natrlich zu drastisch ausfiele. Darum und die fhren wir herbei! Wir schrecken die Menschen auf, indem wir sie eine Wei- 226 le in der Angst leben lassen, Kommt Ihre Frau bald wieder? Er sah sie erstaunt an. Warum willst du das wissen? Ich mache mir Sorgen. Marianne ist nicht mehr da, Ihre Frau ist weg; so lange war sie allein noch haben hier die Bauarbeiten am Hals. Sie sehen nicht ge- sund aus, rauchen auch zuviel . Ihre Aschenbecher sind 227 gehend, und meine Frau wird ba ld wieder hier sein. Nun Er war wieder allein, sttzt e sein Gesicht in beide Hn- 228 zum Beispiel an jenem Tag, al s er whrend der Semester- 229 mals noch nicht als Bibliothek diente. Dort hatte der Va- ter, uerlich noch sehr r uhig, den Sohn mit Handzeichen in einen der Sessel dirigiert. Frank hatte Platz genommen. Der Vater war stehengeblieben, hatte wohl den Blick von oben nach unten gewollt. Und dann war das kurze, aber 230 Tausende sterben, und ich mu mir sagen: Frank Golom- bek, du hattest die Gelegenheit, eine Granate aus dem Camp zu holen und die deutsche ffentlichkeit zu warnen und dadurch vielleicht den Abtransport der Kampfstoffe in Gang zu bringen, und hast es 231 232 Licht, kehrte zum Fenster zurck. Die Gestalt war weiter- gegangen, ein paar Schritte nur, stand nun neben der Ze- mentmischmaschine, halb verdeckt vom Schattenarm der Ramme. Na gut, warum sollte nich t einer von der Gruppe vor dem Schlafengehen einen Rundgang ums Haus machen? Aber wenn es nun ein Fremder war? Man mute es ber- Golombek ging in die Reithalle. Aber sie war leer. So stieg er vom Stall aus die Tr eppe hinauf und klopfte an Roberts Tr. Auf das Herein 233 Einsperren, bis wir hier mit allem fertig sind. Wir kn- nen es nicht riskieren, ihn laufenzulassen. Oder sind Sie anderer Meinung? Golombek mute sich eingest ehen, da Robert recht hat- Kommen Sie, ehe er uns Sie liefen nach unten, trat en durch die Verandatr hin- aus, die sie nur so weit ge 234 Wir tragen ihn ins Haus, sagte Golombek, und dann lassen Sie mich bitte mit ihm allein. Warum? Roberts Tonfall klang gereizt. Ich kann es 235 Behandlung Zeit, obwohl er wut e, da Robert, der hinter dem Schreibtisch auf dem Teppich sa, ungeduldig auf 236 Gibst du mir darauf dein Ehrenwort? Joseph streckte die Hand aus, aber Golombek sagte nur: Schon gut. Dann fragte er: N icht mal Laura hast du es erzhlt? Wieso denn Laura? Das ist ganz was anderes. ber solche Sachen sprechen Wie bist du berhaupt darauf gekommen, da da ir- gendwas nicht in Ordnung sein knnte? Neulich kam der eine ich glaub, er heit Rdiger , also der, der die Aufsicht hat, mit seinem Kombi abends hier an. Und er hatte BRIST AR geladen. Habs auf den Tten gelesen. Ich kam nmlich grad vom Handball zu- rck und war noch oben an der Strae, als er einbog. Und BRISTAR, das wei ich zufllig, weil mein Bruder auch vom Bau ist und mir davon erzhlt hat, also BRISTAR ist ein Sprengmittel. Da hab ich mir gedacht: Will doch mal sehen, was die denn blo sprengen wollen! Joseph, weit du eigentlich, was die Amerikaner hier Wer wei das nicht in dieser Gegend! Chemiewaffen. Genauer! Hab mal zugehrt, wie Sie mit Rademacher und Hb- Ja, VX. Und nun sag ich dir was! Die Leute, die hier auf dem Bau sind, gehren zu mir. Wir arbeiten zusam- men. Wir wollen in das Lager der Amerikaner eindringen und versuchen, eine Granate rauszuholen. Damit wollen wir dann an die ffentlichkeit gehen, um zu erreichen, da 237 kaputt, sondern wir alle ko mmen hinter Schlo und Rie- gel. Du hast es rausgekrie gt, Joseph, und was sollen wir nun machen? Ich sag keinem was davon. Wirklich nicht? Ich verspreche es. Ich gla auf mich verlassen knnen. Wenn Sie wollen, mach ich sogar mit. Dann steck ich genauso mit drin und mu also 238 Ich geb dir morgen frh einen Schlssel fr die kleine Tr. Aber wir knnten natrlich auch sagen, da du wegen deines Unfalls erstmal liegen mut. Nein, ich will mitmachen! Joseph stand auf, schwank- te zunchst ein bichen, aber dann fand er Halt. Golombek gab ihm das VALORON-Flschchen. Die Tropfen wirken unge fhr vier Stunden. Wenn die rum sind und die Schmerzen wiederkommen, nimmst du nochmal dreiig Tropfen. Als Joseph gegangen war, kam tisch hervor. Alle Achtung, Sie haben Ihre Leute im Sie sind also beruhigt? Ja, aber ich werde ihn trotzdem noch eine Weile unter nicht doch zu der Frau geht! Ab morgen, wenn er mit da bei ist, sieht alles anders aus. Falls eine Gefahr besteh t, dann vor allem fr diese eine Nacht. Aber er darf es nicht merken. Es schafft keine gute At- mosphre, wenn man Vertraue n mit Mitrauen beantwor- 239 Dieser Raum ist nmlich fr solche Gesprche am be- 240 ils nur Ja ode r Nein sein durfte. Was, wenn er als Zu schauer an der Sendung teil- nhme? Irgendwann wrde er seinen Platz verlassen, auf die Bhne gehen, den Anwesenden und den Millionen Fernsehzuschauern die zu ei ner handlichen Taschenbombe umgebaute VX-Granate zeigen und ihnen erzhlen, was es Lemmert hatte seinen freien Tag, geno ihn jedoch, wie gewohnt, nur halbherzig, weil es schon so oft geschehen war, da man ihn trotzdem gerufen hatte. Dann ging es 241 natrlich immer um irgendwelche Notstnde, und die brachten nun mal die rgernis Es hatte den Anschein, da es diesmal gutgehen wrde. Es war schon zehn Uhr am Ab 242 gepret worden, und zur selben Zeit hatte im westfli- 243 Dem Toten fehlte der Nagel des linken Mittelfingers. Er 244 Dakota angerufen. Vorher hatte er sich bei Colonel Morri- son erkundigt, ob die Eltern vom Tod ihres Sohnes ver- stndigt worden seien. Das waren sie, und so hatte er sich die Telefonnummer besorgt und von seiner Dienststelle aus mit der Frau telefoniert, die einst zur gleichen Zeit wie seine Mutter in den Wehen des Gesprchs: Jeff Haggerty ha tte das Segeln nie erlernt, und deshalb stand so gut wie fest, da nicht er es gewesen war, der die Unterredung mit dem Bootsverleiher gehabt 245 gung, aber daneben formte sich im Brummschdel des schniefenden und hustenden und wahrscheinlich auch noch vom Fieber befallenen Cornelius Lemmert ein neuer hatte. In einer dritten Rubrik 246 Ruth Silbermann, oder wie immer die Dame heit, wird schen den drei Mnnern, und es heit GY 350, das Muni- tionslager von Wasloh. Ich fre sse einen Besen, wenn es zwischen den drei Aktionen, bei denen jedesmal ein De- pot-Kundiger durch ein Weibsbild verlockt wurde, keinen ersten Prchen sind per- du. Braden ist tot, und Ruth S ilbermann hat sich in Luft kennen wir nicht. Aber Morrison und Frau Golombek sind am Leben! Natrlich empfiehlt es sich, erstmal mit dem zu sprechen. Ich hoffe, er ist bereit, mir was zu erzhlen. Von seiner Rammelei wi ll ich ja gar nichts wis- sen, aber vom Drum und Dran! Er holte aus seiner Jacke, tion gar nicht leisten kann. Wrd en Sie mir bitte erzhlen, 247 auf welche Weise Sie Frau Golombek kennengelernt ha- ben? Woher wissen Sie berhaupt von meiner Verbindung zu ihr? Wir haben davon erfahren. Natrlich nicht als Ergebnis einer Observation. Die steht uns nicht zu, obwohl eine Bedrohung Ihres Depots ganz vitale deutsche Interessen berhrt. Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob ein in der Bundesrepublik gelegenes US-Territorium eine Funk- station, ein Hospital, einen Kindergarten beherbergt oder ein Giftgasdepot, denn wenn das Ding bei einem Anschlag in die Luft fliegt, sind m it Sicherheit tausendmal mehr Flle, in denen ein Kon- takt zwischen A und B von A angestrebt wurde, B aber doch der heimliche Initiator war, ohne da A es bemerk- Herr Lemmert, fr wen halten Sie mich? Okay, okay, ich will Ihnen ni Das hatte ich ja bereits fest gestellt, aber warum war sie 248 kurzlebig? 249 hen und dann auszuhorchen, htte er es zu der Auseinan- Sind Sie sicher, da der Krach mit Ihnen und die Reise der Frau nicht nur taktisch e Schritte waren, Ablenkungs- manver? 250 4. Teil 251 Mittwochabend. In den vergangenen Tagen und Nchten hatten mehrfach schwere LKWs den Hof verla ssen, beladen mit Maschi- nen, mit briggebliebenem Baum aterial, mit Bergen von Sand, Kies und Gesteinsbrocken. In der Reithalle standen nur noch die Gertschaften fr ein Turnier, das niemals stattfinden sollte. Auch die Presse war abgezogen worden, und das war fr Frank Golombek so gewesen, als verliee ein groer Magier, nachdem er seinen Partnern und ihm 252 schwierig gewesen, sich jense its des uersten Rohrstcks mit Schaufeln und Spaten weiter voran und dann nach oben zu arbeiten. Je hher hina uf sie gelangt waren, desto mehr war die Gefahr gewachsen, da das Erdreich ber ihren Kpfen einbrach. So hatten sie immer zugleich schaufeln und sttzen mssen. abreichte. Bei Beginn der Aktion wrden sie ihn mit ver- einten Krften anheben und so 253 Dann werden wir das Sehrohr testen. Unser Informant f der wir herauskommen, im Schatten liegt. Die Straen und Bunker wie auch die Un- terknfte der Gis sind beleuc sen, auch so manche Aktion, bei der man Soldat spielt oder Seemann oder Trapper. Fr das, was wir vorhaben, mu man das lautlose Anschl eichen beherrschen, ebenso und das sofortige Wieder-in- Deckung-Gehen. Sie gehren zu den weien Jahrgngen, waren fr den Krieg zu jung und fr die Bundeswehr zu 254 wichtiger! Sie helfen bei der Entgegennahme der Granate, sorgen dafr, da sie ordnungsgem verladen wird. Das keiner hinterherzulaufen, sondern es gengt, wenn die Fuhre von der Halle aus per Seil durch den Tunnel gezo- gen wird. Sie lie Golombek los, sah ihn fragend an. Er wich ihrem Blick aus, war enttuscht. So viele Jahre hatte er vom Eindringen ins Depot 255 ein imitiertes Katzengejaule, und dann schlpft einer von uns in den Bau, nimmt die Schlssel an sich und ver- 256 Er schob das Periskop weiter in die Hhe. Wieder der Sehen Sie schon die Grasflche? fragte Golombek. Nein, und dazu wird es auch gar nicht kommen, denn Wieder ein Stck hinauf und wieder die Drehung, doch diesmal nicht ganz herum. Da! Ich sehe eine beleuchtete Er drehte sich weiter herum, 257 mehr, nicht dabeisein zu knne n, wenn es galt, in das ein- stige Terrain seines Dann kam Nadine an die Reihe. Als sie ihren Rundblick 258 fen die wohl endlich, da sie dieses Kuckucksei der Ame- r in ihrem Nest dulden drfen! Ach was, ich htte das gar nicht zu sagen brauchen, weil sie von Anfang an dabeigewesen wre! Er stand auf, ging zum Haus 259 Mal sehen. Ich wei es noch nicht. Ich hatte heute abend einfach nur das Bedrfnis, mit dir zu sprechen. Denkst du auch so viel an Marianne? Ich begreife nicht, da ausgerechnet die beiden Men- schen, deren Trauer um Marian ne gleich gro ist, nmlich Immerhin gab es den Frank, vielleicht ist es so, da jemand, der sein Kind 260 Am Donnerstagabend um 19.45 Uhr kam Cornelius Lem- mert auf dem Flughafen von Ibiza an. Er hatte kein groes 261 Am Clubeingang wurde die Sc hranke gehoben. Die An- meldung erledigte er in dem bekam den Schlssel. Der W rter beschrieb dem Taxifah- 262 Weil du das, was mir an unserer Ehe das Liebste ist, 263 undsiebzig Traktoren; wenn er in Bremen auf dem Woch enmarkt eintreffe, knne er seine Fracht wahrscheinlich so wieso gleich auf den Mll kippen; aber versuchen soll e man es doch wenigstens, der erstmal in alle Kisten gucken wolle. Ja, so jammerte der Mann herum. Er machte wirklich einen verzweifelten runterzuziehen, aber dann juck t mich pltzlich dieser idio- tische Jagdinstinkt, und ich sag: Okay, eine Kiste, und Ich zeig noch drauf und sag: Diese! Und da, ganz pltzlich, ohne bergang, ohne ein weiteres Wort, zieht er unter dem grnen Gem- sehndlerkittel die Pistole her vor. Ich krieg das grad noch mit, als ich mich an die Kist e ranmachen will, nur so aus dem Augenwinkel, schmeiߒ mi 264 und auch ohne Gefahr frs eigene Leben? Cornelius Lemmert gab sich auf diese Frage sogar eine Antwort, eine, die er einem glaub, es ist tatschlich mein verflixter Widerwille gegen alle krummen Touren dieser Welt, denn das Geld kann es nicht sein, weils nie hinrei cht bis Ultimo. Und Abenteuer- lust ist es ebensowenig; dazu ist das, was mir tglich un- terkommt, einfach zu abscheul ich. Ja, es stimmt wohl, da ich mich aufgerufen fhle, wenn die Dealer und die Killer unterwegs sind und unsere Stra Wildbahn machen. Eigentlich deutsche Typ, der da vor eini ger Zeit in der New Yorker U-Bahn rumgeballert hat, und wenn meine Chefs das w- ten, wrden sie mich feuern. Al so, Jeff, ich krieg die Leu- 265 stimmen natrlich auch nicht mehr, seit Olga weg ist. Wieso beraten die Verkufer heute eigentlich nicht mehr? Ich frag: Haben Sie ne Hose fr mich? Und die Kleine Und macht ne Daumenbewegung, die genausogut be- deuten knnte: Raus! Ja, und nun hab ich diesen kackgel- ben Wohnsack, weil er so schn bequem wirkte. Na, we- nigstens das Hemd reit mich ein bichen raus, elfenbein- Er trat vom Spiegel zurck, und beim Hinausgehen dachte er noch: Vielleicht bi n ich ja auch blo deshalb Polizist geworden, weil ich mir Respekt verschaffen woll- Er verlie das Haus, ging die schmale, asphaltierte Stra- e entlang. Schon nach wenigen Schritten hatte er die Nr. 266 platten glnzten wie poliert. 267 auf die vor ihr stehende Gestalt, schob sogar die Tr wie- der ein Stck zu, schlo sie jedoch nicht, sondern stellte nach drauen, hnlich wie er se lbst vor einer Viertelstunde an dem Vorhang vorbei in ihr Zimmer gesehen hatte. Guten Abend, Frau Golombek! 268 der einzige, der hierherkommt. Bleiben Sie lnger? Noch ein paar Wochen. Und bei Ihnen ruft also schon Leider. Er fand sie jnger, als er sie in Erinnerung hat- te, fand sie hbsch und jugendlich in ihrem Strandkleid. 269 zu antworten, knnen mich ra 270 um das Wiedererkennen einer bestimmten Handschrift. gar bereit, einem Kaufhaus m itzuteilen, wie oft er seine 271 Unterhosen wechselt. Entschuldigen Sie, ich wollte die Lage nur anschaulich mache n, werde nun auch nicht wei- ter abschweifen. Ein wesentli cher Teil unserer erken- nungsdienstlichen Arbeit befat sich also mit der berein- stimmung von Merkmalen, und nun passen Sie auf! Bra- 272 Morrison nennen und als Mittel das Reiten, bin ich ja wohl danke brigens fr die attraktive Frau die dritte Kontaktperson, nicht wahr? Frau Golombek, ich verdchtige Sie nicht. Sonst hatte ich es wirklich anders gemacht. Ich mchte Sie nur fragen, ob Sie vielleicht, ohne es ge wut zu haben, mibraucht worden sind. Wurde Ihr Kont akt zu Morrison mglicher- weise durch einen anderen angebahnt? Mein Gott, durch wen denn blo? Vielleicht durch Ihren Mann? 273 Haben Sie von dem Fall Haggerty gehrt? . Das Paar Nummer zwei. genber diesen Haggerty nicht erwhnt? Am Telefon zum Beispiel? Okay. Lemmert trank sein Glas aus. Dann will ich Katharina erhob sich ebenfa lls. Die Flasche Mineral- wasser, soll ich sie Ihnen mitgeben? hatte. bermorgen will er auch mit dir sprechen. Ja, Lemmert. Und es war, auch wenn er es abstritt, ein Verhr. Er wollte alles wisse n ber Morrison und mich 274 und hat da eine verblffende Theorie, die sich aus drei gleichgelagerten Fllen aufb aut. Braden und die Tennis- spielerin. Dann ein Haggerty vom Depot, der mit einem Mdchen segeln wollte und ebenfalls umgebracht Und nun Morrison und ich! Und er fragte mich doch tatschlich, ob hinter meiner Bekanntschaft mit dem Ja, du! Eine absurde Idee, nicht? Aber von der Logik her finde ich seine Schlufol gerung gar nicht mal so ab- Ja, Haggerty. Leute, von denen Lemmert sprach, sollen ihn mit dem 275 Lemmert zog sich bis hinter die Hauswand zurck, ver- harrte noch eine Weile. Aber es gab kein zweites Telefo- nat. Er ging zur Strae, wart 276 Entwicklung informieren sollte, beschlo dann, es nicht zu tun, wollte um keinen Preis den Eindruck erwecken, er sei der Schwachpunkt des Unternehmens, die anfllige Stelle. Er sah auf die Uhr. Fnf nach halb zwlf. Um eins woll- 277 Er wollte Joseph mitnehmen. Den beiden anderen Ange- stellten wie auch Laura hatte er erzhlt, er fahre mit sei- nem Stallmeister nach Wien, um ein paar Pferde einzukau- fen. So wrde Laura fr einige Tage die Chefin sein, was ihr, wie sie sagte, sehr gefiel, und Rademacher und Hb- ner sollten sich um die Tier e kmmern. Laura hatte sogar fr Joseph und ihn Proviant eingepackt; der lag auch schon im Auto. Immer wieder mute er an Katharinas Anruf denken und an die bestechende Logik des Falben, der mit den drei Prchen umging wie mit Gliedern einer mathematischen Gleichung. Katharina, dachte er, scheint ihn davon ber- zeugt zu haben, da er sich in ihrem Falle geirrt hat. Sonst wren sie wohl schon hier, denn wenn dieser Verdacht 278 der Granaten hatte Robert in Hnden! Es hie zwar, Nadi- nes Schwester Vronique habe sie zur Verfgung gestellt, aber wrde ein amerikanischer Offizier je so weit gehen, da er seiner Frau solche Einzelheiten mitteilt und ihr der VX-Granate berlt mit der ganzen widerliche n Nomenklatur wie PUSHER PLATE, RAPTION DISC, FU ZE und was da sonst noch alles auf dem Bogen stand? Und auch, da ein ganz be- stimmtes Terrain des Camps vom Licht der Straenlampen eser Mensch erzhlt haben? Ihm war hei geworden. Er stand auf, zog seine Joppe aus, hngte sie wie in Tran 279 Tunnelbauer knnten verkappte surd. Dazu waren sie viel zu umgnglich. Und berdies: Eine Terrororganisation wrde niemals zwei Wochen lang mit Leuten zusammenarbeiten, die hinterher in der Lage Die behbige Standuhr in der Diele schlug halb eins. Er hrte den tiefen, dumpfen Kla ng bis in die Kche. Eine halbe Stunde noch, dachte er, und wir versammeln uns! Zwei bis drei Stunden spter haben wir, wenn alles gut- Er zog die Jacke wieder an, ging nach drauen zu seinem ug, warf die Jagdstiefel in den Kofferraum. Dann sah er noch einmal aufs Armatu- 280 wute er, war mit seinem Helfer bereits abgereist. Bald ist es soweit! empfing ihn Robert. Eine knappe 281 derlich hielt als fr hilfreich, jedenfalls bei einem Einsatz wie dem bevorstehenden, sagte aber nichts, wollte sich Um kurz vor eins gingen sie in die Halle. Robert teilte die Leute ein. Inzwischen war auch Joseph erschienen. Er erhielt die Aufgabe, zusammen mit Hilario die diesseitige Seilrolle zu bedienen und die Granate vom Schacht zum Auto zu tragen. Wo ist denn Pierre? fragte Golombek. Der hockt schon im Unters und macht da alles klar. Die beiden Russen legten den Schacht frei. Golombek sah hinein, sah das Gemuer und den sthlern blinkenden Tunnelmund, und wieder einmal staunte er darber, wie perfekt die ganze Anlage geworden war. Flchtig erinnerte er sich einiger Vorbilder, dachte: Unterirdische Fluchtwe- ge gibt es wahrscheinlich schon so lange, wie es die Ge- fangenschaft gibt. Zwei Filme fielen ihm ein, der franzsi- sche mit dem Titel DAS LOCH, in dem Gefngnisinsas- sen versuchen, sich ins Frei e zu graben, und der amerika- nische THE BIG ESCAPE, in dem whrend des Zweiten Weltkrieges einige alliierte Offiziere durch einen mhsam geschaufelten Tunnel aus einem deutschen Kriegsgefan- genenlager fliehen. Aber ni cht immer ging es darum, hi- 282 Um Punkt ein Uhr stiegen sie hinab, Golombek als vor- de, von der an der Rollenachse sitzenden Vierkantnut ab- zuziehen und auf den Boden zu legen. Das schaffte Raum. Dann ging es im Gnsemarsch durch die Rhre. Robert war der erste. Er hatte eine Lampe um den Hals hngen, deren Licht in bizarren Must Weil jedes Gerusch vermieden werden mute, kamen sie nur langsam voran. Eine 283 machen. Nadine stellte sich jektiv nach oben. Als es die er forderliche Hhe hatte, hielt sie die Augen ans Okular, begann mit der Drehung. Wie gestern, sagte sie. Wir haben groartige Sicht! Ich erkenne die Strae, die H user, die Bunker. Das Auto ist heute nicht da. Die Panzer haben sich vermehrt. Es sind Auch Golombek hatte das Ca 284 285 Igor und Golombek blieben im Unterstand zurck. Go- lombek brauchte eine Weile, bi s er sich an die Dunkelheit gewhnt hatte. Von dem kompakten Russen neben sich konnte er nur die Kontur erkennen. Ich will mir das da drauen mal angucken, sagte er und brachte das Periskop in Position. Da das lange Gestnge des Gerts keine Fh- rung mehr hatte, mute Igor es festhalten. Aber nur ganz kurz, sagte der Russe. Wir mssen die Matratze in Position bringen. Stellen Sie sich vor, die Granate wird gebracht, und das Fahrzeug ist nicht start- Golombek trat vor das Okular . Er htte hinterher nicht erklren knnen, wie er es schaffte, den nur Sekunden whrenden, aber alles vernde kurze Filmszene vor seinen A ugen ablief, in sich aufzu- nehmen und dabei nach auen hin gelassen zu bleiben. Es mute der Instinkt sein, de r ihm eingab, da der Verlust der ueren Ruhe den Verlust des Lebens zur Folge haben wrde, denn nur solange er Igor glauben machte, er she nichts auer den vier durchs Camp schleichenden Part- nern, konnte er den wohl gefhrlichsten Moment seines bisherigen Lebens berbrcken und dann handeln! Er sah Nadine. Es gab keinen Zweifel, sie war es, denn der Posten vor den Panzern, ein Mann von normalem Wuchs, war fast anderthalb K opf grer als di e Gestalt in seinem Rcken. Und er sah das Messer, sah im reichlich einfallenden Licht der Stra enlampen fr den Bruchteil einer Sekunde den Stahl aufblitzen, und dann fuhr die einmal kurz hochgeschnellte Kl inge dem Posten in den Rcken, so da er zusammenbr ach. Sofort waren Robert, Pierre und Wladimir zur Stelle. Zu viert schleiften sie den niedergestreckten Krper vom Platz und legten ihn zwi- sah noch mehr: Gleich dar- 286 auf hantierten alle vier an 287 Er stieg wieder hinunter. Ihm 288 Natrlich, dachte er, so wie es 289 der ein paar Worte mit ihnen gewechselt. Welche der bei- 290 gendeine Gefahr? Wird sie sich fr den einen entscheiden- den Augenblick zu mir hinabbeugen, so da ich sie mit dem Pistolenknauf niederst recken kann wie den Russen mit der Kurbel? Oder wird sie erstmal die beiden anderen herbeirufen? Noch einmal robbte er ein Stck nach vorn, drei, vier Handbreiten. Dann erkannte er, da es Helga Jonas war, die da sa, Roberts Freundin, und da sie sich in einer fr ihn gnstigen Position befand. Wenn er pltzlich in der Rohrffnung erschiene, wrde sie ihn nicht gleich sehen. 291 sunken lockerte er den Griff, lie sie langsam zu Boden 292 Rohrstcke und Schneckensegmente zu verdecken, stan- 293 cher wie bei jemandem, der nach langer Krankheit zum 294 295 ker, bei denen die Stromkreis e ber die Summer geschlos- sen wurden. Die Weckzeit war bei allen fnf Anlagen auf 3.03 Uhr eingestellt worden. Und sie hatten sich den Schlssel fr den VX-Bunker beschafft! In dem von Hag- gerty als Wachstation bezei 296 Schatten der Bume bis zum Bunker Nr. 26 vorgedrungen. Dort hatte Zayma in die li nks neben dem Eingang ange- brachte Schalttafel die Zahl eingegeben und dann die Tr Dienstgesprche, nachts weniger, aber dafr quatschen sie dann manchmal miteinander, bldeln aus Langeweile an ihren Telefonen herum. Nur die Kontrollanrufe laufen natrlich przise ab, immer zur vollen Stunde. Es war 297 Schacht. Als Robert und Zaym a sich hinabbeugten, um ihr Gescho an Igor und Golombek weiterzureichen, gab es den ersten Schreck, ausgelst durch die ins Dunkel gefl- sterten Worte: Ich bin es, Hilario. Was ist passiert? zischte Robert. Eine Panne. Golombek ist weg. Er hat Igor und Helga Sind sie tot? Das kurze Gesprch hatte sie nicht von der Arbeit ab- gehalten. Die Granaten waren auf dem Fuboden des Un- terstandes abgelegt worden. Trotz der Nachricht vom Tod seiner Freundin lie Robert nicht einen einzigen Moment 298 Wladimir nickte. Das Schieben bernehme ich. Beim Luftschacht werde ich dich ablsen, sagte Hila- Sie klappten das Periskop zusammen, legten es ebenfalls auf die Matratze, klemmten es unter die Schnre. Die Lampe lieen sie hngen, lschten nur das Licht. Auch die Robert zog an der Leine, zog sehr krftig, bis er fast ei- 299 300 seitigen. Sie schleiften La ura, Joseph, Hbner und Rade- macher an den Schacht, kippten sie ber den Rand. Als 301 Nach Erreichen der Landstrae trennten sich die beiden Wagen. Der Granatentransporte r bog nach rechts ab, der andere, in dem Robert, Zayma, Wladimir und Igor fuhren, Die beiden Russen saen im Fond. Wladimir, der seinem Landsmann den Overall abgestreift und ihm eine Jacke 302 Vermutlich. Ich halte das fr ausgesch lossen. Er wre dann nicht mitgegangen, htte Angst um sein Leben gehabt und auch um das seiner Leute. Ich glaube viel eher, da er erst im Robert wandte sich nach hi nten: Ist Igor immer noch 303 die Gegenseite nicht! Ich bin sicher, schon heute wird man sein Gestt auseinandernehme n. Und selbst wenn man den Tunnel nicht gleich entdeckt, wird man Golombek auf jeden Fall mit dem Anschlag in Verbindung bringen. Aus drei Grnden: Er gilt als erbi tterter Gegner des Depots. Er hat das Schwimmbad gebaut. Und er ist mitsamt seinen Leuten verschwunden. Besonders der Bau des Schwimm- bads wird bei den Amis wie bei den Deutschen die Denk- nicht, und folglich hatte der Krach eine ganz spezielle Au fgabe. Von dieser Erkenntnis aus ist es dann nur noch ein wi nziger Schritt bis hin zu dem Schlu, da ganz in der N he eine zweite Baustelle existiert haben mu. Aber die 304 den Tatort verlassen haben, knnen sie nur rekonstruieren: Polizei das Problem, da si 305 Um 3.10 Uhr war fr Frank Go lombek erneut ein Moment des Aufatmens gekommen. Er hatte die Grenze passiert. Der deutsche Beamte hatte ihn durchgewunken, ohne ei- nen einzigen Blick in seinen Pa geworfen zu haben, und der franzsische hatte nur kurz hineingesehen und dann eine gute Weiterfahrt gewns cht. Diese Hrde war also genommen! Aber wie wrde es weitergehen? In sieben bis 306 sein Notizbuch auf, das er, zusammen mit Papieren und Bargeld, am Vorabend eingepackt hatte, und whlte. 307 um fnf Uhr zu einem vierze hntgigen Segeltrn startest. Du fhrst aber zum Flugha Bitte Katharina! Weil es ein Inlandflug ist, brauchst du 308 Er hngte ein, ging zu seinem Wagen, fuhr weiter. Vielleicht, dachte er, mu ich den VOLVO drangeben, nn versuchen, ber die gr- ne Grenze zu kommen. Natrlich kann ich ihn nicht ein- fach auf der Strae stehenlassen, jedenfalls nicht in Grenznhe; dann wrde die Polizei sofort auf Spanien tippen. Nein, ich mte ihn in einem abgelegenen Wald- stck verstecken oder sogar in einem See versenken. Schlielich fiel ihm auch noch eine bequemere Mglich- keit ein: das Auto in ein Par khaus von Perpignan zu brin- gen, in eins, das mehrere Decks hatte und in dem man bei 309 ten sich ja die VX-Daten und die Zeichnung besorgt, und s Schwester! Ob sie aus dem Osten gesteuert werden oder zur RAF gehren? Sie sind intelligent und sehen anstndig aus und tun trotzdem solche Dinge! Wieso? Nadine zum Beispiel! Ich bin die- sem kaprizisen Geschpf regelrecht auf den Leim gegan- gen. Na, und Robert und Pierre und die beiden Russen und dieser Hilario aus Sdamerika! Sie alle machen den Ein- druck von Shnen aus gutem Haus, wirken durch und durch wohlgeraten. Wie ist es nur mglich, da das Bse sich in einer so geflligen Form prsentiert? Kurz vor Dijon legte er eine Pause ein, fuhr auf einen 310 lich wre eine Meldung fr mi dort ab, nahm sich nur das Notwendigste aus seinem Kof- 311 fer und verstaute es in den Jackentaschen. Dann ging er zu 312 313 da er zwei Staatsgrenzen hi nter sich gebracht hatte und einer von vielen Passagieren wa r, lste sich allmhlich die Spannung in ihm. Die herbe Landschaft, die drauen vor- beiglitt, und die vielen, meistens spanischen, teils aber auch katalonischen und franzsischen Ortsnamen gaben ihm fr Momente das Gefhl, ni chts weiter zu sein als ein Nach einem guten Dutzend St ationen schlief er ein, wachte erst in Barcelona wieder auf. Er nahm ein Taxi und lie sich zur Plaza de Cataluna fahren, von der er wute, da sie in die 314 ngen? fragte er. Ja. Ich bin schon lange hier; hab da drben in einem Wann hast du den Club verlassen? Heute frh um halb fnf. 315 genau mit den Gstelisten; unsere richtigen Namen drfen Und wo liegt das Problem? Mir macht es nichts aus, ei ne Zeitlang in einer Absteige zu hausen, aber dir kann ich das eigentlich nicht zumu- Sie umarmte ihn. Lieber mit dir in einer Absteige als Danke, Katharina! Am besten, wir versuchen es im Barrio Chino zeigte auf den Kfig und sagte: Irgendwann bringt man auch mi ch hinter Gitter, aber ich bin froh, da ich noch frei bin und wir uns erstmal wieder- Sie waren seit vierundzwanzig Stunden auf ihrem Bio-Hof 316 Der Arzt hatte dann allerdi ngs noch eine Gehirnerscht- 317 rck. Er hie Patrick Henderson, war zweiunddreiig Jah- re alt, Sohn eines aus Sdengland stammenden und seit langem in Beirut ansssigen Ingenieurs und einer Libane- sin. So sah er auch aus, denn er hatte die langgeratene, teifen Briten und dazu schwarzes Haar und dunkelbraune Augen. Robert und denn sonst wrt ihr nicht hier . Trotzdem bleibt die Ge- schichte ziemlich heikel, und ich Moment, unterbrach Zayma ihn, was heit nicht transportabel? Wir haben doch 318 selbst wenn man sich bei lungen auf eine Beseitigung der C-Waffen verstndigt, wird es problematisch, weil niemand dafr garantieren kann, da beim Bewegen der Geschosse kein Gas austritt. Mglicherweise mssen sie an also ein Wagnis. 319 leitung. Ich knnte mir vorstelle n, da der Geschomantel aus Tombak besteht, also ist zwar zh, lt sich aber mit einem Stahlbohrer bearbei- ten. Und dann kommt es darauf an, ob der Inhalt der Gra- nate nur aus VX besteht oder aus zwei Ausgangskompo- Angeblich sind die Wasloher Bestnde nicht binr, aber wer wei das schon mit Sich erheit! Angenommen also, wir haben es mit zwei Stoffen zu tun, so mssen sie ge- trennt herausgeholt werden. Das heit, eigentlich wird nur die organische Komponente ge braucht, und die ist, nehme ich an, in Benzol lslich. In diesem Fall wrde ich die Granate im vorderen Drittel aufbohren und das Zeug mit Hilfe von Benzol herauslsen, das ich anschlieend durch Destillation wieder abtrenne n kann. Und ich mu im In- nern der Mine fr Druck sorgen, damit das Zeug bei ge- rf das Ganze sein? Ein bis zwei Kilo. Das lt sich machen. Wieviel VX kann man darin unterbringen? fragte Zayma. Genug jedenfalls, um ein Ch aos anzurichten. Es wird mit Sicherheit der folgenschwerste Anschlag in der Ge- 320 schichte des Terrorismus. Je spektakulrer die Sache is zum Beispiel, die von Stahlpla tten abspringen und dann herumschwirren wrden, bleiben in Aluminium stecken wie in einem Klumpen Butter. Und was machen wir nun? fragte Zayma. Ist es ein Konvoi? wollte Henderson wissen. habt ihr Mglichkeiten ge- nug, drft eben nur keine MTWs nehmen! Natrlich haben die auch Eisenteile, Motor und Achsen zum Beispiel, aber ihr braucht eine glatte Flche. Er machte eine Pause, fragte dann: Und ihr selbst? Se id ihr in Sicherheit, wenn 321 Das hngt unter anderem vom Wind ab. Wollt ihr die Mine eigentlich selbst unter s Fahrzeug kleben oder sie beim Drberfahren gegen die Bodenwanne springt? Robert winkte ab. Sie nur hinzulegen, wre viel zu un- sicher. Vielleicht nimmt de und da laden wir aus. Ich geh dann gleich an die Arbeit, 322 men. Vielleicht ist ein Blindg nger dabei, und eine zweite Mine geht womglich verlor rdem ist es bekannt als Sui- 323 Patrick, komm zur Sache! bat Zayma. Du wolltest Hast recht. VX ist E 605 hoch fnfzig oder noch mehr. Wie alle Akylphosphate, wirkt es durch die Blockierung der Cholinesterase, und zwar schon bei geringsten Men- gen, bei Mengen im Milligrammbereich. Die Betroffenen man helfen kann! Klar kennt man ein paar Sofortmanah- men, aber die stehen fast al le nur auf dem Papier. Zum Beispiel haben die Soldaten ihre hbschen ich glaub sogar: abwaschbaren ABC- steht alles, was die rmsten machen mssen, falls sie es mal mit einer solchen Kampfstoffwolke zu tun haben. Da tomatische Spritzampulle bereithalten und so weiter! Das mssen sie dann erstmal nachlesen, whrend sie schon taumeln und die Augen verdrehe n und Schaum im Gesicht Gibt es eigentlich, unterbrach Zayma den kruden Be- 324 scheinungen eindmmen. Und natrlich hat jede Klinik 325 war, instruierten sie die anderen, zu denen sich mittlerweile Rdiger und Fred ge- sellt hatten. Die beiden waren von Robert hingehalten worden mit der Bemerkung, er habe ihnen einen lukrati- ven Vorschlag zu machen, sobald der Klner Besuch wie- der weg sei. Er sprach ausfhrlich ber die Miniaturbom- ben, wechselte dann das Thema, sagte: Es ist klar, da Fanatismus er sich in den Dienst unserer Sache gestellt hat, ohne allerdings zu wisse n, was diese Sache war. Ge- nauso fanatisch wird er nun das Ziel verfolgen, sich an uns zu rchen. Er ist zwar ein Tr ottel, aber auch Trottel kn- nen gefhrlich werden. Wir m ssen ihn also in die Finger verlassen. Wir habens aber 326 gen. Ihr beide, Rdiger und Fred, mt ohnehin untertau- r euch dafr jede Menge Geld hinblttern. Werfen wir doch unsere Wnsche in einen Topf! Ihr nehmt die Jagd nach Frank Golombek auf, und wir zahlen euch pro Pe rson hundertfnfzigtausend Mark, die Hlfte im voraus. Fred war bla geworden. Aber wie wrde denn, ge- Robert zgerte nicht eine Sekunde mit seiner Antwort: Unserem Plan nach htte Golombek schon seit dreiig Stunden tot sein mssen. Das haben wir verpatzt. Also kann es nur darum gehen, das Versumte schleunigst nachzuholen. Und wenn er tatschlich zu seiner Frau ge- fahren ist, wird er ihr ne Menge erzhlt haben, und darum Du meinst, Rdiger rusperte sich, wir sollen die Wie sonst knnten wir verhindern, da sie auspacken? Auerdem steckt ihr beide so ti ef mit drin in der ganzen Sache, da es darauf nun auch nicht mehr ankommt. esen Dingen lngst abge- Wo sollen wir denn suchen? fragte Fred. Wie gesagt, erstmal auf Ibiza. Und wenn sie da nicht sind , er machte eine Pause, dachte nach, fuhr schlie- lich fort: Also, wenn ich mich verstecken mte, wrde ich immer eine groe Stadt nehmen. Von Ibiza aus gese- hen, ist die nchstgelegene Barcelona. Natrlich knnen sie auch woanders unterkriech en, aber mit Barcelona wr- de ich es zuerst versuchen. Ic h gehe davon aus, da sie in Spanien bleiben, denn nach i hnen wird mindestens so in- 327 gewaltige Klippe fr sie. andere Wahl hatten, als Flucht und Jagd miteinander zu verbinden und dafr eine hohe Summe zu kassieren. Doch auch der Gruppe brachte dies e Lsung einen Vorteil. Hel- 328 Komfort, zu dem auch Sauna, Solarium und eine Musikan- lage gehrten, war hier ein Ort des Unbehagens. Es gab zwar die Dusche, das WC und das Waschbecken, aber alles nur auf engstem Raum. Der Duschvorhang fhlte sich glitschig an und war an mehreren Ringen eingerissen. So beschlo Katharina, am nchsten Tag Putzmittel zu besorgen, weil sie Zimmer und Bad subern wollte. 329 wollte so schnell wie mglich runter von der Strae. Frank nahm das Blatt zur Hand, schlug es auf. Wie mgen sie an dieses Foto gekommen sein? fragte satzungssoldaten gettet. Obw ohl das Attentat mit groem t worden ist, hat sich bis 330 nen handelt. Vier von ihnen stts. Sie wurden, wie acht der neun amerikanischen Sol- Mord an dem ehemaligen Depotleiter Braden so- wie das Verschwinden und der Tod des in Wasloh statio- her Einwohner mit dem Attentat in Verbindung steht, ist 331 Zeugen beseitigt wurden. Katharina legte die Zeitung aus Er stand auf, legte seinen Arm um ihre Schultern. Aber sie sprte, das war nur eine losigkeit, und seine Worte besttigten diesen Eindruck: Was hab ich 332 Ja. Er wrde mich verstecken. Natrlich nicht in sei- nem Haus, auch nicht in sein er Fabrik, sondern auf dem Hof im Spessart. Du httest auf Ibiza bleiben sollen, bis Lemmert dich geholt htte. Und dann wre in die Zeitung gekommen, da wir keinen Kont akt hatten. Du wrest aus der Schulinie gewesen, und ic h htte auf Henrys Hof Nur Rosemarie und Niklas, und denen vertraue ich. Die wrden mich niemals ans Me sser liefern. Rosemarie htte mir Forellen gebraten und 333 stnden eingibt. Du hast, sa gte sie, auch einen Hof, entdeckst aber immer nur di Vergi nicht, ich hab einen unertrglichen Nachbarn, und bin, um mir den vom Hals zu schaffen, zum Mittter geworden. Armer Markus! Wird an die Tr gelockt und dann kaltbltig niedergeschosse n! Was fr ein furchtbares Jahr! Erst Marianne und dann Schlag auf Schlag! Alle diese Toten! Und wer wei, viel leicht werden es noch viel mehr! 334 5. Teil 335 Cornelius Lemmert hatte den Eindruck, der lange Flur seiner Dienststelle wre ein Schulkorridor, so lebhaft wie- selte es dort von Tr zu Tr. Und kaum sa er an seinem Platz, da ging das Telefon. Er wurde zu einem Gesprch 336 da es vorbeugende Manahmen so gut wie berhaupt nicht gibt? Oder wollen Sie eine totale Auswanderung empfehlen? Wohin denn? Nach Italien? Frankreich? D- nemark? Und was, wenn die beiden Granaten dann genau da hochgehen, wo die Leute in ihrer Kopflosigkeit hinge- rannt sind? Wrden Sie dafr die Verantwortung ber- nehmen? Buchner schlug auf den Tisch. Das ist doch eine mehr als alberne Hypothese! Auerdem: Was geschieht mit un- serer Zeitung? Bei uns ging der Bekennerbrief ein, und uns hat man aufgefordert, ihn zu verffentlichen. In vol- lem Wortlaut. Und fr den Fall, da wir es nicht tun, hat man uns Folgen angedroht. Bse Folgen. Wir wissen, mit welcher Brutalitt die VITANOVA vorgeht. Jeden, der ihr im Weg war, hat sie beseitigt, ob Soldat oder Zivilist. des Briefes unterschlagen, werden wir das ausbaden mssen. Wie, drfte klar sein. Oder vielmehr: Der Mglichke iten sind viele! Vielleicht packen sie uns eine ihrer Gr anaten ins Foyer oder legen unsere Redakteure um, auf der Strae, zu Haus, im Ten- nisclub. Wenn wir den Brief nicht in vollem Umfang brin- Es bleibt dabei: Sie bringen den Brief, lassen aber die Granaten-Stelle weg! Leider gi bt es nicht die Mglichkeit, ssage durch richterlichen rig, als an den Staatsbrger in Ihnen zu appellieren! Wenn Sie das VX erwhnen, tragen Sie die Verantwortung fr das in der Bevlkerung entstehende Chaos. Aber ohne den Hinweis auf die Granaten ergibt der Brief ja nicht mal einen Sinn! Rede von einem gezielten Vorgehen gegen amerikanische Einrichtungen in der Bun- desrepublik, vom Anschlag gegen das Wasloher Depot, 337 von der Liquidierung der Soldaten und der Beschdigung von fnf Panzern. Also brauchen 338 VX-Aktion einen Aspekt, der uns rtselhaft ist. Dr. Hler, Sie sind an der Reihe! diese Summe, so schtzen unsere Fachleute, ist in die S ache investiert worden , der hat Hintermnner, die sich das VX auch anderweitig und viel einfacher htten bescha ffen knnen. Ich glaube daher, da wir es mit einem jener Flle zu tun haben, bei denen der Besitz eine geringere Ro lle spielt als die Inbesitznah- me. Zum Beispiel kann es der VITANOVA darum gegan- gen sein, Anflligkeit vorzuf deutsche oder sogar die westeuropische Bevlkerung allergisch machen gegen die Lagerung chemischer Waffen und mglicherweise nicht nur chemischer. Wer in seinem sgranaten aus einem als sicher geltenden Depot erle bt, wird auch die von Atom- sprengkpfen befrchten. Jede Demokratie wird von Zeit zu Zeit durch Skandale erschttert, auch unsere. Die Be- 339 tr ist dann schnell zur Stel le und kann den Gefahrenbe- reich abriegeln. Es werden auch chemische Kampftruppen 340 chtigsten Flugpltzen in Bereitschaft gehalten, so da si e in krzester Zeit an jeden beliebigen Ort in Europa ge langen knnen. Un ser Land ist mit einsatzbereiten Komma ndos berzogen, und berall sind rzte und Chemiker dabe i. Und was die Schutzanz- 341 auftauchen. Denkbar ist eher der Abwurf aus einem Flug- zeug, und da gengt eine kleine Sportmaschine. Also ha- ben wir auch die Luftkontroll Privatflugzeuge drfen seit ge stern nur mit einer Sonder- genehmigung starten. Natrlic fahr, denn die Granaten knne n ja erstmal ins Ausland geschafft worden sein und dann zurckgebracht werden. Auerdem erstreckt sich unser Startverbot nur auf Flug- pltze. Mit anderen Worten, wir knnen nicht jeden Kar- toffelacker und jede Wiese unt er Kontrolle halten. Soviel zur Bedrohung aus der Luft. Es gibt aber auch noch eine ganz andere Mglichkeit, und die hngt zusammen mit dem, was Dr. Hler vorhin ausgefhrt hat, also mit der relativ einfachen Herstellung von VX. Es knnte sein, da die Terroristen schon vor ihrem Anschlag auf das Depot kleinere Sprengkrper mit VX, zum Beispiel Handgrana- ten, in ihrem Besitz hatten. Die bringen sie nun zum Ein- satz, geben aber vor, es hande lte sich dabei um die aus dem amerikanischen Lager ge stohlenen Bestnde. Eine mit allen Wassern gewaschene Terrorgruppe, die von der Logistik bis hin zum Geld und zu den Experten ber alles verfgt, was bei einem militrischen Einsatz erforderlich ist, kann sich in der Tat VX besorgen, ohne erst einen von vorhin aufzugreifen, die fundamentale Erschtterung 342 lich gegen einen anderen austauschen, so da die nchste Kundin, die von der Verkuferin besprht wird, aus den Schuhen kippt und qualvoll zu grunde geht. Und wenig spter ist der ganze Laden ein einziges Leichenschauhaus. Dann steht, in Verbindung mit den entsprechenden Publi- Das Gift stammt aus Wasloh! Darum wollen wir ja auch diese verdammte Granaten-Passage aus dem Bekenner- s ohnehin geben, aber je 343 cherchen im Club und im Yach ider keinen 344 htte: Im Ausland wre er damit nichts geworden. Und bestimmt wars eine Telefon- zelle, vielleicht eine in Tange r, vielleicht eine auf Grn- land, denn als Golombek anrief, war der Coup von Wasloh schon acht Stunden alt. Und verg 345 Ich finde, unsere Pechstrhne Doch, sagte Wladimir, aber eine, die nicht zu verfol- gen ist. Die Frau ist abgedampft. Angeblich mit einem 346 Ecke sitzt die Technik. Daneben ist das Studio fr die Moderatoren, und da haben wir die Lngsfront zur Strae Das ist ja irre, flstert 347 Wann brechen wir hier auf? fragte Wladimir. die nachts Radio hren, antw Auftritt nicht zu realisieren gewesen. Dann laufen zwei, drei Dutzend Figuren im Sende r rum. Hab es doch heute morgen erlebt! Der Mann ha t ne regelrechte Fhrung mit nur tagsber was los ist. Wirklich, dies hier ist unsere Chance, und wir knnen froh sein, da wir sie berhaupt gekriegt haben. Robert sagte vorhin, Moskau htte ihm via Stockholm ganz schn eingeheiz t, weil die Granaten in Nachrichten und Zeitungen m it keinem Wort erwhnt worden sind. Wir konnten ja auch nicht damit rechnen, da der Schei-WESTKURIER es wagt, die VX-Stelle zu kippen. Also mu schnellstens was anderes her, und die- sen Sender kannte Robert als einigermaen zugnglich. Da gibt es ganz andere, zum Beis piel solche mit Sicherheits- onen. In die kommt man viel- 348 Was passiert denn nun mit dem WESTKURIER? frag- te Sieglinde. Wir hatten den Leuten doch Vergeltung nen parat? Er selbst klopfte nur leicht gegen seine Jak- kentasche, in der die WALTHER steckte, aber Sieglinde zog ganz kurz den Pullover hoch und lie die im Hosen- bund steckende 7,63-er TOKAREV sehen, und auch Wla- dimir zeigte im Schutz der Nischenwnde seine 9-mm- Und die Plastiktte? fragte Hilario. Ist auch da, sagte Wladimir. Okay, dann marschieren wir 349 350 Bckler in Bewegung. Aber au f dem Treppenabsatz hielt er bereits wieder an. In we nigen Minuten kommt die Ab- lsung, sagte er. Fnf Mann. Wenn die nicht reingelas- sen werden, schlagen sie Alarm. Doch am Morgen hatte er seinem sdamerikanischen Gast den nchtlichen Dienstplan ganz anders beschrieben, 351 gen. Der Russe beugte sich ber ihn, erkannte, da er tot war, verlie das Zimmer, lief in den Raum, in dem Hilario und Sieglinde mittlerweile vier Menschen in Schach hiel- ten: Bckler, die Blonde, de edakteur und einen noch sehr jungen Mann, de r gerade ein Telex abge- An ihn wandte Hilario sich je tzt mit der Frage: Bist du der Sprecher? schnuzigkeit, sah aber ein, da 352 eurer Empfangsdame neu ausschreiben. Der Sprecher sah seine Kolle einzigen Sekunde gengte. Er tat, was Hilario verlangt das Papier und sprach ins Meine Damen und Herren, wir unterbrechen unsere Sendung und bringen eine wichti ge Durchsage. Die Orga- nisation VITANOVA, die am Sondermunitions-Depot von Wasl oh berfiel, rem Anschlag zwei mit VX gefllte Granaten erbeutet. VX ist ein hochgiftiges Nerve ngas, das schon in aller- rkt. Die Gruppe hat angekn- Waffe irgendwo in der Bundes- republik zum Einsatz bringen wird. In ihrem Bekenner- 353 ihr weitersenden mt, und warum. In einer Minute sitzen wir im Auto und machen das Radio an. Sollten wir dann feststellen, da ihr unsere Numm er gekippt habt, wird eure Puppe schon an der nchsten Ecke tot sein. Das ist ein Versprechen. Dasselbe gilt fr den Fall, da wir innerhalb 354 hatten sie nach wenigen Minut en den Stadtrand erreicht. Sie verlieen die feste Strae r Nhe. Nimmst du das Ding vorher ab, so wei er, da du sterben willst. Sie stieg wieder ein, und nun beugte sich Wladimir durchs geffne- te Fenster nach drauen und sagte: Okay, ich bernehme die Wache. Fahrt ihr schon vor! Wir treffen uns dann am vereinbarten Ort. Er machte die Tr auf, blieb aber sit- schen Empfindlichkeiten herausgefordert waren, hatten beide sich die karnevaleske Pr acht ber den Kopf gestlpt, sie ein blondes, er ein dunkl es Exemplar. Dazu hatten sie die neue Kleidung angezogen. Katharina eine Satinbluse mit aufgestickten leuchtend roten Mohnblumen und 355 schwarze Jeans, Frank einen braunen Anzug von der Stan- ge. Im Schutz der Dunke gegangen, hatten an dem groen Rondell ein Taxi genommen und sich zu einem von dem Fahrer empfohle- nen Restaurant bringen lasse n. Dort saen sie nun, hatten endlich einmal gut gegessen, tranken noch ein Glas Wein. 356 schon seine Richtigkeit haben, und dazu gehrt das Um- fllen in kleinere Behlter. liegt kein Trost, denn ersten s wissen wir, wie wenig man von dem Gift braucht, um eine Katastrophe auszulsen, und zweitens knnen sie ja zehn, zwanzig, fnfzig Behl- ter herstellen. Und nun mal dir aus: Da marschiert einer mit seinem Pckchen unterm Arm in ein Kino, legt es un- ter seinen Sitz, und n ach einer Weile geht er wieder. Eine 357 Ich glaube, du berschtzt Polizei leisten knntest. Wir selbst sind der Beweis. Von uns hat man sogar richtige Fotos verffentlicht, und trotz- dem wagen wir uns raus, vert rauen auf dies bichen Mas- Ja, das stimmt. Aber ich denke bei allem natrlich auch an mich. Wie solls denn weite rgehen, Katharina? In dem Telefongesprch mit Schrader konnte ich nur das Aller- wichtigste durchgeben, hab da her meine eigene Rolle bei dem Anschlag eher am Rande erwhnt. Wir habens ja auch in der Zeitung gelesen, wi e man an mir herumrtselt. Der Mittterschaft, vielleic ht sogar der Planung und Or- dringend verdchtig und so weiter. Ich kann fr di e Leute vom BKA sogar der Kopf der VITANOVA sein und diese Funktion jahrelang nicht grad zurck in unser Zimmer mit Hafenblick. Er lchelte bitter. Und dies e Feststellung leitest du ein mit den Worten Wechseln wir das Thema! Wirklich, wir landen immer wieder bei mein em Fiasko, direkt oder indi- rekt. Aber mir gehts genaus o, ich will auch noch nicht 358 gemeint, Leute in unserem Alter gehrten nur tagsber in die Grnanlagen und dann auch nur mit einer Tte Vogel- futter in der Hand oder mit der Zeitung. 359 Entschuldigen Sie bitte, da rf ich Sie fragen, was der kam vor einer halben Stunde durch die Nachrichten. Er zeigte auf den Fernseher, der inmitten einer bunten Batte- rie von Flaschen auf einem Regal stand. Ganz Deutsch- land ist in Aufregung, und die sich inzwi- Mein Gott! rief Frank aus. Er verga, sich zu bedan- ken, wandte sich Katharina zu, zog sie vom Hocker. Sie haben Er korrigierte sich: In Deutschland hat man Sie brauchen doch deshalb nicht zu fliehen, sagte der junge Spanier. Deutschland ist weit weg, und hier werden sie ihre Bomben bestimmt nicht abwerfen. Da drehte Katharina sich um. Das befrchten wir auch nicht, sagte sie, aber unsere Kinder sind in Deutschland, 360 Nach wenigen Minuten erreic hten sie ihre Pension, nah- men die Percken ab, gingen hinauf. Sie zogen sich gleich aus, duschten, legten sich dann auf das neue Damastlaken und deckten sich, weil es warm war, nur mit einem, eben- Ich mu immer an das Kino denken, sagte er. An welches Kino? An das mit dem Kinderfilm. Der Behlter liegt unter dem Sitz, und pltzlich strmt ganz leise das Gas aus, kriecht durch die Reihen, und ein paar hundert Kinder werden zu Opfern der Chemie, haben nicht mal die Chan- ce, die Marianne hatte, nmlich, wenn auch ohne Arme, am Leben zu bleiben! Damals, meine ich. Hast du dir ei- gentlich mal berlegt, da sie auch ein VX-Opfer ist? Wie meinst du das? Sie ist whrend der Aufr egung, die nach Bradens Er- mordung herrschte, umgekommen. Schon da ging es um 361 die Tr offen, warf die Medizin ins WC, splte sie hinun- 362 unterbrachen die Fernseh- und Rundfunkstationen ihre laufenden Programme, um die bse Botschaft zu senden, und am Morgen konnte man in den Zeitungen lesen, was der Bevlkerung oder vielme hr: einem noch nicht nher bestimmbaren Teil von ihr bevorstand. Die Wirkung dieser Nachrich voneinander abweichenden Reaktionen der Menschen ergaben sich nicht nur aus den unterschiedlichen Tempe- ramenten, sondern auch aus sozialen Gegebenheiten und Einige, die ber Mittel und Mglichkeiten verfgten, ih- re berufliche Ttigkeit zu ber Kopf das Land, reisten mit Kind und Kegel nach bersee. Andere, und das waren vor allem Einwohner 363 Zum Katalog der dringlichs ten Manahmen gehrte die Anordnung, Menschenansammlungen zu verhindern. Bei Schulen, Kindergrten, Sportp ltzen, Konzertslen und sen wrden sich groe Schwierigkeiten ergeben. Die Medien beschrnkten sich nicht darauf, die Schrek- kensmeldung stndig zu wieder holen; sie gaben auch In- formationen, sei es ber erste Hilfsmanahmen im Falle einer VX-Vergiftung, sei es be r die Mglichkeit, einer Kontamination zu entgehe n. Gesundheitsmter und Apo- theken verteilten gratis mit Atropin gefllte Fertigspritzen; doch der Vorrat war schnell zu bei der Ausgabe von Gasmasken. Es muten schon solche mit teuren Spezialfiltern sein, und von denen war ein gro- er Teil fr die eventuell notwendig werdenden militri- So also war die Lage. Die Versorgung mit Informationen funktionierte, die mit Schutzmitteln jedoch blieb drftig. Selbst die Kranken- huser konnten nicht ausreich end mit Medikamenten und 364 Im kleinen Konferenzraum de s Bundeskriminalamtes wa- ren wieder die Mnner und Frauen versammelt, die zwar da ein Unterschied, nmlich der zwischen Vermutung und Wissen, wobei dann noch dahingestellt sein mag, inwie- m Kurs abgekommenen Li- nien-Jumbo berhaupt Anla zu einer solchen Vermutung hatten. Wir aber vermuten nicht! Uns ist die Katastrophe unmiverstndlich angekndigt worden! Wenn also bei 365 366 mals zur Ordnung rufen mute. Nachdem die Ruhe halb- wegs wiederhergestellt war, sagte einer der Vertreter des Verteidigungsministeriums, ein kleiner, kahlkpfiger Mann, der mit stark rheinisc hem Akzent sprach, zu der rztin: Ich halte diesen Vorschlag fr indiskutabel! Von iten der Kommunikation mal abgesehen, mchte ich Sie fragen: Wie kommen Sie nur dazu, diesen Kanaillen eine so frstliche Offerte machen zu wollen? Die rztin, die sich durch da s Geschrei nicht hatte aus der Fassung bringen lassen, sprach so ruhig weiter, wie sie begonnen hatte: Aus einem ganz einfachen Grund! Weil wir nmlich auf einen VX-An unter ihnen die Polizei, die Feuerwehr und das Bauordnungsamt, um nur ein paar zu 367 nennen. Schon 1949 hatte das Altonaer Gesundheitsamt ber ist unsere Fhigkeit, solchen Gefahren zu begegnen, unverndert gering. Darum me in Exkurs! Darum mein dringender Rat, mit den Terro risten Verhandlungen aufzu- nehmen! Wir haben seither ni cht viel dazugelernt. Ich graue Theorie, sobald der Ernstfall eintritt. Wirklich, wir sollten mit allen Mitteln Diesmal reagierten die Mnner nicht erregt und lrmend, eher beklommen. Nur der Beamte aus dem Verteidi- gungsministerium verwahrte sich nach wie vor gegen ein Geschft mit den Terroristen. Es geht doch, sagte er, in solchen Fllen vor allem daru m, zu zeigen, da der Staat nicht erprebar ist. Er darf es nicht sein, weil er sonst der 368 ges Angebot unterbreiten? Ich halte das fr absurd! sagte: Ich frchte, Frau Fiering, Ihr Plan wrde schon daran scheitern, da wir zu den Ttern keinen Kontakt haben. Gut, man knnte unsere Offerte ber Funk und Fernsehen ausstrahlen, damit die Burschen sich melden, aber das wre in der Tat bede nklich, wre vor der ffent- lichkeit wie eine Bankrotterk lrung. Wenn wir doch nur ein einziges Mitglied der VITANOVA in unserer Gewalt htten! Ich glaube, ich knnte mich vergessen, um heraus- zubekommen, wo sie die beiden Granaten versteckt haben, oder einen meiner Mnner bitt en, mit dem Kerl nach ne- benan zu gehen und dann die Nerven zu verlieren. Na ja: knnte, htte, wre ! Der verfluchte Konjunktiv hilft uns nicht weiter. Wenn wir doc h wenigstens diesen Go- lombek hatten! Da ist er schon wieder, sagte Lemmert, der Konjunk- Schattner nahm ihm den Hinw eis nicht bel. Er lachte sogar, wurde aber schnell wieder ernst und schlo die Sit- zung mit den Worten: Grundstzlich htte ich es auch lieber mit den Ttern zu tun als mit ihrem Giftgas. Wieder mal htte. Verdammt, wir mssen sie in die Finger krie- Plner Sees, nahe der B 432, am Rande eines Wldchens. Do rt hatte sie im Laufe des Nachmittags Stellung bezogen, und damit war fr sie der erste Teil des Manvers, die Divisions-Gefechtsbung, 369 In einem der am Waldrand aufgereihten MTWs, der gen der Oberleutnant der der Hauptgefreite Matthias R uhnke in ihren Schlafscken. In den fnf anderen MTWs wa ren ebenfalls je drei Mann Zu dem Fahrzeugkonvoi gehrten sechs Haubitzen so- wie zwei LKWs, einer mit Munition, der andere mit Treibstoff beladen. Selbst auf den Haubitzen schliefen je zwei Mann. Sie lagen auf der Motorabdeckung, die einen bevorzugten Platz darstellte, weil sie noch Stunden nach der Fahrt die Wrme gespeichert hielt; fr Schutz gegen Wind und Regen sorgten Zeltbahnen, die ber dem waage- recht stehenden Geschtzrohr hingen und auf beiden Sei- ten schrg nach unten verliefen, so da sie eine Art Gie- 370 wegen seiner Krpergre fr den Einsatz in Panzerfahr- 371 Einberufenen wrden sich dem Bataillon anschlieen, das bereits am Vortage ausgerckt war und irgendwo sdlich von Rendsburg in einem Verfgungsraum lag. Doch der VW-Bus, mit dem die Mnner transportiert werden soll- einer der Soldaten ins Orakeln gekommen, hatte gesagt: Was so schlecht anfngt 372 mit Monika wrden in die Bi nsen gehen. Ist nicht zu n- dern, dachte er und zog halb im Ernst und halb im Scherz den Schlu: Wenn die Jurister ei und Monika und das Va- t das Vaterland nun mal den Nur eine Armlnge hinter der ersten Baumreihe lagen Zayma, Robert und Pierre, vor sich die Hecks der beiden Lastwagen. Sie hatten den hne nhaften Offizier beobach- 373 sieben Stunden also wrde das fast lautlos arbeitende 374 Franzosen auf die Schulter. Und denkt dran: Wenn ich kurz den Uhu mache, rhrt ihr euch nicht vom Fleck! Ihr vorn. Schon nach wenigen Sekunden lag jeder unter seinem Laster, und dann folgte fr beide ein Stck Schwerarbeit, das dem krftigeren Pi- erre leichter fiel als Zayma. Sie hatte Schwierigkeiten, dem mchtigen Sog der Scheibe entgegenzuwirken. Pa- trick Henderson hatte Pierre und sie gewarnt. Pat blo auf mit den Dingern! hatte er gesagt. Wenn ihr sie zu 375 Den Kerl knpf ich mir vor! Sie gingen auf den Platz, wuschen sich, nahmen ihr Frhstck in Empfang und saen wenig spter auf der Heckrampe ihres Fahrzeugs. Wieso heit unser heutiger Ausflug eigentlich ? fragte Ruhnke. Jns, der Fahnenjunker, klrte den Hauptgefreiten auf, machte es in seiner Weise: Also, wenn man ihn APPENDIX-OPERATION genannt htte, dann wrde dir heute der Blinddarm rausgeholt werden. 376 Robert lenkte den CITRON. Pierre, auf dem Beifahrer- den Knien. Zayma sa hinten Zunchst fuhr der Konvoi, nachdem er die B 432 er- reicht hatte, durch eine Reih Drfer. Da gab es noch nichts zum Argwhnen, und Pierre klang sehr sicher, als er sa gte: In Ahrensbk werden sie nach Norden einschwenken. Dann geht es ber Eutin und Schnwalde nach Oldenburg, und von da aus sind es nur noch wenige Kilometer bis Putlos. Die Kolonne bog nicht nach Norden ab, sondern fuhr weiter geradeaus. Wieder studi erte Pierre die Karte. Die Strae, auf der sie und i hnen ein gutes Stck voraus 377 378 379 Hauptbahnhof oder auf dem Kln er, eingestellt auf eine Zeit, in der die meisten Zge ankommen. Ja, und die ganze Arbeit gi nge von vorn los, antworte- te Robert. Ich will endlich diesen Auftrag erledigt haben, will nach Madeira, will Fe rien machen. Schlimm genug, da ich ohne Helga fahren mu. Wenn es nicht so kalt- schnuzig klnge, wrde ich sagen, das mit Helga ist die Nein! Zaymas Einwurf kam sehr energisch, und in demselben, fast zurechtweisende n Ton ergnzte sie: Das mit Helga und Igor gehrt zur Panne Nummer eins! Wenn die beiden aufgepat htten, wre Golombek nicht ent- kommen. Diesem harten Vorwurf mochte Pierre den mglichen Beginn eines Streites abgela uscht haben, und da sie einen solchen nun wirklich nicht brauchen konnten, tippte er schnell auf die Landkarte und sagt e: Wer wei, vielleicht ist Lbeck die Endstation! Stel lt euch vor, sie fahren bis ins Zentrum, und das leise Hiroshima, von dem Patrick sprach, geht vom Lbecker Mark tplatz aus! Dann trifft es eben nicht ein paar tausend Soldaten, sondern ein paar tausend Zivilisten! Das gibt ei n riesiges Chaos. Zumindest 380 Ritzen. Ja, und er hat auch beschrieben, was bei einem Verkehrsunfall passieren kann. Wenn ein LKW, der Gift- gas geladen hat, umkippt oder gegen ein Haus knallt und nur ein einziger Behlter dabe i aufplatzt, gibt es, sofern mindestens dreihunderttau- send Tote! Wir haben zwar ke in ganzes Fa, sondern nur zwei Tellerminen versteckt, aber Lbeck hat ja auch keine dreihunderttausend Einwohner. Ich sage euch, die Wir- ihr Heinrich Blls ENDE EINER DIENSTFAHRT gele- sen? Also, da geht es, wie der Titel schon sagt, um eine Dienstfahrt, eine mit einem Bundeswehrauto, und sie wird durchgefhrt zu einem idiotis chen Zweck. Es sollen Kilo- meter abgefahren werden, damit ein bestimmter Benzin- r mu erzielt werden, weil rausgegangene. Diese Zuteilung wird nmlich nach dem erwiesenen Verbrauch beme ssen. Nur darum gurken die mit ihrem Auto stundenlang durch die Gegend. Und genau das, nehme ich an, wird uns hier vorgefhrt! Um halb zehn 381 382 ste reicht, und da ben sie das Ausladen ohne Hafenanla- Robert hatte die dsterste Version parat: Und wenn das Ding nach Osten fhrt und der Kollaps dann irgendwo auf der Hhe von Wismar oder Rostock kommt? Und der Wind dreht, und unser Totensch 383 ber an solche, die auch vergammelt sind. Jeder fuhr in seinem ei Bis der Kaffee durchgelaufen war, spielten sie Billard, e so recht, da Baader das Code-Wort preisgeben wrde, solange er Philipp Ahrens nahm einen Schluck von seinem Mokka, 384 385 Ja, und er sagte auch, er knn te vielleicht sogar einen von uns bitten, mit dem Mann ins Nebenzimmer zu gehen und dann die Nerven zu verlieren. Mensch, Conny, das wre nun wirklich ne verdammt exotische Lsung! Ei- gentlich ist diesmal der Fall , na, ich will nicht behaup- ten, da er noch komplizierter ist, nur eben ganz anders. Erstens: Wir haben keinen von der Gruppe in unserer Ge- walt. Damals hatten wir Baader, Meinhof, Ensslin und Raspe. Zweitens: Die VITANOVA hat keinerlei Forde- aupt das Kuriosum, und zu- gleich ist es ein Problem! Die Burschen wollen weder Vorsicht mit dem Wort Kri kabel, die solche Typen hren wollen, damit sie als Kom- battanten dastehen und nicht als gewhnliche Kriminelle. Ich sag das ja nur zu dir. Aber eins steht fest: Von ge- whnlichen Kriminellen unterscheiden sie sich allein f persnliche Bereicherung 386 Lemmert rieb sich das unrasierte Kinn. Mir kommt da grad eine Idee, sagte er. W ir wissen, da Golombek sich 387 Bewahre! Na, siehst du? Ich auch nich t! Ist n heikles Unterneh- men. Ich wte nicht mal so richtig, wie s gemacht wer- Was sonst? Ehrlich gesagt, ich versteh Schattner ganz gut. Ist ne Gterabwgung. Spielen wir den Fall doch mal durch! Da ist jemand, der zum Abschaum gehrt, denn er 388 kommt. Also, er htte doch die ganz groe Chance, jegli- cher Folter von vornherein zu entgehen, knnte doch frei- willig sagen, wo die verdammten Granaten liegen! Indem er das nicht tut und damit Tausende zum Tode verurteilt, er 389 Ich frchte, heute mittag geht es weiter. Machs gut. Lemmert schlo die Tr ab. Er spielte noch ein bichen 390 gefreiter Ruhnke waren beieinander geblieben. Sie saen im Windschatten der Aufbauten auf den Decksplanken und unterhielten sich. Gleich ihnen hatten sich viele ande- re der hundertsechzig Soldaten nach oben begeben. Einige spielten Karten, was allerdings nur an geschtzten Pltzen mglich war; andere hatten ihr Steckschach aufgebaut oder lasen, und nicht wenige lagen mit nacktem Oberkr- Wir knnten doch auch einen Okay! Ruhnke stand auf. Ich hol mal eben die Kar- ten, hab sie unten im Gepck. Er verschwand. Ist es noch immer nicht ra us, wohin es geht? fragte 391 nen, jedenfalls fr uns Soldaten. Was man knnte, blieb ungena nnt, denn Stapelfeld wur- de unterbrochen. Oberleutnant Evers trat an ihn heran und sagte: Der Chef wnscht al le Offiziere um elf Uhr auf dem Achterdeck zu sehen. Hat er vor, mit uns Gymnastik zu machen oder Faust- ball zu spielen, damit wir nicht einrosten? 392 berkranken, und das tiefrote Ge Um seine Lippen hatte sich ein weigelber Schaumkranz 393 sagen Sie da? Ist nur eine Vermutung, aber Der Mann hat einen wahren Hexentanz aufgefhrt, und sein Mund ist voller Schaum. Sie mssen sich beeilen! Verdammt! rief Unteroffizier Pahlke, einer der Sanit- ter, wir haben nur zwei Schutzanzge und zwei Masken hier oben! Die anderen liegen im Auto. Er zerrte die bei- lls aus einem Schrankfach, auch zwei Gasmasken. Bendixen und er zogen sich sofort um, prften grndlich den Sitz der Schutzkleidung, nahmen ihre Erste-Hilfe- Taschen auf und liefen los. Wieder wollte Jns hinterher, und wieder ri Stapelfeld i Wohin? Zum Bug! In die uerste Spitze! Und dann die Nase in den Wind halten! Pltzlich blieb Stapelfeld sagte er. Ich komme gleich nach. Er lief ein Stck zurck, auf eine Treppe zu, nahm vier Stufen auf einmal, befand si ch auf dem Bootsdeck. Noch eine Treppe! Auch die nahm er in wilden Stzen. Dann stand er auf der Backbord-Br ckennock. Er ri die Schie- Ruhnke, und die Leute, die ihm helfen wollten, sterben auch! 394 Der Lautsprecher ertnte, scha llte ber das ganze Schiff. zu der Stapelfeld geraten hatte. Gleich darauf begann der Bug sich zu fllen. Immer mehr Mnner erschienen dort, drngten sich nach den be- sten Pltzen. Aber es gab auch Soldaten, di e sich auf andere Weise zu 395 Auch auf dem Schiff gab es Opfer. Ruhnke war der erste Tote gewesen. Der Stabsarzt nach grndlicher Untersuchung ber Bord geworfen. Je- dem war klar gewesen, da es nicht anders ging. Die vier Soldaten, die versucht hatten, ihm zu helfen, wanden sich an Deck. Sie hatten Atropin bekommen, aber es war noch nicht abzusehen, ob sie durchkommen wrden. Um die Ausstattung mit Schutzkleidung war es schlecht bestellt. Es standen tatschlich nur die beiden Ausrstun- gen zur Verfgung, die sich im Messeraum befunden hat- 396 Bendixen und Pahlke wuten, auch diese Leichen mu- ten so schnell wie mglich ber Bord! Aber sie konnten sie nicht an Oberdeck tragen, denn das hiee, das Gift mit 397 lisiert wird. Bald aber war ihm klargeworden, da der Not- fall sich auch auf seine ALBATROS erstreckte, die in Krze als Geisterschiff durch Die Mnner auf den in der Nhe befindlichen Schiffen sahen sich nach dem Auffangen des Notrufs in einer schwierigen Lage. Dank ihres Standorts konnten sie zwar schnell zur Stelle sein, aber durften sie es riskieren, dem mmen? Sie stoppten die Ma- ssig. Doch dann kndigten 398 nung. Die meisten Soldaten und auch einige Besatzungs- mitglieder hatten sich auf das Vorschiff geflc 399 wenigstens miteinander. Vie lleicht kommt sogar was da- Jns sah auf die Boote, die sich langsam von der ALBA- TROS entfernten. Es lief, sagte er, nicht gerade so, wie es eigentlich htte laufen sollen. Dabei haben wir den ABC-Alarm bis zum Erbrechen gebt. Die Reise, antwortete Stapelfeld, sollte ja auch mehr ein Vergngen sein, eine Ar t Freizeiteinschub zwischen zwei Einstzen. Da lt man schon mal fnf gerade sein. Trotzdem. Das wird ein Nachspiel haben. So sieht er eben manchmal aus, der berchtigte Unter- und der Fahnenjunker bei der Theorie waren, kmmerten sich der Stabsarzt Bendixen und der Sanittsunteroffizier Pahlke um die Praxis. Ein erster prfender Rundblick hatte ihnen gezeigt, da Boden, Decke und die glatten Wnde e Gasbehlter versteckt anzubringen. In erster Lini e kam also der Wagenpark in 400 unten ansehen sollten. Gleich darauf lagen beide auf den sich wie Kfz-Monteure unter die Autos. Bei jedem Wechsel von einem zum ande- ren Wagen standen sie gar nich t erst auf, sondern rollten einfach weiter. So dauerte es keine fnf Minuten, bis Ben- dixen mit einer der beiden Minen zum Vorschein kam. Das graue, von Straenschmutz berzogene Ding in der Hand, trat er an Pahlke hera n, stie ihm mit dem Fu ge- gen den Stiefelabsatz. Der Sanitter kroch hervor, und sie eine freudige berrasc mit Schutzkleidung und Gasmasken versehene Gestalten auf der Plattform! Beiden war sofort klar, das konnte nur 401 Wie htte diese Stadt ihn anregen, mehr noch, ihn mitrei- en knnen, wenn er frei gewesen wre von Schuld und Furcht! Allein schon die mchtigen alten Mauern des Go- tischen Viertels htten ihn, der das von jeher Bewhrte so milia htte ihn, der Kirchenbesichtigungen eigentlich nicht mochte, gefesselt, und auf der Karavelle des Columbus wre er ins Trumen geraten. Und erst die Ramblas! Er brauchte nur um die Ecke zu gehen, dann hatte er sie, die Strae, die ein einziges Volksf est war! Aber sie lockte ihn Der achte Abend. Er war alle in ausgegangen, hatte Ka- tharina erklrt, er msse stndnis gewesen, hatte ihm s ogar geraten, in einem guten Restaurant zu Abend zu esse n und dann bei einer Flasche Aber er hatte weder gespeist noch beim Wein Zuflucht genommen, sich nur an einem 402 bat, weil es schummerig war, um eine Kerze. Der gutaus- sehende junge Kellner, der ein schalkhaftes Lcheln hatte, Ein Fest der Einsamkeit? Go lombek schttelte den Kopf. 403 westdeutschen Grostadt znden wollen. Wir wissen, verhindern kannst? Weit du mehr, als du mir erzhlt hast? berschtzen mich. Und dann hatte sie gesagt: V ielleicht hat das BKA Fo- tos von den Mitgliedern der VITANOVA in seiner Ver- brecherkartei, wei es nur nicht. Man legt dir alle Fotos vor, die da sind, und du kannst sofort sagen: der und der 404 Er trank von seinem Espresso, der kalt geworden war. Wenn ich sie tatschlich in der Kartei entdecke, dachte er, Wieder nahm er einen Schluck Kaffee, und dann malte er sich den zweiten Anschlag aus, hatte aus Filmen ein paar Beispiele zur Hand, sah Nadine, wie sie zum Bahnhof ging und ihren Koffer in ein Sc hliefach stellte. Sah Pi- dore. Und Fahrsthle. Und da werden viele Menschen herumlaufen, die sich nicht a lle gegenseitig kennen. Viel- leicht karrt ein Bote seinen Aktenwagen ber den Flur, und in Wirklichkeit ist es eine r von Roberts Leuten. Wir gehen auf dem engen Flur aufeinander zu, und er riskiert alles! Oder man bringt mir, um mich wach und bei Laune 405 Anwesenden, kam auf einundzwa nzig Personen. Es wurde Wein und Bier und Schnaps ge trunken und viel geraucht. Und die Gesprche, soweit er sie verstehen konnte, ent- ypische Mischung aus hausge- machter Philosophie, Nonsens, Klatsch und Anzglichkei- Noch einmal ging er sie al keiner von ihnen auf einem Gestt Es war reiner Sar- kasmus, da er in seinen Gedanken fortfuhr: mit Reit- halle und Schwimmbad. Und dann dachte er lange an seinen Hof. Zweimal in diesen Tagen hatte Katharina mit Sepp Laubinger aus Kellbach telefoniert, der whr end des Urlaubs sein Haus und seinen Garten hatte in Schu bringen wollen. Der kmmerte sich nun um alles, hatte auch ein paar Helfer eingestellt, so da keins der Tiere Not litt. Und die Bank hatte sie angerufen, damit gengend Geld zum Wirtschaf- ten zur Verfgung stand. Sie hatte erfahren, da von den drei Konten ihrem, seinem und dem gemeinsamen nur das erste nicht gesperrt war. Ob er seine dreiundzwanzig 406 einem Kran auf den Behandlungstisch gehoben worden Oder Mysteriosa. Ihr Fohlen John Reimers mute korrigier en, konnte es erst bei der Aber am denkwrdigsten war, was Mariannes Stute Cara bernack, aber ein Blick auf die Stute sagte ihm, da sie in der Nacht geworfen hatte. Das groe Rtselraten setzte ein, denn sie war nicht zum D ecken gebracht worden. Ab- gesehen davon, da es im Zuchtbuch htte stehen mssen, wre ein Transport gerade dies er sensiblen Stute jedem in te sich nmlich wie keine 407 schwach entwickelt, nicht, wie eigentlich vorgesehen, nach einem Jahr gekrt, s ondern erstmal zusammen mit den Stuten auf die Weide gesc hickt worden. Dort mute, von allen unbemerkt, die Deckung erfolgt sein. Er leerte seine Tasse, rieb sich die Stirn, und dann war, von einem Moment zum andere es stand nun fest, er wrde si ch stellen! Natrlich gab es keine Garantie dafr, da seine Rckkehr den bevorste- henden zweiten Anschlag de aber es war einen Versuch wert. Und auch wegen Kathari- na wollte er es tun. Sie sollte sich nicht mehr verkriechen mssen. berhaupt, wie oft in al l den Jahren hatte sie ihn abbringen wollen von seinem Plan, gegen das Depot vor- zugehen! Wie oft waren sein blinder Eifer und ihre nch- terne Einschtzung der Lage 408 409 Wie denn? Wir schicken eine Kuriermaschine. Begeben Sie sich roristen an meine Frau und mich herankommt, whrend wir bei Ihnen sind? Und auch auf der Reise nicht? Sie knnen sich darauf verl assen. Moment, mir fllt da grad was ein! Hat die VITAN OVA gewut, da Ihre Frau in der Zeit vor dem Wasloher Anschlag auf Ibiza war? Er erinnerte sich sofort da ran, da Nadine ihn nach Ka- tharina gefragt hatte. 410 Robert. Es hat sich nmlich eine kleine Chance ergeben. Sie ist nur winzig, und ich w 411 aber ihr seid nun mal da, und es wre verrckt, eine ganz Kanone anfassen zu mssen. Einen Tunnel zu bauen, ist ja 412 auch ganz was anderes, selbst wenn es illegal luft. Wer konnte denn ahnen, da die Gesc hichte so ausgehen wr- de? Also, packen wirs an! Sie machten sich an die Ar beit. Rdiger bernahm es, aus dem Telefonbuch die Adresse des Generalkonsulats herauszusuchen und die entsprechende Stelle in ihrem Stadtplan zu markieren. Er rief auch die Rezeption an und Fred hatte unterdessen Rdi gers Koffer geleert und das zu ihrem Auftrag gehrende Handwerkszeug wieder her- vorgeholt, die beiden CO LT-GOVERNMENT-Pistolen .45 ACP und die vier Handgran aten. Robert hatte ihnen diese Waffen mitgegeben. Die Wurfgeschosse waren Spe- zialanfertigungen aus der Klner Werkstatt, abgeflachte Exemplare, damit sie in den mit Stahlplatten verstrkten Ecken des DEL-SEY-Koffers untergebracht werden konn- ten. Bei der Befrderung ihrer Waffen ber Staatsgrenzen hinweg bediente die VITANOVA sich einer ganz einfa- 413 ten in den Jackentaschen. Im Lift sagte Fred: Die Knall- bonbons beulen unsere Klamotten ganz schn aus. Gewicht haben, aber sie sollen ja auch was bewirken. Da- mals, zu meiner Zeit, hatte Robert den Mann aus Kln noch nicht an der Hand. Wir muten die Dinger selbst basteln, machten das meistens auf der Basis von Natri- umchlorat und Zucker, also einem Sauerstofftrger und der notwendigen brennbaren Substanz. Beides war leicht zu beschaffen. Wir haben die abenteuerlichsten Gegen- stnde hergestellt: Spielze ug, Marzipanbrote, Feuerl- scher, Spraydosen. Dies hier , er klopfte leicht auf sei- ne rechte Jackentasche, ist viel einfacher zu handhaben. Du ziehst ab wie bei ner normalen Handgranate, zhlst, schmeit und gehst in Deckung. An der Rezeption gaben sie den Schlssel ab. Dann ver- lieen sie das Hotel, stiegen in s Auto, tauchten ein in den geradezu chaotischen Abendverkehr auf Barcelonas Stra- Sie hatten das Gotische Viertel hinter sich gelassen, berquerten eine der breitest en Verkehrsadern der Stadt, Gran via de les Corts Catalanes , und erreichten den Paseo de Gracias . Am Haus Nr. 111 entdeckten sie das Emblem der Bundesrepublik. Sie parkten, ein Stck ver- 414 Wie hab ich mir die Akti on berhaupt vorzustellen? fragte Fred. Was tun wir zum Beispiel, wenn Golombek da drben mit einem Taxi vorfhrt und ins Gebude will? Wir knnen ihm doch nicht ruckzuck von hier aus einen Schu in den Rcken verpassen, mssen zumindest erstmal berprfen, ob er es wirklich ist. Ich wrde ihm nachschleich en. Sobald ich die Gewi- heit hab, da er es ist, komm ich zurck. Dann warten wir, bis er wieder auftaucht, und heften uns an seine Fer- sen. So erfahren wir, wo er wohnt, und irgendwann in der Nacht ergibt sich dann schon eine Gelegenheit, ihn in sei- nem Zimmer zu besuchen. Das luft nicht! Die lassen ihn bestimmt nicht wieder weg! Sie sollen ihn ja nach Deutschland bringen, und das heit natrlich, er kriegt Poliz eischutz. Also mten wir in die Menge ballern, und so was ist mir zu gefhrlich. Selbst mbek erledigen, sind die anderen sofort hinter uns her, und dann haben wir in dieser fremden Stadt nicht die geringste Chance, wegzukom- men. Rdiger bckte sich, nahm eine der Granaten auf, wiegte sie in der Hand. In dem Fall behelfen wir uns hiermit. Das Gescho war wie die Eierhandgranaten des Militrs dunkelgrn und geriffelt, hatte nur eine andere Form, sah aus wie ein dickgepolsterter Knieschoner, und diese ungewhnliche Machart hatte natrlich ihren Sinn: Die Granate lie sich vortrefflic h in eine Kofferecke einpas- Du meinst, dann schleudern wir das Ding einfach in die Menge? Rdiger nickte. Nur so haben wir eine Chance, den Auftrag zu erledigen und auch wegzukommen. Aber glaub mir, die Aussicht, da wir i hn heute oder in den nchsten 415 Tagen zu Gesicht kriegen, be steht hchstens zu zehn Pro- zent! Vielleicht ist er ja tatschlich in Spanien, nur in einer anderen Ecke als dieser, und we nn er sich dann melden will, geht er nach Madrid zur Deutschen Botschaft. Oder nach Malaga. Da gibt es, gl aube ich, auch ein deutsches Konsulat. Aber ich finde, wi 416 nen besseren Moment ab. beiden Autos im Auge zu behalten und dabei nicht aufzu- fallen. Nur einmal gab es eine brenzlige Situation, und zwar beim Einbiegen in das gewaltige Rondell der Plaza de Cataluna . Da mute Fred, um den Sichtkontakt nicht zu verlieren, einem Lastzug di e Vorfahrt nehmen. Er tat es beherzt, verursachte fast einen Zusammensto, und der Vorfall bewies Rdiger, da se in Partner trotz aller Skru- pel zur Sache stand; denn hier htte er die Chance gehabt, die Aktion zu vereiteln, ohne da die Gruppe ihm spter einen Vorwurf htte machen knnen. Nachdem sie aus dem groen Ring ausgeschert waren, ging es die Mir scheint, wir kommen zurck in unsere Gegend, 417 re fr unser Vorhaben nicht gerade der ideale Platz. Aber es ging in den Paseo de Colon zu einer kleinen Pension. Vor dem Eingang sta nd ein schwarzer Mercedes, dem gerade zwei Zivilisten entstiegen; sie begrten die Ankmmlinge. Los! Da rber! Rdiger ze igte auf ein mehrstckiges Gebude. Da trotz des fortgeschrittenen Abends noch im- mer lebhafter Straenverkehr herrschte, konnten sie vor- 418 tern und ihm geworfen worden war, fr einen Sprengkr- per. Er wute nichts von denen es manchmal gelang, ei abzuwehren, da sie mit behe rztem Zugriff das ihnen zu- geflogene Gescho packten und zurckwarfen. Auch hatte er weniger eine Gegenattacke als vielmehr die Befreiung von der tdlichen Gefahr im Sinn, als er sich spontan bckte, die zu Katharina Golombeks Fen liegende Gra- nate aufklaubte und sie ber die Strae schleuderte. Der in diesem Augenblick unter mchtigem Motorengedrhn auf die Fahrbahn springende 419 Durch den Zwischenfall verz gerte sich die Abfahrt von der Pension. Einer der Konsulatsbeamten rief auf dem Flughafen an. Dort wurde der soeben mit einer Sonderma- weitere Anhaltspunkte. Stellen Sie sich vor, in ihrem 420 421 es denn partout so blutrnstig formulieren? Lemmert zog die Schultern hoch. So ist nun mal das Leben. Aber dann korrigierte er sich: Oder vielmehr der 422 zelnen, angefangen mit dem Ch ef der Gruppe, diesem Ro- bert, und endend mit Helga Jona s, die wir in Ihrer Reithal- Golombek gab sich viel Mhe 423 war, die mit ihm Tennis gespielt hat und ihn dann er- Es war das erste Mal, da Fr ank und Katharina Golombek in einer Maschine flogen, in der die Sitze wie die Mbel eines Zimmers oder einer Schiffskabine ber den Raum verteilt waren. Das schaffte Bequemlichkeit. Es gab sogar einen groen Tisch und zwei Liegen. Nach Golombeks ausfhrlichem Bericht wurde ei n Essen serviert, aber we- der er noch seine Frau hatten konzentrierteren und offeneren Golombek vor sich zu ha- ben, wenn seine Frau an dem Gesprch nicht mehr teil- nahm. Die beiden Mnner rauchten. Golombek trank sein zwei- tes Glas Wein, Lemmert seine fnfte Tasse Kaffee seit dem Start. Es fehlte noch eine knappe Stunde bis zur Lan- Wenn zehn Personen, sagte Lemmert, zwei Wochen lang aufs engste mit Ihnen zusammenarbeiten, dann bleibt es nicht aus, da trotz aller Vorsicht mal ein Wort fllt, das nicht fr Ihre Ohren best immt ist, ein Name, eine Ortsangabe, ein Termin, ein dieser Leute. Irgendwas. Vergessen Sie nicht: Je mehr es aufs Ende zuging, desto nher kam auch die Stunde Ihres Todes! Sie sehen, ich teile Ihre Ansicht, da Sie nach Be- 424 ten. Vielleicht ist der eine oder andere aus diesem Grunde leichtsinnig geworden und ha 425 Und wenn es nun doch nur ein Bauer war, der, sagen wir mal, in einer Mhle wohnt oder in einer Frsterei? Wir durchsuchen nicht nur jede Landstelle, sondern auch alle Betriebe, die indire kt mit der Landwirtschaft zu Und wenn es ein Bauer war, der im siebten Stock eines 426 wollte nicht, da Nadine Sie informierte. 427 428 So was kann man lernen. Man mu nur frh genug an- fangen, denn das Wertvollste an einem vierzigjhrigen hrige Erfahrung. Natrlich kommt im Idealfall ne ange borene Sprnase hinzu, aber es ist vor allem die lange Praxis, die uns vor Fehlern be- wahrt. Ich wrde mir zum Beispiel nicht zutrauen, morgen auf Pferdezchtung umzusteigen, so wie die Pferdezchter Wieder nickte Golombek, aber diesmal lchelte er nicht. Fr eine so umfangreiche b erprfung hatte das BKA zu wenig Leute. Darum wurden 429 den Minentyp, von dem man zwei Exemplare auf der Nausch zog das hektographierte Informationsblatt aus seiner Jackentasche. Darauf waren, mit genauen Maan- gaben versehen, sowohl eine der gestohlenen VX- 430 Sonst krieg ich was aufs Dach, weil ich diesen Zirkus Darum werde ich mich kmmern, sagte Beckmann. Geben Sie mir den Namen, die Adresse und die Tele- fonnummer! Aber er rief dann nicht de n Firmenchef, sondern die 431 432 Sie meinen, die Hauswand ist vielleicht gar nicht da, wo sie zu sein scheint? Ich halte es fr mglich. Sie gingen wieder ber die Stra einen fensterlosen Bereich; den mssen wir uns genauer Er schickte zwei Mnner hina Huser in Augenschein nehmen sollten. Zwei andere soll- ten versuchen, wenigstens bis ins Treppenhaus zu gelan- gen, um herauszufinden, wie das Gebude von innen be- 433 Beckmann sah, da zwei Kollegen an einem groen, bis an die Decke reichenden und mit Dekorationsstcken ge- fllten Regal zogen. Es lie sich wie eine Tr ffnen. Er war dann der erste, der die entstandene ffnung durch- 434 Das Ergebnis der Laborunter suchung lag nach wenigen Stunden vor: Die sichergestel lte Granate enthielt VX, wenn auch nicht mehr in einer Menge, wie die in Wasloh gelagerten Geschosse gleichen Typs sie aufzuweisen hat- ten. Man konnte also davon ausgehen, da der entnomme- 435 rens war auch da. Sie wollten gerade ihren Proviant aus- 436 Tiere? 437 angeblich Igor. Ich hatte schon mit der Mglichkeit ge- Igor schwieg. Lemmert sah Sieglinde an. Sie wich sei- nem Blick aus, schwieg ebenfalls. 438 noch hier und behalten die beiden im Auge! Aber sicher- heitshalber werden wir sie festmachen. Er zog seine Handschellen aus der Tasche, und auch Ahrens steuerte sein Paar bei. Wenig spter wa 439 Golombek ging. Lemmert lste Sieglindes Handschellen von der Hei- sagte er. Ich bringe Sie Zunchst aber lie er sie noch miterleben, wie Ahrens ihrem Freund eine zerknllte Mullbinde in den Mund Jedenfalls in der ersten Ph ase. Phase Zwei ist dann Aus dem Schlafzimmer ertnt e der erste Schrei. Er kam 440 ein groangelegter Einschc hterungsversuch, aber nun Wieder ein erbrmlicher Aufs chrei, halberstickt zwar, aber darum nicht minder erschr eckend. Er ri Sieglinde zu Doch darauf erwiderte Le mmert nur: Gleich sind die Er wei wirklich nichts! War gar nicht dabei! Sa in einem anderen Auto! Auerdem war er bewutlos! Wieder das Sthnen, laut, tierisch. Es ging durchs ganze Haus, und fr ein paar Sekunden hielt Lemmert sich osten- tativ die Ohren zu. Dann sagt e er: Sie werden uns doch wohl nicht einreden wollen, da er das Versteck fr die zweite Granate nicht kennt! 441 men Sie da rein. Lemmerts Daumen wies auf die Tr. Und dann geht alles von vorn los. Nur das mit der Steck- ogisch. Aber da gibt es ja Aber wir htten es auch gern von ihm gehrt. Womg- lich sagt er Mnchen, und Sie sagen Hamburg, und das ist dann fr uns der Beweis, da es genausogut Frankfurt sein kann. Nee, Pppchen, das mu schon ein bichen verlli- Die Tr ging auf. Nicht Ahrens, sondern der wachha- bende Polizist kam herein, sc hlo die Tr hinter sich, lief durchs Zimmer. Wir haben die Kabel im Auto gelassen. Bin gleich wieder da. Mach schnell! rief Lemmert ihm nach. Einige Minuten spter kam der Polizist zurck, in der Hand ein paar Drhte mit Ba nanensteckern. Als er im Ich schwre Ihnen, er wei nichts! Er wei nur, da die zweite Granate acht Kilomete r von Wasloh entfernt ver- graben ist. Den genauen Platz kennt er nicht, weil er nicht dabei war. Aber ich! Ich wa r dabei! Ich bringe Sie hin. Was Sie mit ihm machen, hlt kein Mensch aus! Er htte es lngst gesagt, aber das ka nn er nicht, weil er nichts wei! Sie werden ihn tten! Lemmert stand auf. Okay. Wahrscheinlich tick ich nicht mehr richtig, oder ich ha b heute einen ganz beschis- sen menschlichen Tag. Ich glaube Ihnen. Aber das da drinnen hrt natrlich erst au f, wenn wir die Granate ge- 442 hte Stelle. Da habe Granaten vergraben. Die eine ist raus, aber die andere liegt 443 Fall, da weitere Mitglieder der VTTANOVA auftauch- ten. Dann ging die Fahrt los. Wieder nahm er Frank Go- lombek mit, weil niema nd die Umgebung von Wasloh Sie hatten die zweite Granat e sichergestellt, waren aber bereingekommen, diesen Erfolg geheimzuhalten. Der Krisenstab hatte wiederum eine Gterabwgung vorge- nommen: Sollte man der Bevlkerung mitteilen, da die grte Gefahr vorber war, und sich dadurch der Chance begeben, noch mehr Mitglieder der VITANOVA festneh- men zu knnen? Oder sollte man die Menschen weiterhin in Angst halten, mit dem Ziel, die Terroristen in eine Falle laufen zu lassen? Die Meinung gewesen, doch dann hatten zwei Argumente den Aus- schlag gegeben fr die Aufr ein eher praktisches und ein strategisches. Das praktische war: Die Fachleute konnten zwar errechnen, welche Men- 444 hinter Bschen, lagen in der Schonung und im Graben neben der Strae. Zwei hatten sich am Waldrand auf einen Hochsitz begeben, der frher einmal zum Jagdrevier der Lemmert hatte das eingesehen und war mit einem zwei- ten Vorschlag gekommen: Auf der langen Autofahrt hab 445 manchmal auf dem Hof erscheint. Das ist der Arzt. Den knnten wir hinbeordern. Kommt dann ein Anruf, nimmt er ab und sagt, der Kranke habe in die Klinik gemut und sein Mdchen sei mitgefahren. Er, also der Doktor, habe ffentlichen, und die fingierte Folterung hatte er zusam- 446 Gefahr geradezu seismogra phisch registrierten und dem- entsprechend vorsichtig handelten. Die Chance, noch mehr Mitglieder der VITANOVA einz ufangen, hielt er fr ge- Robert, Zayma und Pierre waren am Mittwochabend in Kln angekommen, hatten sofort Patrick Henderson auf- 447 in einem Koffer hierher. Aber ich versuchs nochmal auf dem Hof. Er ging zum Telefon, whlte 448 So was machen die nicht, sagte Pierre. Aber Robert lachte ihn aus. Hast du eine Ahnung! Wenn es um einen VX-Anschlag geht, sind sie zu allem fhig. Und wie sollen die den Hof gefunden haben? Robert sah Zayma an. Das kann Zayma sagte nichts, doch da fi el Pierre der Vorwurf ein, den Robert ihr gemacht hatte, al s sie das Gestt verlieen. Wladimir hatte ihm davon erzhlt. Ach, du meinst Go- lombek! Ja, den meine ich. Nach dem bombastischen Aufruf in der Zeitung wird er sich gestellt haben. 449 einem blauen Auge davongekommen, und also wird sich berhaupt nichts verndern. Wi r haben unseren Job nur zu einem Bruchteil erledigt. Trotzdem! sagte Robert. Wenn ein Arzt seinen Pati- enten operiert und der stirbt ihm unterm Messer oder ein paar Tage spter, dann heit das doch nicht, da er kein Honorar kriegt. So hnlich ist es bei uns. Wir haben unter grten Anstrengungen und Gefahr en den Tunnel gebaut und die Granaten aus dem Camp geholt. Wenn unsere Auftraggeber das noch ausstehende Geld einbehalten, werden sie auf andere Weise zahlen. Auf welche? Da fllt uns mit Sicherheit was ein. Wieviel haben wir noch zu bekommen? fragte Zayma. 450 Sommerhaus eingeladen, und dort drauen in Saltjbaden hatte sie, was nur ganz selten geschah, fr einen Tag und eine Nacht ihre selbstgewh lte Askese aufgegeben. Es wurde fr beide ein Fest der Begierde, der Wollust, des Sie wute nicht, ob er diesmal wieder dabeisein wrde. Es hatte zwischen ihnen keine Briefe gegeben und keine Lebenszeichen, nur die Er- innerung, jedenfalls fr sie, und die Hoffnung, nach erle- digtem Auftrag wrde das Ereignis von Saltjbaden sich wiederholen. 451 schenkte sich ein, trank, war ni cht gelassen genug, um ihre 452 Er zog sie mit sich zum Lift. Sie fuhren hinunter, fuhren durch bis in den Keller, ginge den am Ausgang bereitgeste llten schwarzen PORSCHE. 453 ineinander verschrnkte, stellte die Heizung an. Es wurde Sie roch das Meer und hatte so fort das ganz aus Holz er- baute Haus vor Augen, den Boot ssteg, die Jolle. Und sagte sich: Bestimmt ist das Treffen um einen Tag verschoben worden, und die anderen hat man durch einen Anruf ver- stndigt. Und mit seinem Es is t schon fast zu spt! wird es nichts Gefhrliches auf si ch haben. Er hat das Warten gemeint, die langen Monate, hat es kaum noch ausgehalten und mir nur seinen Zustand ge schildert, sein Verlangen, Sie bogen ein in den sandige n Waldweg, erreichten das Haus. Der Wagen hielt. Sie s tiegen aus. Ihr Tschchen in der Rechten, lief sie sofort auf den Steg. Er folgte ihr. Im schwachen Mondlicht sah sie das Boot, und obwohl es fast Er stand hinter ihr, und wied er verschwand sie in seinen Armen. Komm! sagte er. Es ist khl hier. Er schlo auf, und sie traten ein. Sie legte die Handta- Kurze Zeit spter saen si e nackt vor dem lodernden Kaminfeuer, schmiegten sich aneinander, blickten in die Flammen, schwiegen lange. Er st als er die Asbesthand- schuhe vom Kaminsims aufnahm, sie berstreifte und ein zurechtrckte, sagte sie: Der Plan hat sich also gendert, nicht wahr? Er legte die groben Handsc huhe auf den Sims zurck, 454 von einem dicken, armlangen, fa st durchgeglhten Scheit Was mochte er gemeint haben mit den Worten sehr so- gar? Da sie nicht zahlen wollten? Sie zog sich die groen Hands chuhe an, griff ins Feuer, nahm ein Stckchen Glut auf, hielt es eine Weile, warf es zurck, wiederholte das Spiel noch ein paarmal. Dann streifte sie die ri esigen Asbesthllen wieder ab und legte sich auf den Fuboden, sprte den Wrmestrom an ihrem Lars kam zurck, gab ihr ein geflltes Glas. Bloody Mary? 455 Die Amerikaner. Vor Verblffung fand sie zunchst keine Worte. Endlich, nach einer langen Pause ungl ubigen Staunens, fragte sie noch einmal nach: Die Amerikaner? Sie fragte es ganz behutsam, nickte sogar, wie man es gegenber einem Verwirrten tut, dem man allen Unsinn durchgehen lt in der Hoffnung, ir- 456 traggeber angesehen, sondern in Interesse daran haben, 457 Warum? fragte sie. Zwei von euch sind gefat wo rden, und es ist nur eine Frage der Zeit, da sie reden. Uns, also meine Partner und mich, knnen sie nicht beschrei ben, weil sie damals nicht dabei waren, wohl aber dich und deine Leute; dann braucht man nur einen von euch zu finden, und schon hat man die Spur zu uns! Dann wirst du mich also bist mir durch die Lappen Sie wute, da er log. Er wrde erledigt sein, wenn ihm blick wre auch der zerstobe n: Die WALTHER war weg! 458 berlegte fieberhaft. Es war klar, er hatte noch einmal den Sex mit ihr gewollt, den Ritt neben dem Feuer, wie ers damals genannt hatte. Vielleic ht wrde er ihn in dieser Nacht ein zweites Mal wollen, ab 459 Nimm lieber wieder deinen alten Platz ein und reite mich in den Himmel! Sie tuschte ihn, indem sie den sanften Rhythmus wie- deraufnahm, und das fr eine ganze Weile, denn ihre Waf- 460 gefllten Bcherregale, lief erneut in die Kche und ent- deckte im Schrank einen Kanist er mit Brennspiritus, trug 461 den, damit der Boden seine alte Festigkeit bekme. Dem- nchst sollte eine Ramme das lose aufgehufte Erdreich einebnen. Aber die Linie wrde noch lange zu sehen sein und Frank Golombek tagtglich an seinen verhngnisvol- len Pakt erinnern. Auch da s Schwimmbad war ein qulen- Du oder ich oder wir beide, das spielt berhaupt keine Rolle. Und ich hab es dir schon so oft gesagt: Was du gewollt hast, war nichts Bses! Du hast dir nur die fal- 462 schen Partner ausgesucht. Das wird man bei der Verhand- Hoffentlich! Aber ein paar Jahre werden sie mir trotz- dem geben. Wer wei! Darauf vertraue ich. Den Fahndungserfolg verdanken Die Notwendigkeit, berhaupt fahnden zu mssen, 463 Fast immer war es ja auch nur Marianne gewesen, die vol- ler Ungeduld auf das gelbe Auto zugelaufen war. Es blieb lich noch brig? Er zog die Schultern hoch. Eigentlich nichts, denn wenn wir vielleicht auch eine noch halbwegs saubere Ge- gend finden, dann passiert es womglich, da sie uns ei- nen Gterzug mit tckischer Molke vor die Tr schieben; man kann nie wissen. Und brigens, Katharina, was im- 464 Und die vielen Zeichen, von denen wir umstellt sind? Das Schwimmbad, der Erdwall da drben, die Reithalle? Mein Vater hat mir mal gesagt: Wohin du auch gehst, deine Niederlage nimmst du mit. Die kannst du nicht ein- fach stehenlassen wie einen Koffer. Er hat recht, und dar- um wrde ich die Zeichen berall sehen, sogar mit ge- Die Gegend kannte sie schon seit langem. Vor einem Vier- teljahr hatte sie hier, zusamm en mit Hilario, nach einem 465 ihr eingefallen, da er von de m kleinen Haus im Wald erzhlt hatte, und auch davon, da es fr seine Tochter ein Ort der Zuflucht gewesen war. Vielleicht nun ebenso fr ihn? Also hatte sie sich dort auf die Lauer gelegt, und er war tatschlich gekommen! Ihr Vorhaben sogleich in die 466 knden: Meine Toten sind geshnt! Nicht ganz so, wie ich es wollte, aber doch geshnt. Ja, Matthew Braden und Jeff Haggerty und ihr Soldaten im Camp von Wasloh, auch meine Eltern und mein Bruder waren ohne persnliche 467 sie sich Sicht. Noch war der Reiter nicht zu erkennen, aber es dauerte hchstens eine halbe Minute, da wute sie: Der Mann in der kurzen schwarzen Jacke, den dunkelgrnen Breeches und den langen schwarzen Stiefeln war der, auf 468 nen in fast allen Grostdten ! Im Fernsehen wurden die Transparente gezeigt: Wann kndigt Bonn den Wasloher suchte man nach dieser Frau, und da sie sich dennoch hierhergewagt hatte, zeigte de utlich genug, wie ernst es ihr 469 Sei still! sagte sie noch einmal und trat nun dicht vor ihn hin, zog sich mit der Linke n das schwarze Seidentuch vom Kopf, warf es auf den Ti sch. Binde dir das vor die Augen! Aber ohne Tricks! Ic Aber wenn Er hrte, da sie die Waffe entsicherte. Ihm blieb also keine Wahl. Er nahm das Tuch auf, wollte es sich um den Kopf binden, aber seine Hnde zitterten zu sehr, und so fiel es ihm in den Scho. Schnell griff er da- nach, legte es erneut vor die Augen, fhrte die beiden En- den nach hinten, machte den Knoten. Sie wischte mit der freien Ha nd durch die Luft, nur eine Fingerbreite an seinem Gesicht vorbei. Er zuckte nicht Sie zog den Schal vom Hals, wickelte ihn, wie sie es ausprobiert hatte, um die Wa ffe, warf einen Blick zum Fenster, sah, da es geschlossen war. Dann schob sie die Pistole ganz dicht an seine ung, die fast allen Selbstmr- dern, sofern sie sich frs Herz entschieden haben, unter- luft, weil es ihnen nicht ge lingt, sich die Hand mit der Waffe in einem Winkel von genau neunzig Grad auf die gte sie die rechte Hand des 470 Toten so hin, da sie auf die geffnete Tr zeigte, drckte die Waffe hinein. Aber zwischen den erschlafften Fingern hielt das Eisen sich nicht, sttzte seine Rechte, zielte grob und scho, mit seinem Zeigefinger am Abzug, in den Waldboden vor der Tr. Gleich darauf fischte sie aus ihrer Jackentasche eine ein- zelne Patrone, lud nach und le gte die Waffe abermals in Golombeks Hand, sorgte dafr, da deutliche Abdrcke entstanden. Wieder hielten se Es polterte auf den Tisch. Na gut, dachte sie, Hand oder Tisch, das macht bei der Rekonstruktion keinen Unter- Sie nahm das Tuch vom Kopf des Toten, band es sich wieder um. Das Notizbuch kam in den Korb. einer Stunde oder zwei wird Frau Golombek ihren Mann . Also: Frank Golombek ist od gewhlt. Einen Mrder 471 wird man nicht suchen. Ich habe Zeit und Ruhe, mich aus dieser Gegend zu entfernen, fa hre morgen nach Frankreich und von dort aus weiter. Ich we rde ein paar Monate zu Haus verbringen. Dann wchst Gras ber den Fall Was- loh, und erst danach, vielleicht in einem Vierteljahr, viel- leicht in einem halben, fahre ich nach Schweden, stelle als Journalistin von PARIS MA TCH oder vom OBSERVER Recherchen an ber den Tod eines gewissen Lars Nyda- ger, gerate an seine Freunde, und vielleicht ge lingt es mir, die Spur aufzudecken, die in die USA fhrt. Dort wird es dann ein paar Leute geben, die zahlen mssen. Nicht in Dollars; diese Chance Sie trat hinaus, schlo die Tr, kratzte die Kugel aus

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