Der Ewige Held — Michael Moorcock


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ehemaliger
Frau, haben
einander wiedergefunden. Doch ihre Kinder
sind noch verschollen
– irgendwo jenseits
dieser
Ebene
Realität. Und so macht
sich Hawkmoon, der Ewige
Held, mit Hilfe
des Runenstabs
auf seine verzweifelte
Suche
nach ihnen. Dorians Ziel ist
Tanelorn, die heilige
Stadt,
in
der
Wahrheit und
ist voller Gefahren, denn er
führt
durch
mensionen des
Multiversums. Dies ist der
MICHAEL MOORCOCK
ERICH PABEL VERLAG KG-RASTATT/BADEN
Titel des Originals:
THE QUEST OF TANELORN
Aus dem Englischen von Lore Straßl
TERRA-FANTASY-Taschenbuch
erscheint vierwöchentlich im Erich Pabel Verlag KG,
Pabelhaus, 7550 Rastatt
Copyright © 1975 by Michael Moorcock
Deutscher Erstdruck Redaktion: Hugh Walker
Vertrieb: Erich Pabel Verlag KG
Gesamtherstellung: Clausen & Bosse, Leck
Unsere Romanserien dürfen in
Leihbüchereien nicht ver-
liehen und nicht zum gewerbsm
äßigen Umtausch verwen-
det werden; der Wiederverkauf ist verboten.
Alleinvertrieb und Auslieferung in Österreich:
Pressegroßvertrieb Salzburg, Niederalm 300
A-5081 Anif
Abonnements- und Einzelbestellungen an
PABEL VERLAG KG, Postfach 1780, 7550 RASTATT,
Telefon (0 72 22) 13-2 41
Printed in Germany
März 1979
S&L by Tigerliebe
K by
richardpfeynman
Vorwort
Taktiker und Krieger von wildem Mut und be-
merkenswertem Können, ohne Achtung für das
rer, korrupt bis ins tief-
ste Innere und vom Wahnsinn geprägt, alles has-
send, das nicht verderbt war wie sie; eine Macht
ohne Moral – eine Kraft ohne Gerechtigkeit; das
In all den unterdrückten Landen gab es nur
noch wenige mit Hoffnung. Noch weniger wagten
es, ihrer Hoffnung Ausdruck zu verleihen – und
kaum einer hatte den Mut, den Namen auszuspre-
Mit Hilfe des Runenstabs, dem Dorian Hawk-
moon in schicksalhafter Weise zu dienen auserko-
ren war, gelangte das legendäre Schwert der
gangenheit zu beschwören.
Mit dieser Legion der Morgenröte kehrten sie
zurück nach Londra, um das Dunkle Imperium
Bowgentle, Oladahn…
Danach lebte Dorian Hawkmoon mit seiner Frau
auf von Geistern, die in
der Kamarg erschienen,
um mit Dorian Hawkmoon
ten waren es – Graf Brass, d’Averc, Bowgentle,
Oladahn – wiedererweckt aus einer Zeit ihres Le-
schaftlern des Dunklen Imperiums, Kalan und Ta-
ragorm, die Rache an Hawkmoon nehmen und
das Imperium neu aufleben lassen wollen. Aber
ihre Machenschaften mit der Zeit führten zu
Spannungen im Multiversum.
Hawkmoon und die Gefährten, die Kalan durch
folgten, fanden sich er-
Dorian Hawkmoon, der den Verlauf genau
kannte, griff schicksalhaft
Tod des Grafen Brass.
Damit veränderte sich aber auch die Zukunft.
der wohl Graf Brass lebte, aber Yisselda in der
erneut Spielball der Kräfte, die sein Geschick len-
ken. In einer anderen Ebene des Multiversums,
die Schergen Ariochs, des Chaoslords, und ver-
e Kinder, und die Über-
zeugung quält ihn immer mehr, daß sie irgendwo
existieren im Chaos des Multiversums, und daß er
ihnen zu Hilfe kommen muß.
Das ist die Ausgangssituation für diesen Ro-
Da das Thema des Ewigen
BAND III DER CHRONIK VON BURG BRASS
Ausdruckskraft. Sie schien launisch und schrullig
- DIE HOHE GESCHICHTE DES RUNENSTABS
Und als diese Periode ihr Ende gefunden hatte,
folgte ihr eine neue. Eine mit denselben Helden,
deren Erlebnisse vielleicht noch ungewöhnlicher
und schrecklicher waren als die vergangenen.
Und, wieder war die Burg Brass in den Marschen
der Kamarg der Ausgangspunkt und in mancher
Weise der Mittelpunkt vieler dieser Ereignisse.
ERSTES BUCH:
WELT IM WAHNSINN – EIN HELD DER
EIN ALTER FREUND AUF BURG BRASS
„Aber nur Träume, Hawkmoon. Verlorene Träu-
Die kräftige Gestalt des Grafen Brass trat vom
moons hageres Gesicht fiel. „Ich wollte, ich hätte
zwei Enkel! Wie sehr ich mir das wünschte! Viel-
Es war ein bereits so of
daß es schon fast zum Ritual geworden war. Graf
und Unklarheiten. Sie
„Es waren ein Junge und ein Mädchen.“ Hawk-
Wahnsinn mehr in ihm. „M
Junge war dir sehr ähnlich.“
„Wir haben es dir gesagt, Vater.“ Yisselda trat
dem Schatten am Kamin. Ihr grünes Gewand war
am Hals und an den Ärmeln
Graf Brass fuhr sich durch das graumelierte ro-
te Haar und zog die roten Brauen zusammen. „Ich
„Deshalb auch dein ständiges Argumentieren,
doxa erklären“, murmelte Graf Brass. „Doch einen
anderen gibt es nicht, der die richtigen Worte fän-
de, damit ein einfach denkender Krieger wie ich
sie versteht. Ihr seid der Meinung, ich wäre aus
ne Erinnerung an das Sterben. Und Yisselda wur-
de aus dem Nichts befreit, dabei war ich über-
zeugt, daß sie in der Schl
sprecht ihr von Kindern, die auch irgendwo im
der, die solche Schrecken erdulden müssen! Nein,
gekämpft hat. „Nichts wird uns daran hindern,
alles zu tun, um sie zu finden. Deshalb brechen
f, in der Hoffnung, daß
vielleicht Königin Flanâs
Graf Brass zupfte an seinem dicken roten
Schnurrbart. Die Erwähnun
dere Gedanken in ihm. Eine Spur von Verlegen-
Yisselda lächelte voll gütigen Humors. „Hast du
Ihr Vater zuckte die Schultern. „Die üblichen
e und Grüße. Ich habe
vor, ihr zu schreiben. Vielleicht reicht mir die Zeit
für einen Brief, ehe ihr abreist.“
du selbst mitkämst.“ Sie warf Hawkmoon, der sich
den Nacken rieb, einen verschwörerischen Blick
„Vielleicht nicht der Ratschläge wegen“, meinte
schaft. Sie war den Männern früher nicht abge-
cs schrecklichem Ende… Ich
rat hegt, doch hörte ich auch, daß sie Überlegun-
gen wegen der Erbfolge anstellt. Nun gibt es ihrer
Meinung nach lediglich einen einzigen Mann, der
ihr vielleicht soviel bedeuten könnte wie Huillam
d’Averc. Ich fürchte, ich drücke mich ein wenig
unbeholfen aus…“
verständlich, denn andere Gedanken beschäftigen
dich. Ich bin jedoch gerührt von deiner Bereit-
so unbedeutenden Ange-
legenheiten zu befassen.“
Graf Brass lächelte und
legte einen Arm um Yisselda. Der Brokatärmel fiel
muskulösen Unterarm. „Aber ich bin zu alt, mich
noch einmal zu verehelichen. Dächte ich an eine
Jahren gefaßten Entschluß, zurückgezogen in der
Kamarg zu leben, hat sich nichts geändert. Au-
reits einmal taten, als du…“ Sie verstummte.
„Als ich tot war?“ Graf Brass runzelte die Stirn.
rungen an dich habe, Yisselda. Als ich aus Londra
zurückkehrte und dich hier fand, war ich über-
glücklich. Ich suchte na
ch keiner Erklärung. Mir
Londra selbst fallen gesehen. Doch das war eine
Erinnerung, die ich nur zu gern bezweifelte. Eine
Erinnerung an Kinder wiederum – von solchen
Gedanken heimgesucht zu
ben –, nein das ist zu
„Es ist ein uns bereits vertrautes Gefühl“, sagte
finden; hoffen, daß sie nichts von all dem wissen;
hoffen, daß sie glücklich sind, auf welcher Ebene
sie sich jetzt auch befinden.“
Es klopfte an der Tür. „Herein“ rief Graf Brass
mit rauher Stimme.
Hauptmann Josef Vedla trat ein. Er schloß die
Tür hinter sich und blieb einen Augenblick stumm
nannte – Hirschlederhemd, Wildlederwams und –
der. Ein langer Dolch steckte im Gürtel. „Der Orni-
gnügen sein, die gleich
e Route zu nehmen wie
damals, als ich zum erstenmal in die Kamarg
Yisseldas Hand lag noch in der ihres Vaters. Sie
streckte die andere nach Hawkmoon aus. Ihre
klaren Augen musterten kurz sein Gesicht, und sie
„Ein Reiter, Herzog Dorian. Unsere Hüter sahen
ihn. Ihre Heliographmeldung kam vor wenigen
Minuten an. Er nähert sich der Stadt.“
„Wo hat er die Grenze überschritten?“ erkun-
„Das ist ja das Sonderba
re. Man hat ihn an der
Grenze nirgends gesehen. Er war schon den hal-
„Das ist allerdings ungewöhnlich. Unsere Hüter
„Das waren und sind sie auch heute. Er kam
nicht auf einer der üblichen Straßen.“
n Reiter, keine ganze Ar-
Hawkmoon lachte. Einen Augenblick waren sie
alle übermäßig besorgt gewesen. „Laßt ihm ent-
Hawkmoon schritt ans Fenster und blickte über
Lagunen jenseits der alten Stadt. Der Himmel war
neigte das Schilfrohr. Er bemerkte eine Bewegung
schen zur Stadt führte. Er sah den Reiter. Er kam
rasch in einem gleichmäßigen Galopp daher. Auf-
recht und stolz saß er im Sattel. Und seine Hal-
tung erschien Hawkmoon vertraut. Doch aus die-
ser Entfernung war noch zu wenig zu erkennen.
Hawkmoon mußte sich gedulden, bis er näher
war. „Er erinnert mich an jemanden, aber ich bin
„Für manche“, murmelte Hawkmoon und ärger-
lange hatte er sich ihm
hingegeben, und nun, da er es endlich überwun-
empfindlich, wenn sich
doch immer wieder Nachwehen bemerkbar mach-
ten. Denn hatte er sich früher von diesem Gefühl
völlig überwältigen lassen, so lehnte er es nun ab
und zeigte eine absolute
Erleichterung für alle, außer jenen, die ihn wirk-
lich gut kannten und ihm
die größte Zuneigung
entgegenbrachten. Yisselda ahnte seine Gedan-
ken. Sanft strich sie ihm mit einem Finger über
Lippen und Wange. Er lächelte sie dankbar an,
zog sie an sich und küßte sie auf die Stirn.
empfangen?“ fragte sie.
Hawkmoon nickte. „Ja, es könnte schließlich
chen“, mahnte sie ihn liebevoll. „Die Chance, daß
Yisselda lächelte ihrem Vater zu und verließ den
Graf Brass trat an einen polierten Eichentisch,
„Trinkst du noch ein Glas Wein mit mir, ehe ihr
„Mehr denn je bedaure ich, daß Bowgentle nicht
mehr unter uns weilt. Er könnte uns gut beraten“,
sagte Graf Brass. „All diesem Gerede von weite-
ren Existenzebenen, anderen Wahrscheinlich-
keitswelten, und über die Möglichkeit, daß tote
„Der Unterschied zwischen uns, nehme ich an“,
sagte Graf Brass, „ist, daß du dir trotz aller wie-
gewissen Hoffnungen nachzuhängen, während
ich, zumindest aus meinen bewußten Gedanken,
verbannte. Dein Glaube daran erwacht offenbar
„Wie meinst du das?“
„Ich denke an meine Träume. An die seltsamen
Träume, in denen ich mich in den verschiedensten
Körpern sehe. Ich dachte, diese Träume ent-
aber nun bin ich mir
nicht mehr so sicher. Sie wiederholen sich auch
„Seit du mit Yisselda zurückgekehrt bist, er-
wähntest du sie nicht mehr.“
lebe sie jede Nacht aufs neue. Ich bin Elric und
Erekosë und Corum, ja, hauptsächlich diese drei,
den Runenstab, manchmal ein schwarzes
Schwert. Und alles erscheint mir von großer Be-
deutung. Ja, hin und wieder, wenn ich allein bin,
vor allem, wenn ich durch die Marschen reite,
me auch am Tag in mir
Halbgott denken…“
„Genau wie ich“, versicherte ihm Graf Brass
und schenkte Hawkmoon Wein nach. „Aber es
sind die anderen, die ihre
„Eine gesunde Welt bedarf ihrer auch nicht.“
„Aber vielleicht könnte nur eine Welt ohne Men-
schen gesund sein.“ Graf Brass’ Lächeln wirkte
düster. „Vielleicht sind wir es, die die Welt zu dem
„Wenn ein Mensch gesunden kann, dann kann
Graf Brass fest an. „Darau
„Ich wollte, ich könnte ihn mit dir teilen. Wie ich
nichten. Meine einzige Hoffnung besteht darin,
daß dieses Geschick sich möglichst lange hinaus-
schieben läßt, daß die u
nheilvollsten Taten gezü-
gelt werden können, daß sich ein wenig Gleichge-
„Gleichgewicht! Die Vorstellung, wie das kosmi-
rung gelangte, das Gleichgewicht genüge nicht –
jedenfalls nicht in dem Sinn, wie du es meinst.
Ausgeglichenheit in einem Menschen ist gut – sie
stellt das Gleichgewicht zwischen den Bedürfnis-
sen des Geistes und des Körpers her. Wir sollen
sie erstreben. Aber wie sieht es mit der Welt aus?
gen.“ Graf Brass lachte. „I
lichen Sinn des Wortes,
„Es ist der Grimm“, sagte Hawkmoon. „Wir
dienten dem Runenstab. Das kam uns teuer zu
Qualen. In uns ist immer noch eine schreckliche
Verzweiflung. Und versprach man uns nicht, daß
wir mit seiner Hilfe rechnen könnten, wenn wir
„Möglicherweise nicht wirklich.“
möchte ich keine Zukunft erleben, in der wir sie
In diesem Augenblick klop
der Tür. Mit langen Schritten beeilte sich Hawk-
moon, sie zu öffnen.
Knauf seines einfachen Schwertes, ein zusam-
mengefalteter Umhang über der rechten Schulter,
die Mütze schief auf dem Kopf und das rote Ge-
Ritters in Schwarz und
Gold – Orland Fank, Diener des Runenstabs.
„Einen schönen Tag, Euch, Herzog von Köln“,
begrüßte er Hawkmoon.
Hawkmoon runzelte die Stirn, sein Lächeln war
düster. „Auch Euch einen schönen Tag, Meister
„Die Orkneyer erbitten nichts um nichts, Herzog
das Zimmer, mit Haupt-
mann Vedla hinter ihm. Er stellte sich an den Ka-
min und wärmte sich die
umsah. Er amüsierte sich sichtlich über ihre Ver-
Herrn hier Eure Einladung
Fank zog die Brauen zusammen. „Das stimmt.
Doch gebt die Schuld dafür weder mir noch dem
Runenstab. Jene Kräfte, die in Euer Leben und
n, wirkten auch auf den
Runenstab ein. Er ist vo
den, Hawkmoon von Köln. Ich suchte ihn in Ama-
rem angeblichen Wahn-
vom Hof von Muskovia
auf den Weg hierher, um
Euch zu fragen, ob Ihr
eine Erklärung für die ungewöhnlichen Ereignisse
des vergangenen Jahres habt.“
„Ihr – das Orakel des Runenstabs – kommt
Graf Brass lachte
dröhnend und schlug sich klatschend auf die
Schenkel. „Die Welt scheint wahrhaftig auf dem
nicht ohne Neuigkei-
ten, die Euch interessieren
dürften!“ Fank straffte
die Schultern und drehte den Rücken zum Feuer.
Nicht länger wirkte seine Miene amüsiert. Hawk-
in einen der Kelche
terkeitsausbruch. Ein tiefer Ernst zog über sein
schlechter Gastgeber.“
„Und ich ein ungelegener Gast, Graf. Aus den
Vorbereitungen auf Eurem Innenhof schließe ich,
ihm Hawkmoon.
und ich konnte es weder
bestätigen noch widerlegen, denn ich mußte fest-
Streiche spielt. Ich verl
nem eigenen Gedächtnis…“
„Uns ergeht es nicht besser“, versicherte ihm
der Wirklichkeit, meine Dame. Manche würden
deren Auswirkungen. Unmöglich können sie all
diesen Aufruhr herbeigeführt haben. Ich vermute,
war er sicher, daß er ihn noch nie, auch nicht in
seinen ungewöhnlichen Träumen, gehört hatte.
Das sagte er Fank.
„Eine Stadt“, murmelte Hawkmoon. „Es ist der
Name einer Stadt.“
keine Stadt dieses Namens auf dieser Welt. Sie
nenstab finden würden? Und Eure Kinder?“
ben. Er sah zu, als Hawkmoon und Yisselda in die
weich gepolsterte Kabine des großen Ornithopters
schine ruckte an, und ein Windstoß wehte Graf
Brass’ rote Haarfülle zurück, während Fank mit
Graf Brass winkte. Die Maschine legte sich ein
wenig schräg, als sie sich über die roten und gel-
nen plötzlichen Bogen, um einem Schwarm der
gen waren, und gewann mit jedem Schlag ihrer
klirrenden Schwingen an Höhe und Ge-
schwindigkeit. Bald schien es Hawkmoon und Yis-
selda, als gäbe es nur noch das kalte, klare Blau
Seit ihrer Unterhaltung mit Orland Frank hatte
Hawkmoon seinen Gedanken nachgehangen, und
„Es gibt immer noch weise Männer in Londra.
Königin Flanâs Hof hat viele Gelehrte, viele Philo-
sophen angelockt. Vielleic
ht ist jemand unter ih-
„Mir ist lediglich der Name vertraut, obgleich ich
das Gefühl habe, als müßte ich mehr darüber wis-
sen wir beide, daß das nicht der Fall sein kann.“
„In deinen Träumen, vielleicht, Dorian?“
„Manchmal scheint mir,
als wäre ich in meinen Träumen schon überall
gewesen – in jedem Zeitalter der Erde, ja sogar
auf anderen Welten, jensei
ts der Erde. Von einem
bin ich fest überzeugt: es gibt tausend andere Er-
den, ja selbst tausend andere Galaxien – und die
Ereignisse auf unserer Erde spiegeln sich auf allen
anderen wider, die gleichen Schicksale finden
auch dort auf leicht veränderte Weise ihre Erfül-
lung. Aber ob diese Schicksale von uns selbst ab-
hängen oder von anderen, übernatürlichen Gewal-
sagte einmal, der Geist des Menschen sei so
lassen kann, wenn er dieser
„Vielleicht sind diese anderen Welten wirklich,
weil sie zu dem einen oder anderen Zeitpunkt un-
serer Geschichte von ge
braucht wurden. Könnte es sein, daß alternative
Welten auf diese Weise geschaffen werden?“
Nun zuckte sie die Schultern. „Das zu beweisen,
dürfte wohl weder dir noch mir gelingen, und
wenn wir noch soviel Information darüber zu-
sammentragen können.“
Ohne weitere Worte gaben sie diesen Gedan-
kengang auf und bewunderten die herrliche Aus-
boten wurde. Mit gleichmäßigem Flügelschlag ver-
stallstadt Parye, die nun
neuerstanden war. Das So
nnenlicht brach sich in
den unzähligen Prismen der Türme, die die zeitlo-
gebracht hatte, und verwandelte sich in funkelnde
Regenbogentöne. Staunend sahen sie ganze Ge-
Klingeln der Glasornamente hören, mit denen die
Bürger von Parye ihre mit Quarz gepflasterten
Straßen schmückten. Selbst jene vom Wahnsinn
besessenen, blutdurstigen Zerstörer hatten Ehr-
furcht vor dieser Kristallstadt empfunden – und
sagte, die Kinder in Parye würden blind geboren,
und es dauere manchmal bis zu drei Jahre, ehe
ihre Augen fähig waren, den Glanz aufzunehmen,
der für die Bewohner Paryes alltäglich war.
„Wir übernachten in Karlye“, sagte Hawkmoon,
„und brechen früh am Morgen zur Silberbrücke
mer für Hawkmoon und Yisselda ganz in der Nähe
des Flughafens in einem kleinen, aber gemütli-
gen, die die Eroberung durch das Dunkle Imperi-
um unbeschädigt überstanden hatten. Yisselda
erinnerte sich, daß sie bereits als kleines Mädchen
mit ihrem Vater hier abgestiegen war, und sie
danken an ihre Kindheit sie an ihre verlorene
Yarmila erinnerten. Als Hawkmoon den Schatten
was in ihr vorging, legte
Der Tag war anstrengend gewesen, und sie fühl-
noch zu unterhalten.
Hawkmoons Schlaf wurde fast unmittelbar von
den nur allzu vertrauten Träumen heimgesucht.
Gesichter und Bilder heischten um seine Aufmerk-
Er war Corum – Corum von der nichtmenschli-
chen Rasse der Vadhagg – und ritt gegen die
grauenerregenden Fhoi Myore, das Kalte Volk aus
dem Nichts…
menschliches Volk führte. Und er war Urlik Skar-
sol, Prinz des Südeises, der seine Verzweiflung
zu müssen, hinausschrie…
TANELORN…
wesen? Entsann er sich nicht des wundersamen
finden können, die zutiefst gelitten hatten?
TANELORN…
„Zu lange trug ich meine Last – zu lange be-
Stimme sprach es, doch nicht seine Lippen form-
Lippen waren es, nicht-
menschliche Lippen… „Ich brauche Ruhe – ich
muß Ruhe haben…“
sicht geprägt von unbeschreiblichem Bösen, doch
AHHHH, ICH LEIDE!
Hierhin und dorthin marschierten die wohlbe-
Schwerter hieben und
zugrunde. Blut strömte aus den Leibern – ein be-
TANELORN – habe ich den Frieden Tanelorns
denn nicht verdient?
soll.
Dann sorge für Gerechtigkeit!
Ich kann es nicht. Ich bin nur ein Mensch.
bist der Ewige Held!
keit!
Ich bin Elric! Ich bin Urlik! Ich bin Erekosë! Ich
men (wenn es Träume waren) für einen flüchtigen
Moment den Frieden – ein
Gefühl, das zu groß für
Worte war. Er war eins. Er war eins…
Der Morgen graute.
Die Silberbrücke war nicht mehr, wie Hawk-
moon sie in den vergangenen Jahren gekannt hat-
im Augenblick von Nebel,
ch von Wolken verbor-
vom Ruhm des Dunklen Imperiums zeugen soll-
ten. Statt dessen schmückten neue Bilder sie, ei-
Stadt des Kontinents,
Hunderte von Meilen zu Fu
ß zurückgelegt hatten,
nur um dieses Wunderwerk zu sehen, schritten
dung, die zu sehen war, zeugte zuweilen von
he war unansehnlich,
geflickt, staubig, manche protzig in ihrem über-
triebenen Prunk. Pelz, Leder, Seide, Wolle, die
schmückten Kopf und Rücken der Reisenden. Jene
in den kostbarsten Gewändern litten am meisten
unter dem kalten Regen,
denn er drang durch
und fand die nackte,
frierende Haut darunter. Hawkmoon und Yisselda
rme Reisekleidung ohne
jegliche Verzierung, und
ihre Pferde waren gute,
schon hatten sie sich der Menge angeschlossen,
Seine Laune wurde besser, als er auf die zit-
ternden Trossen schaute, die die Hängebrücke
hielten, auf die kunstvolle Silberverzierung der
mächtigen Stahlpfeiler, die nicht nur erbaut wa-
von Nutzen als auch großer Schönheit, und ohne
Doch plötzlich schien es Hawkmoon, als senke
sich ein Schweigen auf die Brücke herab. Das
Knarren der Wagen und das Dröhnen der Hufe
verstummte, genau wie das Kreischen der Möwen
und das Donnern der Brandung. Er wollte sein Er-
staunen darüber Yisselda mitteilen, aber sie war
leicht war es Yisselda, die
Hawkmoon wollte sein Pf
erd herumwirbeln, um
zurückzureiten, in der Hoffnung, wenn er es
schnell genug tat, wieder zu Yisselda zu gelangen.
Aber sein Pferd weigerte sich. Es schnaubte, es
Und Hawkmoon schrie in seiner unbeschreibba-
ren Verzweiflung ein qualvolles: „NEIN!“
Eine andere Stimme war es – eine dröhnende,
tallboden. Er versuchte ve
dorthin, wo er sicher
war, Yisselda wiederzufinden.
Ein boshaftes Lachen erschallte hinter ihm.
Mit gespreizten Armen un
d Beinen lag er noch
auf dem Bauch, aber es gelang ihm zumindest,
h sein Pferd stürzen und
an den Brückenrand rutschen, wo es mit zappeln-
den Beinen und rollenden
Augen gegen das Ge-
unter dem Umhang hervorzuholen, aber er lag
darauf, und es ließ sich nicht herausziehen.
klang weniger selbstsicher. Und dann dröhnte die
Hawkmoon empfand eine
grauenvolle Angst,
bisher gekannt hatte. Er hatte nur einen Wunsch,
fortzukriechen von der Quelle dieser Angst, aber
und dieses Gesicht, das er aus dem Augenwinkel
bemerkt hatte, anzusehen.
mten Horizont aus, es
starrte aus dem Nebel, der um die schwankende
Träume. Die Augen wirkten drohend und waren
doch von einem eigenen Grauen erfüllt, und die
riesigen Lippen formten erneut das Wort, das
gleichzeitig eine Herausforderung, ein Befehl und
kommen. Mit gespreizten Beinen hielt er sein
Gleichgewicht und erwiderte mit aller Willenskraft,
einem Willen, der ihn selbst erstaunte, den star-
„Wer bist du?“ rief Hawkmoon. Seine Stimme
war dünn, der Nebel schien die Worte zu ver-
war schön und finster und von einem dunklen,
unbeschreibbaren Ton. Di
nem ungesunden Rot; di
e Augen waren mögli-
braun, und in den Pupillen glitzerte ein wenig
Qualen wand, aber auch, daß sie ihn bedrohte,
daß sie ihn vernichten würde, gäbe man ihr die
„SCHWERT…“, sagte das Wesen. „SCHWERT…“
Das Wort hatte eine beachtliche Bedeutung.
e die eines hoffnungslos
Schmachtenden, der um die Erwiderung seiner
auch das, was er liebt. Eine Drohung klang aus
seiner Stimme, und der Tod.
„ELRIC? URLIK? ICH… ICH WAR TAUSEND –
ELRIC? ICH…?“
Ewigen Helden – seiner,
Hawkmoon, selbst? Blick-
te er auf seine eigene Seele?
„ICH – DIE ZEIT – DIE KONJUNKTUR – ICH
danken von sich. Es
„Wer bist du?“ Hawkmoon spürte die Kraft in
seiner Stimme, als er sich zwang, auf dieses
dunkle, finster starrende Gesicht zu blicken.
Haß funkelte aus ihnen. Instinktiv wollte Hawk-
er blieb scheinbar un-
gerührt stehen und erwiderte den durchdringen-
den Blick dieser boshaften Riesenaugen. Die Lip-
schauderte.
Wie von selbst drängten sich Worte über seine
Lippen. Er sprach sie mit fester Stimme, obgleich
er weder ihren Ursprung, noch ihre Bedeutung
„Du mußt gehen“, sagte er. „Du bist hier fehl
„ICH MUSS ÜBERLEBEN – DIE KONJUNKTUR –
DU WIRST MIR ÜBERLEBEN HELFEN, ELRIC…“
„UND WENN SCHON? ES IST NUR EIN ANDE-
STÄRKSTEN. ICH HABE DIR SO SEHR GEHOL-
„das zumindest weiß ich. Ich lasse mir nicht von
dir helfen. Deiner Hilfe verdanke ich meine Ketten
„Noch nicht. Doch hüte dich vor dem Tag, da
„Du mußt weg! Ich beginne, dich zu erkennen!“
„Du mußt fort!“ Hawkmoon spürte, wie seine
„Ich…“ Die Stimme klang schwächer, weniger
Da nahm Hawkmoon alle ihm noch verbliebene
Willenskraft zusammen und lachte das Wesen
Sein Umhang flatterte um ihn und verfing sich
zwischen den Beinen. Und dann tauchte Hawk-
Er schnappte nach Luft.
Meerwasser drang in seinen Mund. Er hustete,
das Wasser hoch, versuchte aufzutauchen, aber
Sein Körper quälte sich, während er sich be-
mühte, Luft zu holen
über ihm aus dem Nebel. Er zwang seinen Körper
ge und keuchte in der frostigen Luft.
Ein kleines Ruderboot näherte sich ihm. Eine
nicht übermäßig große Gestalt saß darin. Sie war
in einen wasserdichten Umhang gehüllt, trug ei-
nden Hut, der den größ-
ten Teil ihres Gesichts verbarg. Aber die grinsen-
den Lippen waren unverkennbar, kaum weniger
und deren gelbe Augen
ten. Sie war ein sehr nasses kleines Geschöpf, die
Bootrand, und Jhary-a-Conel holte erst die Ruder
ein, ehe er dem Herzog von Köln ins Boot half.
„Es ist klug, für einen wi
Hawkmoon konnte nicht antworten, denn Lunge
und Magen waren noch voll Wasser. Er legte sich
ins Boot und übergab sich, während Jhary-a-
der zu rudern begann.
„Ich glaubte mich zuerst auf einem Fluß, denn
meint Ihr?“
blickte auf. „Aha! Dann bin ich also Jhary-a-Conel,
„Mir ist, als hätte ich einen anderen Namen ge-
habt, als ich zu rudern begann. Dann kam der
Nebel.“ Jhary zuckte die Schultern. „Ist egal. Es
„Ich stürzte von einer Brücke“, sagte Hawk-
Ilian von Garathorm, und dann erneut Hawk-
wechseln! Ihr verwirrt
mich, Herzog Dorian.“
„Ihr sagt, meine Name
mich in anderer Gestalt gekannt?“
„Gewiß. Gut genug, daß mir unsere jetzige Un-
terhaltung eine ermüdend
Jhary runzelte die Stirn. „Mein Gedächtnis ist in
dieser Hinsicht nicht besonders gut. Manchmal,
deucht mir, erinnere ich mich an vieles meiner
vergangenen (und zukünftigen) Inkarnationen.
Doch des öfteren, wie diesmal, weigert mein Ver-
rem, als den dringlich-
„Das finde ich sehr unbequem“, murmelte
Hawkmoon. Er blickte auf, als versuche er, die
Brücke zu sehen, aber immer noch umgab sie
daß Yisselda in Sicherheit und auf ihrem Weg
„Genau wie ich, Herzog Dorian. Ich frage mich,
„Was ist mit der Konjunktur der Millionen Sphä-
Verrät Euer mangelhaftes Gedächtnis Euch dar-
gendwie scheint mir der Begriff vertraut zu sein.
„Das kann ich nicht. Ich hatte gehofft…“
Land in Sicht! Hoffen wir, daß es uns freundlich
„So habt Ihr keine Ahnung, wo wir sind?“
„Nicht die geringste, Herzog Dorian.“ Der
Bootskiel scharrte über Ki
es. „Irgendwo auf einer
der fünfzehn Ebenen, nehme ich an.“
Fünf Meilen waren sie schon über Kreideberge
gekommen, ohne Anzeichen zu finden, daß das
Land bewohnt war. Hawkmoon hatte Jhary-a-
Conel alles erzählt, was ihm widerfahren war und
was ihm Rätsel aufgab. Er entsann sich kaum der
Abenteuer in Garathorm,
os und dem ewigen Kampf zwischen den Göttern.
häufig der Fall ist, verursachte nur neue Ver-
Mutmaßungen nicht weiter nachzugehen.
natürlich zugeben muß, daß ich von Natur aus op-
verlieren haben. Diese Kr
der Brücke gegenübersaht, muß über unge-
heuerliche Kräfte verfügen, wenn Sie Euch aus
sinnt ist. Aber ich habe nicht die geringste Ah-
nung, wer sie sein könnte, noch wann und ob sie
tung.“
ganz verschwunden. Eine gespenstische Stille
seit Beginn ihres Marsches geduldig auf seiner
Schulter saß. „Ich fürchte, ich muß Euch recht ge-
ben. Trotzdem glaube ich, daß es kein Zufall war,
der uns in dieses schweigende Land führte. Wir
dürften nicht nur Feinde, sondern auch Freunde
und dachte dabei an Orla
nd Fank und den Runen-
stab. „Freunde oder Feinde
„Gewiß keine einfachen Figuren.“ Jhary grinste.
„Gleichgültig, welchen Rang ich auch einnehme,
„Dann liegt es an Euch, Euch davon zu lösen“,
war Jharys mysteriöse An
twort. „Selbst wenn es
„Schließlich wissen wir ja gar nicht, wohin der
Weg uns führt“, gab er zu bedenken.
Augenblick ist es mir völlig gleichgültig, selbst
r Abend hereinbrach,
ein Anzeichen, daß außer ihnen in diesem Land
nkbar sein“, brummte
„Aber langweilig“, klagte Jhary. „Befinden wir
in einem angenehmeren
Jhary folgte Hawkmoons deutendem Arm. „Auf
„Ja. Ist es nicht ein Mensch?“
„Ich glaube schon.“ Impulsiv formte Jhary die
Hände zu einem Trichter und brüllte: „Hallo! Seht
Plötzlich war die Gestalt viel näher. Es sah aus,
als flackere schwarzes Feuer um ihre Konturen.
Sie war ganz in glänzendes Material gehüllt, das
„Schwert…“, murmelte die Gestalt. „Ich“, sagte
sie. „Elric.“
Hawkmoon hätte keinen Laut herausgebracht.
Haß brannten in den
Augen des Fremden. Er machte eine Bewegung.
Was habe ich dir getan? Ich habe dir in all meinen
„Ach, ja. Ich entsinne mich jetzt. Das Juwel. Es
geht auch mit dem Juwel. Aber das Schwert ist
besser.“ Die gutgeschnittenen Züge verzerrten
lichen Augen stierten
vor sich hin. Unvorstellb
are Pein sprach aus ih-
nen. Es war ganz offensichtlich, daß sie Hawk-
moon momentan nicht sehen konnten.
„Wer bist du?“ Diesmal stellte Hawkmoon ihm
diese Frage.
„Ich habe keinen Namen, außer du gibst mir ei-
mich. Ich habe nur Macht. Ah! Und Schmerzen!“
Wieder verzerrten sich die Züge vor Qual. „Ich
brauche… Ich brauche…“
Jharys Hand fuhr ungeduldig an die Hüfte, aber
Hawkmoon hielt seinen Gefährten zurück. „Nein,
„Nein“, sagte Hawkmoon ruhig, ohne überhaupt
„Das Schwert!“
Nun erst wurde Hawkmoon bewußt, daß die
Schwert, wenn du so vers
te er. „Von uns wirst du keines bekommen.“
Blitze schossen plötzlich aus dem Boden rings
Sie kreischte: „Du wirst zu
mich noch brauchen! Törichter Elric! Uneinsichti-
Das Kreischen hallte noch nach, als die Gestalt
bereits verschwunden war.
„Er kennt alle Eure Namen“, sagte Jhary. „Wißt
Hawkmoon schüttelte den Kopf. „Nicht einmal
aube nicht, daß ich ihm
Hawkmoon unterbrach die Überlegungen seines
Ohne sich Gedanken darüber zu machen, ob ei-
ne direkte Annäherung klug sei, stiegen sie in der
Dunkelheit mühsam den
Hügel hinab und erreich-
Als sie näherkamen, stellte Hawkmoon fest, daß
eine Gruppe von Männern das Feuer umgab, doch
nem Pferd saß und die Pferde die Köpfe direkt auf
„Guten Abend“, grüßte er kühn. Doch keiner
drehte den langen Kopf.
„Deshalb sind wir hier,
mengefunden. Willkommen! Wir haben Euch er-
er, daß das Feuer nicht no
rmaler Art war, sondern
meinte Hawkmoon, weitere kreisende Kugeln zu
wieder den Berittenen zu. Er kannte den Mann
nicht, der gesprochen hatte. Er war hochge-
wachsen, schwarz, sein Körper halb nackt, seine
Schultern in ein Cape au
sich knapp, doch höf-
lich. „Ihr wißt, wer ich bin, doch ich bedauerli-
cherweise nicht, wer Ihr seid.“
icherte ihm der Schwar-
ze. „Zumindest in einer
Sepiriz schüttelte den Kopf. „Es ist niemandes
„Mein gegenwärtiger Name ist Jhary-a-Conel.“
„Richtig“, murmelte Sepiriz. „Euer Gesicht ist
„Ihr kennt sie alle?“ fragte Hawkmoon.
„Ich glaube, ja. Mein Lord Sepiriz – aus der
Kluft von Nihrain, wenn ich mich nicht irre, nicht
nen alten Mann in prachtvollem Gewand, das mit
t einem stillen Lächeln.
„Und Ihr seid Lamsar, der Eremit“, wandte Jhary-
a-Conel sich an den nächsten Reiter, der sogar
noch älter als Abaris zu se
eise Sand klebte, auch
sein Bart war nicht frei von Sand. „Ich grüße
der Reiter. „Ihr seid doch tot!“ rief er. „Ihr seid
Helm, als der Ritter in Schwarz und Gold, Orlands
„Ihr seid Aleryon vom Tempel der Ordnung“,
sagte Jhary zu einem weiteren alten Mann mit
bartlosem, bleichem Gesicht. „Lord Arkyns Diener.
Und Ihr seid Amergin, de
Amergin, ein gutaussehender Mann in losem,
goldenem Schmuck ge-
Wie von selbst sprachen Hawkmoons Lippen:
Euch nicht erkannt!“ Ihre Stimme war sanft und
traurig, und plötzlich sah Hawkmoon sich in Rü-
stung und dicke Pelze gehüllt auf einer gewalti-
schrecklichen Schwert in der Hand. Er schloß die
Augen und stöhnte. „Nein…“
bei. Ich handelte gege
n Euch, edler Held. Nun
Wie auf einen unhörbaren Befehl hin stiegen die
sieben Reiter von ihren Pf
dichter an die kleine Kugel.
„Was ist diese Kugel?“ erkundigte sich Jhary-a-
Conel nervös. „Sie ist magisch, nicht wahr?“
„Möglich. Aber wir haben auch gehört, daß die
Chaos-Lords ebenfalls unter Angriff stehen, und
nicht durch die Ordnung.
gewicht selbst ist bedroht, wie es scheint.“
„Das ist der Grund, weshalb der Runenstab aus
meiner Welt gerufen wurde“, sagte Hawkmoon.
„So ist es“, bestätigte der Ritter in Schwarz und
„Und habt Ihr eine Ahnung, welcher Art diese
einen Streich…“
mit gerunzelter Stirn.
„Dann sollten wir vielleicht nicht davon spre-
„Ordnung und Chaos befinden sich in einem
großen Krieg miteinander. Es ist ein Krieg, der auf
Götter zum Untergang verdammt sind, daß die
kommen ist. Ich habe nichts
Elric gegenüber erwähnt, denn er ist bereits ver-
blasen…“
ein.
„… und Erekosë nach Tanelorn kommen soll“,
fügte die Lady des Kelches hinzu.
„… kann es nur in einer kosmischen Spaltung
von unvorstellbarem Ausmaß enden. All unsere
niemanden, der uns raten könnte, der uns sagt,
„Niemand, außer dem Kapitän.“ Abaris, der Ma-
„Und wie wollen wir wissen, daß er nicht seine
eigenen Ziele verfolgt? Wer gibt uns die Gewiß-
heit, daß er so selbstlos ist, wie er uns glauben
machen möchte?“ Zweife
l und Sorge sprachen
über ihn. Er ist erst kü
rzlich in den fünfzehn Ebe-
nen aufgetaucht.“
„Ist er das Wesen, das Dunkelheit ausstrahlt?“ Er
später auf dieser Welt gesehen hatte.
Sepiriz schüttelte den Ko
pf. „Auch der, den Ihr
schildert, ist uns unbekannt
, obgleich einige von
uns ihn ebenfalls gesehen haben. Deshalb sind wir
so ratlos. Diese verschiedenen Wesen erscheinen
plötzlich im Multiversum, und wir wissen nichts
über sie. Unsere Weisheit läßt uns im Stich…“
„Nur der Kapitän ist zuversichtlich“, warf Amer-
gin ein. „Wir müssen ihn aufsuchen. Wir selbst
können nicht helfen.“ Er starrte auf die leuchtende
Kugel in ihrer Mitte. „Erlöscht ihr Licht?“
Hawkmoon blickte auf die Kugel. Auch er be-
merkte, daß ihr Leuchten schwächer wurde. „Ist
unsere eigenen Welten, in unsere eigene Zeit, zu-
lionen Sphären“, drängte Hawkmoon.
ters in Schwarz und Gold. „Geht an Bord des
„Was ist mit dem Runenstab?“ fragte Hawk-
„Nur, wenn er auch Euch dient“, versicherte
sieben stiegen auf ihre Pferde. Sie waren nur noch
als Schatten zu erkennen.
„Und meine Kinder?“ ri
„In Tanelorn“, flüsterte die Silberkönigin. „Sie
warten auf ihre Wiedergeburt.“
„Bitte, erklärt es mir!“ flehte Hawkmoon sie an.
Aber ihr Schatten schwand als erster mit dem
re Größe, Ewiger Held,
doch nicht um Euren Seelenkampf.“
Da schrie Hawkmoon hinein in die Schwärze:
„Es genügt nicht! Es genügt nicht! Ich muß
moons Arm. „Kommt, Herzog Dorian. Nur indem
Doch da war auch Jhary-a-Conel verschwun-
Hawkmoon rannte durch die Nacht, durch das
Hawkmoon wirkten unheimlich. Er hatte nicht ge-
Geisterwelt vor. Er war von allen verlassen. Er
Ein roter Punkt schimmerte über seinen Kopf.
stimmte nicht. Der Punkt war rubinrot. Ein Stern
ament, dachte er. Das
und wußte, daß ein Schiff
anlegte. Er hörte das
Klirren einer Talje und ein
leichteres Platschen, als
wandte seine Aufmerksamkeit wieder dem roten
rschwunden, nur sein ro-
tes Licht war geblieben. Der Nebel löste sich auf.
Vorder- und Achterdecks waren bedeutend höher
als das Hauptdeck. Je eine Laterne hing am Bug
und am Heck, die sich mit dem Wellengang hoben
und senkten. Die Segel waren vertäut, Mast und
Reling geschnitzt. Die ha
links. Die Kreatur stand
dort. Ihre dunkelflammende Aura flackerte um
sie, ihre brennenden Augen flehten ihn an.
„Du störst mich“, sagte Hawkmoon. „Ich habe
„Schwert…“
„Such dir selbst ein Schwert – dann werde ich
mit Vergnügen gegen dich kämpfen, wenn das
Seine Stimme klang fest
die Angst in ihm wuchs.
„Was?“ Hawkmoon drehte sich um und sah, daß
die Augen ihn verschlagen ansahen.
„Nimm mich mit. Ich kann dir dort helfen. Du
„Nicht deine“, wehrte Hawkmoon ab. Er blickte
auf das Wasser und das Boot, das ihn abholen
Ein Mann stand aufrecht darin. Seine Rüstung
„Sir Hawkmoon?“ Die Stimme des Mannes
klang leicht und freundlich. „Ich bin Brut, ein Rit-
Gestalt verschwunden war.
„Nur jene an Bord wissen es.“
„Ist einer an Bord, der sich Kapitän nennt?“
„Und wer sind diese Männer?“
„Nun“, Bruts humorvolles Lachen minderte
Aus einem ihm selbst nicht erklärlichen Grund
beunruhigte diese Erklärung Hawkmoon nicht,
sondern erleichterte ihn sogar. Er lachte ebenfalls
nur die Verdammten Tanelorn?“
„Ich habe noch nie von anderen gehört.“ Brut
legte eine Hand auf Hawkmoons Schulter, als er
sich neben ihn stellte. Die Wellen erfaßten das
en, dessen dunkle, po-
lierte Hülle ein wenig des rubinfarbigen Lichtes
seinen Bau und den hohen geschwungenen Bug.
Schiff verfügt“, sagte er.
moon.“
schwunden, verschlungen vom dichten Nebel.
„Wie kamt Ihr an jene Küste?“ fragte Brut ihn.
„Das wißt Ihr nicht? Ich
kannt. Ich hatte Antworten auf meine Fragen er-
er vortäuscht, mich zu
„Von einem Gott?“
„Von einem Gott ohne die üblichen Attribute,
falls es sich um einen Gott handelt“, erwiderte
sten Attribute verlieren“, sagte Brut von Lashmar.
„Das hier ist keine ,Welt’“, versicherte ihm Brut
erstaunt.
Das Boot erreichte das Schiff. Hawkmoon be-
merkte, daß eine stabile Strickleiter für sie herab-
gelassen worden war. Brut hielt sie am Fußende
schwenkt, um das Boot an Bord zu hieven. Eine
Woge erfaßte das Schiff, ächzend schwankte es.
„Dieser Stern“, rief er. „Was ist er, Brut von
„Nein“, erwiderte der blonde Krieger, und seine
Stimme klang plötzlich düster. „Er folgt uns.“
NACH TANELORN
DIE WARTENDEN KRIEGER
Hawkmoon sah sich um, als Brut von Lashmar
ß. Ein Wind war aufge-
kommen und füllte das große schwarze Segel. Ein
vertrauter Wind war es. Hawkmoon hatte ihn zu-
Graf Brass in den Höhlen
Kalan, Taragorm und ihre Anhänger gekämpft
hatten. Das war damals gewesen, als die Manipu-
des Dunklen Imperiums die Substanz des Raumes
und der Zeit angegriffen hatten. Aber auch wenn
der Wind ihm vertraut war, legte Hawkmoon kei-
nen Wert darauf, seinen schneidenden Atem auf
seiner Haut zu spüren. Er war Brut deshalb dank-
bar, als er ihn das Deck entlangführte und die Tür
der Mitte der Kajüte stand ein schwerer, mit den
Beinen am Boden befestigter Tisch, und um ihn
stellte Brut ihn den anderen vor. Dann wandte er
meinen Kameraden in meiner eigenen Kabine zu-
rück, werde Euch jedoch bald wieder abholen,
damit Ihr dem Kapitän Eure Aufwartung machen
„Weiß er, wer ich bin? Daß ich mich an Bord be-
„Natürlich. Er sucht sich seine Passagiere sehr
sorgfältig aus, unser Kapitän.“ Brut lachte, und
die grimmigen, harten Männer in der Kajüte
Hawkmoons Blick fiel auf einen der stehenden
Männer – einen Recken mit ungewöhnlichen Zü-
gen, der eine Rüstung von so feiner Handarbeit
schuh, den Hawkmoon für versilberten Stahl hielt
(obgleich er tief im Herzen wußte, daß es mehr
und purpurner Iris und das fast spinnwebfeine
Runenstab, nicht wahr?“
„Ich habe Euch oft gesehen. In Visionen, Sir –
in Träumen. Kennt Ihr mich denn nicht?“
Auch er hatte ihn in Visionen gesehen. „Doch. Ich
muß zugeben, daß ich Euch ebenfalls kenne…“
Prinz Corum lächelte ein wenig traurig, ein we-
fes?“ fragte Hawkmoon ihn. Er ließ sich auf einem
becher, den einer der anderen Krieger ihm anbot.
„Einen Tag oder ein Jahrhundert. Es ist ein
Traumschiff. Ich ging an
Bord in der Hoffnung, die
nn befand ich mich an
einer nebligen Küste und war überzeugt, daß
meine Seele im Limbus angekommen war, und da
nahm dieses Schiff mich
auf, und ich wehrte mich
nicht dagegen, denn ich hatte nichts anderes zu
tun. Seither füllten andere die Kabinen. Es fehlt
nur noch einer, hörte ich, dann sind wir vollzählig.
un unterwegs, um diesen
„Und unser Bestimmungshafen?“
Corum nahm einen Schluck aus seinem Wein-
kelch. „Oft vernahm ich den Namen Tanelorn,
doch der Kapitän selbst erwähnte ihn mir gegen-
über nie. Vielleicht spricht nur die Hoffnung ihn
aus. Ich weiß nichts von einem bestimmten Ziel.“
möglicherweise fahren wir wirklich nach Tanelorn.
Ich erinnere mich schwach, daß ich schon einmal
„Und habt Ihr dort Frieden gefunden?“
„Für eine kurze Zeit, glaube ich.“
„Dann ist Euer Gedächtnis wohl auch nicht das
uns, die auf dem Dunklen Schiff reisen“, erwiderte
„Habt Ihr schon einmal von der Konjunktion der
Es ist eine Zeit großer Veränderungen auf allen
Ebenen, nicht wahr? Ein Zeitpunkt, da die Ebenen
überschneiden. Wenn die normale Wahrnehmung
utungslos wird und um-
stürzende Veränderungen der Wirklichkeit selbst
möglich werden. Wenn alte Götter sterben…“
„Wenn ich meinem Gedächtnis nachhelfen
, wäre ich dazu gewiß
in der Lage. Es ist so viel in meinem Kopf, das ich
irgendwie nicht heraus bekomme. Wissen ist dort,
Erkenntnis, aber auch Schmerz – vielleicht sind
Wissen und Schmerz so eng miteinander verbun-
den, daß eines mit dem anderen vergraben ist.
Ich glaube, ich war vom Wahnsinn besessen.“
„Genau wie ich“, versicherte ihm Hawkmoon.
„Aber mein Geist war auch gesund. Jetzt scheine
„Wie gut ich es kenne“, murmelte Corum. Er
Ein Mann mit wildem Blick und buschigem
„Heil Euch, Herzog Dorian. Wir haben von Euren
Abenteuern im Lande Yel
gen das Dunkle Imperium, nicht wahr?“
Kampf ist längst gewonnen.“
„Bin ich schon so lange fort?“ John ap-Rhyss
runzelte die Stirn.
rum. „Findet Euch damit
ab, daß in Hawkmoons unmittelbarer Vergangen-
besiegt ist, während es
„Man nennt mich Überläufer Nikhe“, machte
John ap-Rhyss’ Nebenmann sich selbst bekannt.
s Haar und eine ruhige,
Mannschaft benötigen, aber man behandelt mich
als Passagier.“
„Wer ist dann die Mannschaft des Schiffes?“ er-
Kriegern hatte er niemanden gesehen.
„Verzeiht“, entschuldigte er sich. „Aber es sind
„Das Schiff benötigt keine Mannschaft“, erklärte
Corum ruhig. „Wir haben uns schon gefragt, ob
der Kapitän es kommandiert, oder es ihn.“
„Es ist ein magisches Schiff, und ich wollte, ich
hätte nichts damit zu tun“, sagte einer, der bisher
geschwiegen hatte. Er war feist und steckte in ei-
nem stählernen Brustharnisch, der mit nackten
n Posen graviert war.
Darunter trug er ein rotes Seidenhemd, und um
baumelten von seinen großen Ohrläppchen, und
sein schwarzes Haar fiel in Ringellocken bis zu
stutzt, und sein Schnurrbart über den Wangen bis
auch, nur sind einige zu feige, es zuzugeben. Auf
der Erde sündigte ich voll Eifer und mit viel Phan-
tasie, und ich habe keinen Zweifel an meinem
Baron Gotterin zuckte die Schultern und be-
schäftigte sich mit dem Inhalt seines Bechers.
Ein alter Mann trat aus den Schatten. Er war
dünn, aber kräftig und trug fleckige, gelbe Leder-
hen zu können. Im Augenblick kenne ich nur Lan-
geweile.“ Er nickte Hawkmoon zu. „Ich bin Chaz
von Elaquol und habe die zweifelhafte Ehre, nie
einer siegreichen Armee angehört zu haben. Ich
floh, geschlagen wie üblich, als meine Verfolger
„Thereod von den Höhlen.“ Einer, der noch blei-
cher als Chaz war, verb
grüße Euch, Hawkmoon. Dies hier ist meine erste
sant.“ Er war der Jüngste der Anwesenden und
Seine Kleidung war aus den leicht schillernden
Häuten irgendwelcher Reptilien, genau wie die
Mütze auf seinem Kopf. Se
Fuß über seinen Rücken
herausragte (über den er es geschlungen hatte)
und fast den Boden berührte.
„Das ist Reingir“, sagte Corum, „mit dem Spitz-
dazu noch nie lange ge-
„Und Ihr wißt nicht, weshalb wir alle mehr oder
offenbar nicht viel mehr gemeinsam, als daß wir
„Wir wurden ausgewählt, um gegen irgendeinen
Feind des Kapitäns zu kämpfen“, behauptete
Emshon. „Aber was geht dieser Kampf mich an?
Ich hätte es vorgezogen, daß man mich nach
Wahl zog. Ich hatte einen Plan, des Kapitäns Ka-
jüte zu stürmen und
das Kommando über das
Schiff zu übernehmen, um zu freundlicheren Ge-
nichts davon wissen. Viel Mut hat keiner. Der Ka-
pitän brauchte nur zu furz
en, und sie würden sich
länglich gewöhnt.
fragte Hawkmoon. „Habt Ihr mit dem Kapitän
„Gesprochen – ja, und nicht zu kurz. Aber ich
hen habt.“
„Und wann wird das sein?“
„Sehr bald, nehme ich an. Jeder von uns wurde
Chaz von Elaquol. „Mich interessiert einzig und
allein, wann der Kampf beginnt. Und ich wünsche
mir, daß wir ihn gewinnen. Ich möchte wenigstens
John ap-Rhyss lächelte, daß seine Zähne glit-
zerten. „Ihr macht uns ke
inen großen Mut mit den
gleichgültig, ob ich die bevorstehende Schlacht
fühl, daß sie für einige
von uns den Sieg bringen
„Nur für einige?“ Emshon von Ariso schnaubte
und machte eine abfällige Geste. „Für den Kapi-
Baron Gotterin. „Ich bin Realist. Ich glaube nichts
von dem, was der Kapitän uns erzählte. Ich weiß
ganz sicher, daß wir unserer Strafe entgegense-
nes – Eure stumpfsinnige, primitive Einstellung.“
ung sichtlich gelungen.
Er grinste.
Baron Gotterin drehte sich wortlos um und sah
„Diese Sticheleien verdrießen mich“, sagte The-
reod von den Höhlen. „Hätte jemand Lust, eine
„Ich“, rief Emshon. „Obgleich ich es eintönig
sanft. „Aber ich lerne, das müßt Ihr doch zuge-
Hawkmoon wandte sich an Corum. „Sind alle
meint Ihr das?“
„Andere Manifestationen des sogenannten Ewi-
gen Helden“, sagte Hawkmoon. „Ihr kennt die
nen, weshalb wir uns in Visionen gesehen haben.“
„Natürlich kenne ich die Theorie“, versicherte
ihm Corum. „Aber die wenigsten der Krieger hier
aus fast derselben Zeit. Nein, unter all den Anwe-
senden hier teilen nur Ihr und ich – wie soll ich es
m durchdringend an.
die Kajüte zurückkehr-
te. Aber Emshon und Th
Hawkmoon erhob sich von seinem Stuhl. Sein
er dem Tisch. Er mußte
sich bücken, um es freizubekommen. Dann hüllte
brummte Emshon mißmutig und sah vom Spiel-
Hawkmoon lächelte. „Es ist meine Neugier, die
Er folgte Brut aus der Kajüte und das eisige
Deck entlang. Ihm war, als hätte er ein großes
Brut nickte. „Es gibt zwei, aber nur einen Steu-
ermann. Vom Kapitän abgese
kannte Hawkmoon, daß es mit höherer als norma-
ler Geschwindigkeit durch die Wellen brauste, und
gefüllt war, obgleich kein Wind wehte, nicht ein-
mal dieser unirdische, mit dem er bereits Be-
Sie kamen an einer Kajüte vorbei, ähnlich der,
„Das ist die Kajüte des Kapitäns“, sagte Brut.
Brut kehrte zu seiner eigenen Kabine zurück
anderen Öffnungsmechanismus, fand jedoch
nichts Derartiges. Er drückte gegen die Tür, da
schlug gegen die inzwischen
Heckkabine gewöhnten Augen. Hawkmoon blinzel-
te, aber er bewegte sich auf das Licht zu, wäh-
warm und süßlich. Messing, Gold und Silber glit-
zerte, Glas spiegelte. Hawkmoon sah kostbare
tes Purpur, Dunkelgrün und Gelb; einen hochpo-
lierten Schreibtisch mit ge
drechselter, funkelnder
Goldumrandung. Verschiedene Instrumente lagen
darauf, Karten, ein Buch. Truhen standen an den
Wänden und eine verhängte Koje. Hinter dem
Waden gebunden. Ein Reif aus blauem Jade hielt
die Hawkmoons Blick sofort auf sich zogen. Sie
waren von einem milchigen Weiß mit blauen
Pünktchen. Der Kapitän war blind.
„Seid gegrüßt, Hawkmoon“, sagte er lächelnd.
„Hat man Euch schon mit unserem Wein willkom-
men geheißen?“
„Trinkt Ihr noch einen Schluck mit mir?“
Der Kapitän schenkte ein, und Hawkmoon griff
nach einem der Becher. Er nippte am Wein, und
großes Wohlbehagen erfüllte ihn.
„Einen Wein dieser Art
braucht seinen Genuß nicht zu bereuen, das ver-
sichere ich Euch“, sagte der Kapitän und nahm
„Ich hörte ein Gerücht, Sir, daß Euer Schiff
„Viele unter denen, di
e mit uns fahren, sehnen
wandte die blinden Augen Hawkmoon zu. Einen
Moment hatte Hawkmoon das Gefühl, als hätte
der andere ihm zutiefst in die Seele geschaut. Er
durchquerte die Kabine und starrte durch eines
en, wirbelnden Nebel.
chenden Schiffes schien no
hofft, Ihr wärt offener zu mir.“
„Ich bin so offen, wie ich nur sein kann, Herzog
Dorian, seid dessen versichert.“
dann schluckte er den Rest des Satzes.
„Ich weiß“, murmelte der Kapitän. „Einem ge-
quälten Geist wie Eurem nutzen sie wenig. Aber
ich glaube, mein Schiff bringt Euch Tanelorn und
Euren Kindern näher.“
„Es ist Euch bekannt, daß ich meine Kinder su-
die sich durch die Konjunktur der Millionen Sphä-
dung mit Eurer existieren, jedoch Barrieren Wahr-
nehmung und Kontakt verhindern. Ihr wißt, daß
nannt werden, ständig um die Oberherrschaft
über diese Welten Krieg gegeneinander führen,
und daß es die Bestimmung gewisser Männer und
Frauen ist, an diesen Kriegen aktiv teilzunehmen.“
„Von ihm und jenen, die sein Los teilen.“
„Das ist einer seiner Namen. Und Yisselda ist
wicht?“
tab ist nur wenig be-
„Ihr dient weder dem einen noch dem ande-
„Ich glaube nicht.“
versicherte ihm Hawkmoon und stellte seinen lee-
„Ich werde von nichts weiter als unserer Sache
des Überlebens sprechen“, beruhigte ihn der Kapi-
tän. „Mein Schiff ist schon immer zwischen den
Welten gefahren – und beschützt so vielleicht die
gen, mit Euch zu tau-
Der Blinde lachte leise. „Ich fürchte, das ist
nicht möglich.“
„Meine Anwesenheit auf Eurem Schiff hängt al-
Sphären zusammen?“
„Allerdings. Wie Ihr wißt, ist diese Konjunktion
sehr selten. Und diesmal kämpfen die Lords der
Ordnung und des Chaos un
hänger mit besonderer Heftigkeit, um eine Ent-
herrschen wird, sobald die Konjunktion vorüber
ist. Ihr seid dabei in allen Euren Gestalten einbe-
zogen, denn Ihr seid von größter Wichtigkeit für
habt Ihr ein besonderes Problem für sie aufge-
„Corum und ich sind demnach der gleiche?“
„Verschiedene Manifestationen des gleichen
nen Zeiten geholt. Eine gefährliche Sache – nor-
malerweise sind zwei Erscheinungen des Helden
in derselben Welt zur selben Zeit alarmierend.
Und diesmal haben wir gleich vier solcher Er-
jüte untergebracht mit
acht weiteren Kriegern. Sie warten nur noch auf
ner Zeit geholt werden, die Eure Vergangenheit
wäre. Genau wie Corum au
„Es bleibt mir wohl keine andere Wahl“, sagte
„Wenn die Zeit gekommen ist, werde ich Euch
Nichts oder Limbus, wenn Ihr es lieber so nennen
en ist, auf denen die
griffen. Und sowohl Ordnung als auch Chaos
, doch nie ist das der
einen oder anderen Seite geglückt. Früher einmal
Graue Lords bekannt waren, aber diese sind
längst verschwunden –
niemand weiß wohin.
Dann kamen Feinde von ungeheurer Macht – We-
sen, die alle Welten für immer vernichten möch-
ten. Die Konjunktion erst ermöglichte ihr Eindrin-
gen in unser Multiversum. Und nun, da sie diesen
Stützpunkt an unseren Grenzen übernommen ha-
ben, werden sie ihn nicht
verlassen, bis sie alles
sein. Und dieses Schiff hat die Aufgabe, einen
men, um sich mit jenen zusammenzutun, die die-
sen Feind bekämpfen?“
„Das Schiff ist unterwegs
, um gegen den Feind
„Aber gewiß werden wir geschlagen?“
„Nein. Allein, in irgendeiner Eurer Manifestatio-
„Wann werde ich mehr erfahren, Sir?“
Mit dem Kopf voll von a
llem, was er erfahren
hatte, stolperte Hawkmoon zurück in den Nebel.
Brandung. Da wußte er, daß das Schiff sich Land
ch der schwarzen Dame,
„Ein wenig. Allerdings gab er mir dadurch noch
eigentlich, scheint unsere Zahl von Bedeutung zu
sein? Zehn Mann in einer Kajüte?“
„Vermutlich finden gerade zehn bequem Platz in
sein, überlegte Corum laut. „Platzmangel dürfte
„Was ist mit Schlafmöglichkeiten?“ fragte
Hawkmoon. „Ihr seid alle länger an Bord als ich.
„Wir schlafen nicht“, brummte Baron Gotterin.
„Ihr stimmt immer die gleiche Leier an, seit Ihr
an Bord kamt“, wies John ap-Rhyss ihn zurecht.
„Ein taktvoller Mann würd
Gotterin lachte höhnisch und wandte ap-Rhyss
Der hochgewachsene, langhaarige Mann aus Yel
mit dem kosmischen Gleichgewicht zu tun, von
„Beide scheinen auf das Gleichgewicht der Kräf-
te bedacht zu sein.“
genheit. „Tun wir das denn?“
„Tun wir es vielleicht nicht?“
mir selbst nicht sicher.“
Hawkmoon wurde bewußt, daß er sich wohler
„Nicht jetzt, danke. Aber er schärft den Ver-
„Das sind wir alle“, brummte Chaz von Elaquol
zurück. „Ich habe nur
dann einen klaren Kopf, wenn ich kämpfe.“
men wird“, sagte Hawkmoon.
Hawkmoon neigte dazu, Prinz Corums Nähe zu
wachsene Männer traten ein. Einer war dunkel,
kräftig und breitschultrig, mit einem von Sorgen
gemein. Seine Augen ware
n rot und glühten wie
die Kohlen eines übernatürlichen Feuers aus ei-
sicht eines Leichnams. Auch sein langes Haar war
dem Umhang hoben sich die Umrisse eines gro-
ßen Breitschwerts ab. Hawkmoon fragte sich,
Corum erkannte den Albino. „Elric von Melni-
boné!“ rief er. „Meine Überlegungen scheinen sich
zu bewahrheiten!“ Er blickte Hawkmoon auffor-
dernd an, aber Hawkmoon hielt sich zurück. Er
er sich über das Erschei-
„Seht, Hawkmoon, er ist derjenige, von dem ich
Euch erzählte.“
mich, Sir?“
Corum lächelte. „Auch Ihr müßt mich kennen,
Elric. Erinnert Euch doch! Der Turm von Voilodion
chen Namen. Und Erekosë sehe ich heute zum
chend an. „Ihr kennt mi
ch und meinen Namen,
das bringt mich ein wenig aus der Fassung.“
„Auch ich hatte Prinz Co
rum, ehe ich an Bord
einmal gemeinsam kämpften, und ich glaube ihm.
Die Zeit verläuft auf den verschiedenen Ebenen
nicht immer gleich. Prinz Corum könnte sehr wohl
der Zukunft zurechnen.“
Hawkmoons Kopf schwirrte. Er wollte nichts
mehr hören. Er sehnte sich nur noch nach der
nen Welt. „Ich hatte mir eine Erholung von derar-
tigen Paradoxa erhofft“, gestand er. Er rieb sich
die Augen und die Stirn und
Offenbar hatte Elric keine Ahnung, wovon Co-
ngekommene blickte von
Vielleicht suche ich auch den Runenstab, doch
Corum, der sich immer noch bemühte, Elrics
Gedächtnis aufzufrischen, warf ein: „Wir fanden
ihn einmal. Wir drei! In Voilodion Ghagnasdiaks
Hawkmoon fragte sich, ob Corum ganz bei Sin-
könnte. Ich diente ihm dereinst. Ich nahm viel für
ihn auf mich.“ Er starrte Elric verblüfft an, denn
„Wir haben viel gemeinsam, wie ich bereits er-
Atmosphäre zu entspannen. „Vielleicht haben wir
ne keinem Herrn außer mir selbst.“
Unwillkürlich mußte Hawkmoon lächeln. Er
te: „Von Abenteuern
wie diesen vergißt man vieles – wie von Träu-
Willen sagte Hawkmoon
voll Überzeugung: „Dies ist ein Traum! Seit kur-
zem habe ich viele wie ihn.“
Corum, der nun für sich se
„Es ist alles ein Traum, wenn man es so nimmt.
Elric machte eine abfällige Geste, die Hawk-
keit, es läuft beides auf das gleiche hinaus, oder
noch melancholischer.
„In meiner eigenen Welt“, sagte Hawkmoon
„Dürfen wir es uns denn erlauben, zu denken?“
fragte Erekosë fast heft
ig. „Können wir uns denn
eine gründliche Analyse leisten? Was meint Ihr
ehrlich, Sir Hawkmoon?“
Da erkannte auch Hawkmo
on plötzlich Erekosës
„Und das ist unser groteskes und erschrecken-
des Los“, erklärte Corum. „Wir alle sind ein und
derselbe – doch nur Ihr, Erekosë könnt Euch aller
nnerungsvermögen wäre
weniger gut“, flüsterte der kräftige Mann. „So
lange schon suche ich Tanelorn und meine Er-
mizhdad. Und nun kommt die Konjunktion der
schneiden und es Wege von allen zu allen gibt.
Finde ich den Weg, werde ich Ermizhdad wieder-
sehen – sie und alles, was mir teuer ist. Und der
lassen hatten, erklärte Hawkmoon sich zu einer
einverstanden (obgleich
anderen Zug genau voraus
nig Sinn weiterzumachen,
was meint Ihr?“ Hawkmoon
„Mit besten Empfehlungen des Kapitäns“, sagte
Mulde in der Mitte des Ti
„Habt Ihr geschlafen? Wo schlaft Ihr denn?“
Brut runzelte die Stirn. „Man machte Euch
demnach nicht auf die Kojen im Zwischendeck
aufmerksam. Wie habt Ihr es fertiggebracht, so
„Trinkt den Wein“, forderte Brut sie ruhig auf.
„Er wird euch stärken.“
„Uns stärken?“ Eine wilde Bitterkeit stieg in
aufdrängen?“
Corum schenkte für sie beide ein und zwang
Hawkmoon den Becher fast auf. Er wirkte beunru-
schütten, aber Corum legte seine Silberhand auf
Hawkmoons Arm. „Nein, Hawkmoon. Bitte trinkt.
blick, und als ihm sein Gedankengang mißfiel, goß
er den Wein in sich hinein. Es war ein guter Wein,
und er hatte dieselbe Wirkung wie der, den er in
„Der Kapitän möchte gern, daß die vier zu ihm
kommen“, sagte Brut ernst.
Hawkmoon und Corum erhoben sich und folg-
ten Brut aus der Kabine. Auf dem Deck versuchte
g hinauszusehen, aber
der Nebel war zu dicht. Ihm fiel jedoch ein Mann
auf, der in nachdenklicher Haltung ganz in der
Nähe stand. Er erkannte Elric und rief in freundli-
Und nun sah er Erekosë aus seiner Kabine
kommen und ihnen zunicken. Elric trennte sich
und zur rotbraunen Tür. Er klopfte, und sie traten
in die wohlige Wärme un
d den Luxus der Kapi-
gewöhnliches Verlangen nach dem Wein verspürte
Kapitän. „Es wird nicht mehr lange dauern, bis wir
aube nicht, daß unsere
schwerer Kampf gegen die beiden werden.“
Hawkmoon hatte zuvor den Eindruck gewon-
nen, daß sie gegen viele kämpfen müßten.
„Nur zwei.“
erwiderten seinen Blick nicht. Sie sahen den Kapi-
tän an.
„Ein Bruder und seine Schwester“, sagte der
Blinde. „Zauberer aus einem dem unseren völlig
unähnlichen Universum. Aufgrund kürzlicher Risse
die Ihr, Hawkmoon, und
se Wesen Kräfte, über die sie normalerweise nicht
Hawkmoon wollte fragen, wieso sie mächtiger
als die Götter sein konnten, aber er unterließ es,
en Helden“, fuhr der
als vier können wir nicht riskieren, wollen wir
nicht weitere unwillkommene Spaltungen zwi-
schen den Ebenen der Erde herbeiführen): Ere-
kosë, Elric, Corum und Hawkmoon. Jeder von
euch wird vier weitere Mächte befehligen, gute
dem euren verbunden sind, auch wenn sie euer
Los nicht in jeder Beziehung teilen. Jeder von
selbst aussuchen, die er
te oder nicht. Er hatte das Gefühl, ihn herauszu-
Der Kapitän schien es ehrlich zu bedauern, als
er sagen mußte: „Das kann ich leider nicht. Ich
darf euch nur zur Insel bringen und dann auf die
gibt.“
zynisch über den Wert von Versicherungen dach-
„Nun“, sagte Erekosë, „da es mein Los ist zu
kämpfen, und da ich, genau wie Hawkmoon, wei-
ich Grund zur Annahme habe, es finden zu kön-
mein Bestes gebe und
Erfolg verzeichnen kann, erkläre zumindest ich
Hawkmoon zuckte die Schultern und nickte.
„Ich gehe mit Erekosë – aus ähnlichen Gründen.“
Elric blickte von einem zum anderen der drei.
„Es ist noch nicht lange her, da glaubte ich, nicht
as ist vielleicht der
beste der Gründe.“
Wieder sprach der Kapitän. Seine blinden Au-
gen schienen auf etwas weit hinter ihnen zu star-
viel Leid erspart. Und Ihr, Elric, habt noch weniger
zu erwarten, als die anderen sich erhoffen mö-
Elric schien ihm nicht zu glauben, aber Hawk-
moon konnte nichts aus des Albinos Zügen ent-
nehmen, als er sagte: „Vielleicht nicht.“
„Möglich.“ Der Kapitän wirkte plötzlich ent-
spannt, sein Ton klang leichter. „Noch ein wenig
Sie tranken den Wein, den er ihnen nun ein-
„Auf dieser Insel liegen Ruinen – vielleicht wa-
lorn –, und in der Mitte
der Ruinen steht ein einziges intaktes Gebäude.
In ihm hausen Agak und seine Schwester. Dieses
Gebäude müßt ihr angreife
„Und wir müssen dieses Geschwisterpaar tö-
„Wenn ihr es fertigbringt. Auch sie haben Die-
ner, die ihnen beistehen. Sie müssen genauso ge-
Hawkmoon bemerkte, daß Elric lächelte. „Es
gibt wenig andere Möglichkeiten, Gebäude zu
Es schien Hawkmoon eine unnötige Bemerkung
hen, dieser Agak und di
ese Gagak?“ erkundigte
Der Kapitän schüttelte den Kopf. „Nein. Es wäre
möglich, daß sie Wesen unserer eigenen Welten
ähnlich sehen. Genausogut kann es aber auch
sein, daß dies nicht der Fall ist. Nur wenige haben
sie gesehen. Vor kurzem gelang es ihnen über-
„Und wie kann man sie am besten überwälti-
gen?“ fragte Hawkmoon fast herausfordernd.
„Durch Mut und List“, erwiderte der Kapitän.
Elric in einem Ton, der Hawkmoons glich.
„Ich drücke mich so klar aus, wie ich es nur
Sie traten hinaus in den wirbelnden Nebel. Sei-
Erekosës Stimmung hatte umgeschlagen. „Wir
, murmelte er dumpf,
„so sehr wir uns auch das Gegenteil einzureden
versuchen. Ob wir nun fallen oder diesen Kampf
„Ich finde, Ihr habt eine allzu düstere Einstel-
lung, Freund“, sagte Hawkmoon spöttisch. Er hät-
rum unterbrach ihn.
„Eine sehr realistische Einstellung, würde ich
Elric untergebracht waren. Corum und Hawkmoon
„Wir haben große Macht. Ich weiß, daß wir über
große Macht verfügen.“
Aber Hawkmoon war es müde, sich über Dinge
zu unterhalten, die für seine praktische Leben-
seinstellung zu mysteriös waren.
Er hob das Schwert, dessen Klinge er gerade
hste Kraft“, erklärte er.
„Der blanke Stahl.“
„Wir werden sehen“, meinte Corum.
Während er die Klinge polierte, dachte Hawk-
moon unwillkürlich an die Umrisse jenes anderen
hatten. Er wußte, daß er es erkennen würde,
Schon bald waren sie bereit. Hawkmoon hatte
daß er sich die besseren Männer ausgesucht hat-
Im Gleichschritt marschierten sie hinaus in den
während die andere Hand den Schwertgriff um-
ermann ein Zwillingsbruder des Kapitäns sein
konnte – nur waren seine Augen gesund und
ermann ihm eine Fackel entgegenstreckte. Er
Feind für immer ver-
Inzwischen hatte jeder seine Fackel und Zun-
Hawkmoon fiel auf, daß der Nebel nicht bis ans
Land reichte, das nun ein wenig freundlicher wirk-
te. Normalerweise hätte er die Gegend hier als
Scheibe, blutrot und unbewegt – die Sonne. Sie
warf viele Schatten, fand Hawkmoon.
Weile, ehe ihm bewußt
Schatten, die nicht allein von den Felsen stammen
konnten – Schatten aller Größen und aller For-
Manche davon, das sah er, waren die Schatten
EINE GESPENSTERSTADT
voll von ekligen, ungesunden Blau-, Braun-, dunk-
len Rot- und Gelbtönen.
Und Schatten waren zu
sehen, die sich im Gegensatz zu denen auf dem
Boden manchmal bewegten.
Ein Krieger namens Hown Schlangenbeschwö-
rer, einer von Elrics Kampfgefährten, dessen Rü-
Landes hier ist ungewöhnlicher als jegliche, die
ich je kannte. Das Land schimmert, es verzerrt
„Stimmt“, murmelte Hawkmoon. Auch ihm war
inzwischen aufgefallen, da
ß ein Streifen flackern-
den Lichtes von Zeit zu Zeit über die Insel fiel und
die Umrisse der anschließenden Felsen ver-
Ein barbarischer Krieger mit Zöpfen und fun-
ar hier nicht sehr wohl.
„Woher kommen alle diese Schatten?“ knurrte er.
„Weshalb können wir nicht sehen, wer oder was
Insel, obgleich alle nur ungern die Küste und das
sten beunruhigt. Er sprach in einem Ton philoso-
„Es könnte sein, daß diese Schatten von Dingen
sammentreffen, wie erwähnt wurde, wäre das ei-
ne wahrscheinliche Erklärung. Es ist keinesfalls
das Merkwürdigste, das ic
h bei einer solchen Kon-
junktion erlebt habe.“
Ein Schwarzer, dessen Gesicht eine v-förmige
ine Brust verlaufenden
Schulterriemen und brummte: „Eine wahrscheinli-
che? Dann kann ich nur hoffen, daß niemand mit
einer unwahrscheinlichen Erklärung kommt.“
„In der tiefsten Höhle meines eigenen Landes
habe ich eine ähnliche Me
zählte Thereod von den Höhlen, „aber bei weitem
Dort überschnitten sich
die Dimensionen, wie man behauptete. Corum
dürfte demnach recht haben.“ Er schob das lange,
schmale Schwert auf seinem Rücken ein wenig
zur Seite. Dann wandte er
zwergenhaften Emshon von Ariso, der wie üblich
Hawkmoon dachte immer noch darüber nach,
ren, ohne seine Lauterkeit in Frage zu stellen.
vielen Formen, und jede davon war von den Wün-
Hawkmoon blickte auf und sah die Stadt. Es
war eine verrückte Anordnung von Ruinen, die
Hawkmoon war zutiefst enttäuscht. „Das ist
„So geht es Euch wie mir.“ Auch Erekosës
„Vielleicht ist es gar nicht Tanelorn.“ Elric blieb
n Augen studierten die
ine Grabstätte all der
vergessenen Varianten dieser seltsamen Stadt.“
Hawkmoon blieb nicht wie
weiter, bis er die Ruinen erreicht hatte. Die ande-
rung: „Ja, es sind die Schatten der Bauwerke hier,
ric recht hatte. Es war eine Stadt voll von Ge-
spenstern der Vergangenheit.
„So ist es“, pflichtete Erekosë Elric bei.
zu ihnen um. „Man ver-
zieht keine voreiligen Schlüsse, Hawkmoon.“
bäude ähnlich.“ Hawkmoons Neugier war erwacht.
ihnen.
der Zauberer sein“,
meinte Emshon von Ariso. „Sie geben sich offen-
bar mit nichts Geringerem zufrieden. Und seht
Gebäude, die durch die Rohre verbunden sind.“
Schwester“, brummte Reingir, der Fels.
te Erekosë. „Darauf
Elric schüttelte den Kopf. „Ich schlage vor, wir
„Er hat recht“, stimmte Hawkmoon ihm zu und
fragte sich insgeheim, weshalb er ein ungutes Ge-
fühl hatte, wenn er daran
„Wohlan, dann wollen wir nicht zaudern“, sagte
Corum warf dem Baron einen amüsierten Blick
zu. „Ihr seid offenbar entschlossen, Eure Theorie
Wieder ergriff Hawkmoon die Initiative und
machte sich über den ebenen Platz auf den Weg
zu dem, was er für die Türöffnung des nächsten
Als die zwanzig Krieger sich ihm vorsichtig nä-
herten, begann das Gebäude heller zu glühen und
mit gleichmäßigem Schlag zu pulsieren. Ein fast
unhörbares Wispern ging von ihm aus. Obwohl er
die Zaubertechnologie des Dunklen Imperiums
gewöhnt war, stellte Hawkmoon fest, daß dieses
merkwürdige Gebäude immer noch Furcht in ihm
sich zurück und überließ
Elric die Führung. Der Albino und seine vier Aus-
erwählten schritten durch das schwarze Portal,
dann erst folgten Hawkmoon und seine Mannen.
Sie befanden sich nun in einem Gang, der fast
unmittelbar nach dem Eingang abbog. Feuchtwar-
blieben stehen, blickten
Sie waren schon eine Weile den Korridor ent-
langgeschritten, als mit einem Mal die Wände und
der Boden so heftig zu beben begannen, daß
Hown Schlangenbeschwörer stürzte und schwer
auf Gesicht und Bauch landete, was ihn zu einem
wilden Fluch veranlaßte. Den anderen gelang es
mit Mühe, sich auf den Beinen zu halten. Gleich-
nende, aber noch ferne Stimme, aus der nörgelnd
„Wer? Wer? Wer?“ Von unpassendem Humor
bewegt, dachte Hawkmoon, daß diese Stimme
eher das Bild eines Tieres als eines intelligenten
„Wer? Wer? Wer dringt hier ein?“
elten weiter. Offenbar
war das Beben geringer geworden, oder sie paß-
„Ein Angriff? Wer? Was?“
Niemand fand eine Erkl
ärung für diese Stimme.
einen verhältnismäßig großen Raum. Hier war die
Luft noch wärmer, noch drückender. Klebrige
wie Harz an den Wänden hinab. Hawkmoon fühlte
Ekel in sich aufsteigen und mußte dagegen an-
ach umzudrehen und da-
vonzulaufen. Da schrie Ashnar, der Luchs, plötz-
„Angreifen!“ donnerte
Vernichten!“
Irgendwie erschien Hawkmoon diese Stimme,
Krieger sich zu vier
Trupps und stellten sich
Rücken an Rücken, um
den Angriff abzuwehren.
s Schwert. Wie gebannt
starrte Hawkmoon einen Moment auf die gewalti-
ge schwarze Klinge, die der Albino über den Kopf
hob. Er hätte schwören mögen, daß ein Stöhnen
heuer überall um sie herum ein. Leicht wie Butter
und ein grauenvoller Gestank stieg von ihnen auf,
wurde dicker, der Schleim auf dem Boden tiefer.
Elric brüllte auf seine Gefährten ein: „Schlagt
euch einen Weg durch sie hindurch! Wir müssen
zu der Öffnung dort drüben!“
Hawkmoon sah die Öffnung. Einen besseren
Plan als Elrics gab es nicht. Er stieß vorwärts, mit
seinen Männern an der Seite. Mit jedem Schritt
fen.“ Hown Schlangenbeschwörer keuchte. „Doch
jedes, das wir töten, raubt uns durch seinen Ge-
stank ein wenig mehr unserer Überlebenschance.“
„Sehr geschickt von unseren Feinden geplant“,
winkte den anderen zu, sich zu beeilen.
Hauend, stoßend, schneidend erreichte auch
der Rest den Durchgang. Die Bestien zögerten
sichtlich, ihnen zu folgen. Die Luft in dem Korridor
schnaufend an die Wand des Ganges und hörte
zu, wie die anderen debattierten, war jedoch un-
„Angreifen! Angreifen!“ befahl die ferne Stim-
Lashmar begutachtete einen Riß in seinem Um-
hang. „Große Zauberei ist hier am Werk.“
„Das war uns schon zuvor bekannt“, brummte
Ashnar, der Luchs, und ließ seinen Blick wachsam
umherschweifen.
er von Elrics Männern,
wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Sie sind
Schließlich schlichen sie weiter durch die wei-
chen, fast fleischartigen Gänge, die häufig die
manchen Stellen so eng
waren, daß sie sich kaum hindurchzwängen konn-
war es blendend hell, manchmal erlosch es völlig,
so daß sie sich durch absolute Finsternis tasten
„Der Schräge des Bodens nach zu schließen,
ben ihm schritt. „Wir
dürften das obere Ende des Bauwerks bald er-
Ap-Rhyss antwortete nicht. Er hatte die Zähne
Angst nicht zu verraten.
von Ariso. „Sie ändern si
e offenbar sehr häufig,
denn diese Korridore sind nicht für Wesen einer
bestimmten Größe geschaffen.“
der zwanzig schritt, rief
über die Schulter. „Ich kann es nicht erwarten,
Ashnar, der Luchs, neben ihm, brummte: „Man
wort wüßte. Aber Elric sc
hüttelte den Kopf. „Es ist
auch mir ein Rätsel, Ashnar.“
Hawkmoon hörte Elric überrascht Luft holen
heben – und da kamen ih
nen neue Angreifer ent-
noch, trotz der Klinge im Bauch.
Hieben aus und griff selb
st an. Hawkmoon wurde
sich bewußt, daß er allein gegen dieses Untier
Rippen des Affen, aber er wußte, daß es zu spät
Hawkmoon grinste dem Barbaren zu und eilte
e Klinge tief in Hals und
oren. Aber das Untier war
ch kurz. Corum stieß es
Hawkmoon bemerkte, daß Chaz von Elaquol
noch lebte und trotz der klaffenden Wunde in sei-
ner Wange über das ganze Gesicht grinste, wäh-
rend John ap-Rhyss, Emshon von Ariso und The-
reod von den Höhlen nur
herab, nur noch von ein paar Muskelsträngen ge-
halten, ein anderer hatte ein Auge verloren, und
einem dritten war die Hand abgebissen worden.
Die anderen versorgten sie, so gut es möglich
war. Brut von Lashmar, Hown Schlangenbeschwö-
rer, Ashnar, der Luchs, und Otto Blendker waren
Ashnar blickte triumphierend auf die Kadaver
der beiden Affen. „Ich fürchte, dieses Abenteuer
bringt uns nicht viel Gewi
ein Hund nach einer erfolgreichen Jagd. „Je weni-
ger Zeit wir damit verschwenden, desto besser.
Was meint Ihr, Elric?“
„Ich pflichte Euch bei.“ Elric schüttelte Blut von
seinem furchterregenden Schwert. „Kommt!“
den Raum vor ihnen zu. Dieser Raum, nicht mehr
als eine große Kammer, glühte in einem merk-
würdigen rosigen Licht. Hawkmoon und die ande-
ren folgten ihm hinein.
Da plötzlich begann Hown Schlangenbeschwö-
schillernden seegrünen Rü-
stung, zu singen.
Wasserfalls im stillen Gebirge. Trotz seines ange-
gung. Und bald schon gaben die Schlangen die
Beine der Männer frei und sanken auf den Boden
zurück. Sie rührten sich ni
ob mein Lied auch auf
so ganz anders als alle
Schlangen in den Meeren meiner eigenen Welt.“
Sie ließen die Reptilien zurück. Der Weg führte
und es war nicht leicht,
, schleimigen Boden zu
„Wo? Wo? Ohh, diese Qualen!“
Die kleinen, insektenähnlichen Quälgeister um-
gaben sie in dichten Wolken. Sie stachen sie in die
Gesichter und Hände. Sie waren zwar kaum zu
sehen, aber nur allzu wirklich.
zweifelt unterdrückte er den Drang, sich zu über-
geben. Er keuchte nach Luft. Er sah die Krieger
torkeln und fallen und war kaum noch fähig, ihnen
Gang aufwärts, er wand sich in alle Richtungen.
Und Hown Schlangenbeschwörer sang pausenlos,
Schlangen.
Ashnars Triumphgefühl war erstorben. „Viel
länger können wir es nicht durchhalten“, unkte er.
„Und wenn wir schließlich auf den Zauberer und
„Das ist auch meine Überlegung“, gestand Elric.
„Aber was können wir denn sonst tun, als uns
weiterzuschleppen?“
„Nichts“, hörte Hawkmoon Ashnar brummen.
Und immer aufs neue vernahmen sie die Stim-
me, manchmal lauter, manchmal leiser:
Und bald wurde sie zu ei
nem Brüllen. Sie gellte
„Hier!“ murmelte er. „Hier sind wir, Zauberer!“
Und dann hatten sie das Ende des Ganges er-
Ausmaßen vor sich, und dahinter einen hellbe-
„Zweifellos Agaks Gemach“, meinte Ashnar, der
Sie traten in einen achteckigen Raum.
Jede der acht sich nach innen neigenden Wände
Seltsame Geräusche waren zu hören – ein
Seufzen, Flüstern, Blubbern. Sie kamen aus ei-
nem großen, in der Mitte des Raumes eingelasse-
Zögernd traten sie an diesen Teich und be-
von Schlachten, häusliche
remonien, Prunkszenen; Schiffe von sowohl be-
manche durch die Luft flogen oder durch die
oberfläche dahinbrausten, und sie schienen aus
Material zu bestehen,
für das sie keine Namen
wußten, aus ungewöhnlichen Holzarten und
Fasziniert starrte Hawkmoon in diesen Teich,
bis eine Stimme, die Stimme, aus der bewegten
„WAS? WAS? WER IST EINGEDRUNGEN?“
auch Corum und Erekosë.
Und als er sein eigenes
„WER IST EINGEDRUNGEN? ACH, ICH BIN ZU
„Wir sind die, die du vernichten möchtest! Wir
gen begehrst.“
„ACH! AGAK! ICH BIN KRANK! AGAK, WO BIST
Corum und Erekosë. Keiner konnte sich des Zau-
stanz und tauchten wieder unter.
Hawkmoon sah Yisselda und andere Frauen, die
ihn an sie erinnerten, obgleich sie ihr nicht ähnlich
waren. Er schrie auf und wo
ë hielt ihn zurück. Die
sich auf, und an ihrer
Stelle erhoben sich die
gewundenen Türme einer
fremdartigen Stadt.
„MEINE KRAFT VERLÄSST MICH, AGAK… ICH
GIEQUELLEN… WIR MÜS-
Hawkmoon kämpfte gegen den Schauder an,
der ihn schütteln wollte.
„Wird Agak aufwachen?“ Bruts Blick wanderte
hastig durch das achtseitige Zimmer. „Wird er
„Agak!“ Ashnar, der Luchs, warf seinen Kopf
zurück, daß die Zöpfe über den Rücken baumel-
ten, und brüllte herausfordernd: „Feigling!“
Schwert.
Und nun stimmten auch alle anderen, von den
vier Helden abgesehen, in den Ruf ein.
Hawkmoon begann zu verstehen, was die Wor-
me verleihen. Er blickte die anderen drei Manife-
stationen des Ewigen Helden an und las auch in
Stimme klang zittrig.
auf. Er wollte offenbar
sein schwarzes Schwert in die Hülle zurückschie-
Hawkmoon machte einen kurzen Schritt zurück,
voll Haß auf die Bilder, die sich vor sein inneres
nes Willens bemächtigt hatte.
„Wenn wir es nicht tun, werden sie alle unsere
Welten verschlingen. Nich
Hawkmoon war es gleichgültig.
Elric, der dem Teich am nächsten stand, preßte
die Hände an den kreideweißen Kopf. Er schwank-
te und drohte zu fallen. Hawkmoon machte eine
Bewegung, um ihn zu stützen. Er hörte das Stöh-
nen des Albinos, und Corums drängende, echoen-
de Stimme hinter ihm und empfand eine verzwei-
felte, aber rückhaltlose Kameradschaft für seine
Elric keuchte. „Ich nicht! Ich bin ich!“
„Wie ich!“ Hawkmoon streckte eine Hand aus,
„Es ist unsere einzige Chance“, erklärte Corum.
„Das einzige, was wir tun können. Seht ihr das
denn nicht ein? Wir sind die einzigen Geschöpfe
unserer Welten, die über die Möglichkeit verfügen,
Hawkmoons Augen trafen sich mit Elrics, ihrer
beider mit Corums, und di
Das Wissen war in Hawkmoon, und die Persön-
lichkeit, die Hawkmoon war, schreckte davor zu-
Stimme klang fest. „Unsere vereinte Kraft ist grö-
ßer als nur die Summe. Wir müssen uns vereinen,
Brüder. Wir müssen erst hier siegen, ehe wir hof-
ric und sprach nur aus,
„AGAK!“ rief die Stimme. „AGAK!“ Das Wallen
und Brodeln im Teich wurde noch stärker.
Krieger bewußt, die ihnen hierher gefolgt waren.
davor verließ ihn, als
gegenhob. Dann berührten a
Ihre Spitzen trafen sich genau über der Mitte des
sich berührten, keuchte Hawkmoon auf. Er spürte
e Seele füllen. Er hörte
Elrics Schrei und wußte, daß der Albino das glei-
raubte ihm den eigenen Wi
llen. Selbst jetzt noch
waren Hawkmoons Lippen, die sich bewegten. „Es
ist die einzige Chance!“
„O nein, nein!“ Und nun drang Hawkmoons
„AGAK! AGAK!“ Die Substanz im Teich brodelte,
blich. Er war Elric. Er war Erekosë. Er war Corum.
Aber er war auch Hawkmoon. Ein bißchen von ihm
war noch Hawkmoon. Und er war tausend andere
– Urlik, Jherek, Asquiol… Er war Teil eines giganti-
Sein Körper hatte sich verwandelt. Er schwebte
Das Rudiment Hawkmoons konnte es sehen,
jedes dieser Gesichter gehörte zu einem seiner
Gefährten. Die Augen waren ernst und erschrek-
kend, sie bewegten sich nicht. Es hatte acht Ar-
me, die sich nicht regten. Es kauerte auf acht
schnitt sich, und die verschiedenen Farben ver-
schwammen ineinander, und doch war alles ir-
Das Wesen umklammerte mit allen acht Hän-
den ein einziges gewaltiges Schwert, und sowohl
drehten das monströse
Schwert, daß die Spitze auf die verzweifelt wal-
begann das Schwert in
über die Oberfläche
von einem kränklichen Gelb zu einem fahlen
Unaufhaltsam stieß das Schwert in die Tiefe.
Die Substanz wich nach allen Seiten zurück. Sie
versuchte, sich über die Seiten und auf den Boden
spürten die vier, die eins waren, neue Kraft durch
die Klinge hochströmen. Ein Röcheln war zu hö-
ren, und die Bewegung der Substanz ließ nach.
Sie wurde still. Sie wurde grau.
Und dann sanken die vier, die eins waren, hin-
unter in den Teich, um sich von der Substanz auf-
nehmen zu lassen.
Hawkmoon ritt nach Londra, und in seiner Be-
gleitung befanden sich Huillam d’Averc, Yisselda
von Brass, Oladahn von den Bulgarbergen, Bow-
Graf Brass. Jeder von
ihnen trug einen Spiegelhelm, der die Strahlen
pen. Er stieß hinein, um die Nacht der neuen Erde
die dem neuen Morgen
vorhergeht. Und obgleich Triumph aus dem Horn-
schall klang, empfand Hawkmoon dieses Gefühl
nicht. Voll unendlicher Einsamkeit und unendli-
chem Leid stand Hawkmoon mit dem Horn an den
Wald erlitten hatte, als Glandyth ihm die Hand
abgeschlagen hatte. Er schrie, als der Schmerz
erneut in das Handgelenk zurückkehrte und er
das Feuer in seinem Gesicht spürte, und da wußte
aus dem Schädel gerissen hatte, nun da seine
Macht wiedererstanden war. Rote Dunkelheit
schwamm in seinem Gehirn. Rotes Feuer raubte
ihm die Kraft. Roter Schmerz löste sein Fleisch
die tiefsten Qualen sprachen:
ich tragen, wenn ihr
Das Geschöpf, das der Ewige Held war, sah
Durch sein achtseitiges Auge blickte es in alle
Ruinen der Stadt, dann wa
ndte es seine Aufmerk-
dem Schlaf gerissen word
en, nämlich durch die
hen eingedrungen waren.
Sie hatten ihre Intelligenz überwältigt und benutz-
pf nicht zu drehen, um
hteckigen Auge enthal-
alles.“ Es steckte noch genügend der rudimentä-
ren Lebenskraft Gagaks in den vieren, die eins
waren, um es ihnen zu er
nach einer Weile fort. „Eine Krankheit. Ich träum-
„Ist das möglich? Wir wissen nicht genug über
diese Dimensionen, noch
sie bewohnen. Doch keine kann so mächtig wie
Agak und Gagak sein. Fürchte dich nicht, Schwe-
sprichst so seltsam.“
„Wir müssen anfangen“, sagte Agak. „Die Di-
mensionen verändern sich, und die Zeit ist ge-
und es stimmte.
Das Wesen, das eins aus vieren war, fühlte das
ganze Universum, Dimension um Dimension, um
ger spüren zu lassen, der nun, da die Dimensio-
nen die richtige Konjunktion
erreicht hatten, bald
gestillt werden konnte.
daß sie dadurch ihrem eigenen Universum das
Das Wesen unterdrückte sein Verlangen und
sammelte seine Kräfte zum Angriff, ehe Agak
daß das Schiff sie gerade im richtigen Augenblick
„Schwester?“ Wieder klang Agak verwundert.
Das Wesen wußte, daß es sich nun von Agak
trennen mußte. Die Rohre und Streben lösten sich
von ihm und wurden in Gagak gezogen.
erzitterte kurz. „Schwester?“
war. Es ächzte und stöhnte grauenvoll, denn der
Schmerz war fast unerträglich, als es alle der von
Gagak gestohlenen Stoffe zusammenzog, bis das,
nun zu gallertigem, formlo
sem Fleisch wurde. Und
„Schwester? Was ist mit dir…?“
Das Gebäude, die Kreatur, die Gagak war, hieb
zublähen.
Sie kreischte vor Schmerz.
DIE SCHLACHT UM ALLES
Vier Gesichter lachten von einem gigantischen
Kopf. Acht Arme winkten
Es stürzte sich auf Agak, solange der fremdarti-
ge Zauberer sich noch in seiner starren Form be-
stische goldene Funken. Das eine, das vier war,
war so groß wie Agak. Und in diesem Augenblick
war es stark.
Aber Agak, der die Gefahr erkannte, begann zu
saugen. Nun brauchte er dieses so angenehme
Ritual nicht mehr mit seiner Schwester zu teilen.
benötigte, um seinen An
Agak versuchte es mit List.
Komm, ich gestatte dir, meine Macht mit mir zu
teilen. Meine Schwester ist tot. Ich finde mich
damit ab. Nun sollst du mein Gefährte werden.
Mit dieser Macht können wir ein viel reicheres
„Nein!“ sagte das Wesen und kam näher.
„Auch gut. Ich gab dir
nichts mehr deine Vernichtung aufhalten.“
Das Vierwesen schwang das Schwert. Es sauste
Leib erreicht hatten. Und Agak saugte noch mehr
, den die Sterblichen irr-
tümlich für ein Gebäude gehalten hatten, begann
Das Schwert donnerte und strahlte auf.
und strömte gegen das Rot.
Und während dessen spürte das Vierwesen, wie
ohlen hast, Agak!“ be-
Flächen und Winkel und
Bogen, Drähte und
Rohre flackerten in tief roter Hitze. Agak seufzte.
Das Universum wimmerte.
Das Vierwesen wußte, daß Agaks Aufmerksam-
Agak vernichten zu
Die Klinge schnitt durch Tausende von Dimen-
sionen und nahm ihre Energie in sich auf.
zurück, und schwarzes
Sie sauste herab, und nun wurde Agak sich ih-
rer bewußt. Seine Gestalt begann sich zu wan-
auf Agaks Intelligenzteich glitt die schwarze Klin-
gegen, um den Zauberer zu schützen, aber das
Schwert schnitt durch sie hindurch, als wären sie
überhaupt nicht vorhanden. Und es drang in die
sank in Agaks Intelligenzteich, tief in des Zaube-
Er riß das Schwert herum und zurück durch die
Das Schwert schwang in weitem Bogen.
Rundum schwang es und strömte die zurück-
Und das Schwert heulte in einem Triumphge-
Lichtes huschten davon und
nommen.
Helden. Er kannte die Natur des Schwarzen
Schwertes. Er kannte den Charakter Tanelorns.
in das ganze Multiver-
sum. Es steckte in ihm. Er enthielt es. In diesem
Moment gab es keine Rätsel für ihn.
in der CHRONIK DES SCHWARZEN SCHWERTES,
er durch die verborgenen
Gänge des menschlichen Gehirns in seinen gren-
zenlosen Dimensionen zu streifen. Universum und
ander verbunden, eines
spiegelt sich im anderen, und jedes enthält das
„Ha!“ schrie das Individuum, das Hawkmoon
und es verfügte zusätz-
lich zu seiner eigenen Energie auch noch über die
Agak lebte, aber er war erstarrt. Er hatte ver-
rändern. Nun sah er zur
Hälfte noch so aus, wie Hawkmoon ihn gesehen
sicht, dort ein Bein, da ein Stück der Schwertklin-
ge. Man konnte glauben,
Agak habe angenom-
men, daß das Vierwesen nur geschlagen werden
könnte, wenn er seine Gestalt annahm, genau wie
Scheide zurück.
Hawkmoon dachte…
h die Ruinen der Viel-
stadt, und ein starker Wind toste gegen den Kör-
viergesichtigen Kopf vor dem Sturm zu schützen.
Hawkmoon fühlte…
Dann nahm das Wesen allmählich wieder die
Gestalt Gagaks, der Zauberin, an, und dann lag es
in Gagaks reglosem Intelligenzreich…
… und dann hob es sich darüber, schwebte ei-
nen Moment in der Luft
und zog das Schwert aus
Hawkmoon war Hawkmoon. Hawkmoon war der
Dann trennten sich die vier Wesen voneinander,
und Elric und Hawkmoon und Erekosë und Corum
standen am Rand des Teiches, und ihre Schwert-
spitzen berührten sich über ihm in der Mitte des
Hawkmoon seufzte. Staunen erfüllte ihn – und
Furcht. Und dann schwand die Furcht, als eine
ungeheuerliche Erschöpfung sie ablöste, die je-
„Nun habe ich wieder Fleisch! Nun habe ich
sicht blutig war und aus dessen Augen der Wahn-
ohne es zu bemerken. Mit den Nägeln beider
Hände riß er an seinem Ge
sicht. Und er kicherte.
John ap-Rhyss hob den Kopf vom Boden. Haß-
ap-Rhyss und half ihm auf die Beine. Ein kalter
Haß strömte von den beiden Männern aus.
Andere waren tot oder wahnsinnig. Elric half
„Was habt Ihr gesehen?“ fragte der Albino.
n Lashmar brach zusam-
men. Er schluchzte wie ein kleines Kind. Elric leg-
te stützend den Arm um Brut und strich über sein
müssen gehen.“ Als er auf die Tür zuschritt, droh-
ten seine Füße unter ihm davonzugleiten.
gte Hawkmoon zu John
ap-Rhyss und Emshon von Ar
iso, „daß ihr mit uns
John ap-Rhyss spuckte auf den Boden.
DIE HELDEN TRENNEN SICH
Sie standen im Freien zwischen den Schatten
der Gebäude, die es nicht gab oder von denen nur
Prasselnd und heulend verschlangen die Flam-
men Agak und Gagak, und der aufsteigende
die Sonne, und er begann
Hawkmoon konnte sich kaum an das erinnern,
was er in Gagaks Schäde
Augenblick empfand er eine tiefe Bitterkeit.
er uns hierherschickte“, wandte Corum sich an
Hawkmoon.
überlegte Hawkmoon laut und fuhr sich mit der
Hand über den Mund.
„Nur wir – nur dieses Wesen – konnte gegen
„Ja, so sieht es aus“, murmelte Elric. Der Albino
war schweigsam, als lausche er in sich hinein.
leicht.“
Nun bemühte Erekosë sich, sie in eine bessere
Hawkmoon mußte ihm beipflichten. Bereits
stischer Traum. Sein Blick wanderte über die Krie-
„Es hat keinen Sinn, ihm zu folgen“, flüsterte
Elric. „Was könnten wir schon für ihn tun?“ Seine
che Hown Schlangenbesch
John ap-Rhyss und Emshon von Ariso stützten
den benommenen Brut von Lashmar, als sie das
Feuer hinter sich ließen, um zum Strand zurück-
Während sie dahinstapften, wandte Hawkmoon
kannt. Es ist keine gewöhnliche Klinge, nicht
„Nein, es ist keine gewöhnliche Klinge, Herzog
Dorian“, bestätigte ihm der Albino. „Sie ist uralt,
zeitlos, sagen manche. Manche glauben, sie wäre
moon. „Doch ich weiß nicht, weshalb.“
„Es ist klug, sie zu fürchten“, versicherte ihm
„Wenn Ihr es so nennen wollt.“ Mehr wollte El-
„Es ist das Schicksal des Ewigen Helden, diese
tscheidung auf Erden zu
„Selten hat der Held die Wahl“, warf Corum mit
Sie hatten den Strand erreicht und hielten an.
Corum, Elric und einige der anderen schritten
auf den Nebel zu, aber
Hawkmoon, Erekosë und
erklärte er. „Ich glaube, ich habe meine Passage
bezahlt. Wenn Tanelorn überhaupt zu finden ist,
chelte. „Ich habe Tanelorn bereits gefunden. Ich
kehre auf das Schiff zurück, in der Hoffnung, daß
es mich an einer bekannten Küste absetzt.“
„Nichts.“ Elric drückte Bruts Schulter, dann gab
er sie frei.
Brut wich vor Elric zurück. „Ich bleibe. Es tut
„Ich kann nichts dafür, aber ich fürchte mich
dann drehte er sich um
und rannte landeinwärts.
auf Elrics Schulter. „Laßt uns weggehen. Was auf
dieser Insel liegt, fürchte ich viel mehr als das
„Wenn das Tanelorn sein soll, ist es gewiß nicht
der Ort, den ich suchte“, sagte Otto Blendker.
„Wollt ihr denn bei mir bleiben?“ fragte Hawk-
Der hochgewachsene, langhaarige aus Yel, und
der stämmige, rauhe Krieger von Ariso nickten
gleichzeitig.
„Wir bleiben“, brummte John ap-Rhyss.
„Auch ich beneide Euch“, gestand Emshon
ernst. „Ich würde viel geben, eine solche Rolle
„Was ist das?“ John ap-Rhyss wich dem for-
schenden Blick des großen kräftigen Mannes aus.
wir, uns den Rest unseres Lebens zu erinnern, wo
wir sie verloren haben, um sie wiederfinden zu
können.“
„Ist es das, was Ihr sucht?“ fragte Emshon ihn.
John ap-Rhyss grinste ihn an. „Glaubt, was Ihr
„Dann sagen wir euch Lebewohl.“ Corum grüßte
Umhang und zog die Kapuze
wünsche euch Erfolg bei
Horn muß geblasen werden.“
„Ich verstehe Euch nicht.“ Elrics Stimme klang
„Aus unserer Zeit gerissen, von Paradoxa ge-
quält, von Wesen herumg
eschoben, die sich wei-
gern, uns zu erleuchten – das ist ermüdend, nicht
„Ermüdend“, wiederholte Erekosë lakonisch.
„Mein Kampf ist zu Ende“, erklärte Corum. „Ich
lichen Ermizhdad“, sagte Erekosë.
„Meine Yisselda lebt, versicherte man mir“,
sprach nun Hawkmoon. „Aber ich suche meine
kommen zusammen.“ Corum blickte sie der Reihe
„Werden wir danach den Frieden finden?“ fragte
„Der Frieden kommt erst dann zu einem Men-
schen, wenn er ihn nach einem harten Kampf mit
Hawkmoon.
Corum schwieg. Er folgte Elric und Otto Blend-
verschlungen. Bald danach hörten sie gedämpfte
Rufe, und eine Weile später das Rasseln der An-
on sich um, obgleich
der Gedanke an das Bevorstehende seine Stim-
mung nicht hob.
Die schwarze Gestalt war zurückgekehrt. Sie
nommen an.
Corum? Hawkmoon? Erekosë? Urlik…?“
nicht, ich kann nie. Nicht solange der Held mich
benötigt.“
„Er braucht dich nicht mehr“, erklärte ihr Hawk-
Die Erscheinung grinste böse.
junktion.“
Erekosë lächelte verächtlich.
Die schwarze Gestalt schoß vorwärts, wuchs zu
gewaltigen Ausmaßen; wich zurück, wurde winzig.
Dann nahm sie ihre vorherige Größe wieder an
. Ihr Schatten hüpfte hin-
wegungen. Die ungeheuren, schweren Schatten
dieser Ansammlung von Städten schienen sich auf
die Gestalt zu werfen. Mi
t Bocksprüngen wich sie
ihnen aus.
John ap-Rhyss fragte: „War das, was von dem
Zauberer übriggeblieben ist?“
„Nein, sondern das, was von unserer Nemesis
sah ihn an.
„Ich glaube es zumindest.“
„Erzählt mir von ihr. Sie verfolgt mich, seit
„Dazu hat sie gewiß nicht die Macht“, versicher-
te ihm Erekosë. „Aber zweifellos ist sie erfreut,
diese Chance zu nutzen. Ich habe sie nur einmal
zuvor und nur ganz flüchtig
„Wie wird sie genannt?“
„Sie hat viele Namen“, erwiderte Erekosë nach-
denklich.
Sie machten sich auf den Weg zurück zu den
schwunden. Aber sie
fanden zwei neue Schatten vor, zwei riesige
gesehen hatten, als die Helden beim erstenmal
hier angekommen waren.
Erekosë biß sich auf die
te, dann ruhte sein Blick kurz direkt auf Hawk-
„Ich glaube, einer ihrer Namen ist Sturmbrin-
Sie erwähnten dieses Thema nicht mehr.
IN DEM VIELES VERSCHIEDENE SICH
ALS DAS GLEICHE HERAUSSTELLT
Erekosë lag auf einem Trümmerhaufen und
starrte zu der unbewegten roten Sonne empor.
um anzudeuten, daß er
„Ich bin hungrig“, erklärte Hawkmoon. „Das
beweist mir zweierlei – daß ich einen normalen
Körper besitze, und daß eine ziemliche Zeit ver-
strichen sein muß, seit unsere Kameraden auf das
„Das glaube ich nicht“,
widersprach Hawkmoon.
nen Statue und schaute, ob unter den unzähligen
Schatten nicht einige waren, die er kennen müß-
In ihrer Nähe wühlten John ap-Rhyss und Ems-
hon von Ariso in dem Schutt nach einer Truhe, die
Emshon vor ihrem Kampf gegen die Zauberbesti-
en hier gesehen haben wollte. Er war sicher, daß
merkte, daß eine Zahl von Schatten, die bisher
Der Rest der Stadt blieb
wie zuvor, aber in ei-
nem kleinen Teil davon, am Rand, wo die Silhou-
en. Er stapfte durch
den Schutt auf die sich
bewegenden Schatten zu,
mit Hawkmoon dicht hinter ihm, während die an-
deren ein wenig zögernd folgten.
Und nun vernahmen sie auch noch gedämpfte
n Schwertern, Schreie,
das Knarren von schweren Stiefeln.
Nur sein Schatten war zurückgeblieben und
hatte sich den anderen an
geschlossen. Hawkmoon
sah Erekosës Schatten das Schwert ziehen und
sich neben einen anderen stellen, der ihm be-
r Schatten eines Mannes,
kaum größer als Emshon von Ariso, der dem
Schattenspiel mit offenem Mund und fast glasigen
Allmählich wurden die Bewegungen der kämp-
fenden Schatten langsamer. Hawkmoon überleg-
te, wie er Erekosë zurü
breitschultrige Held bereits erschien und jeman-
den mit sich zog. Die anderen Schatten waren
Erekosë keuchte. Der Mann, den er bei sich
hatte, war mit einer Unzahl kleinerer Wunden
Schwert in die Scheide und strich die Barthaare
mit einer prankengleichen Hand glatt. Es war Ola-
dahn! Oladahn von den Bulgarbergen, der von
während vieler seiner
größten Abenteuer; Oladahn, der in der Schlacht
von Londra gefallen war, und den Hawkmoon da-
nach als Geist mit glasigen Augen in den Mar-
schen der Kamarg gesehe
n hatte, und schließlich
an Bord der Rumänisten Königin, wo er mutig Ba-
ron Kalans Kristallpyramide angegriffen hatte und
„Hawkmoon!“ Oladahns Freude über das Wie-
alles andere vergessen. Er lief dem Herzog von
Hawkmoon lachte mit Trän
en in den Augen. Er
blickte zu Erekosë hoch. „Ich weiß nicht, wie Ihr
bar!“
Auch er lachte. „Ich weiß es selbst nicht, wie ich
„Wie gelangtest du an diesen Ort, Oladahn?“
fragte Hawkmoon.
„Mein Leben war ziemlich verwirrend, und mei-
ne Abenteuer recht ungewöhnlich, seit ich Euch
„Ganz meine Meinung“, versicherte ihm Ola-
dahn. „Ich dachte, ich hätte
vielleicht einen über-
natürlichen Beschützer – obgleich ich es müde
re und blickte sich um. Brut, John und Emshon,
die ihn mit kaum unterdrücktem Staunen anstarr-
ten, nickte er freundlich zu. „Es scheint mir auch
„Ich ließ ihn auf Burg Brass zurück. Er erwähnte
fellos nahm er seine Suche nach dem Runenstab
hlte ihm nun, was er
Insel, auf der sie sich
befanden.
Oladahn hörte ihm zu, ohne ihn zu unterbre-
chen. Er kratzte sich nur nachdenklich den roten
Pelz auf seinem Kopf und zuckte die Schultern.
„Nun, Freund Hawkmoon“, sagte er ein wenig
abwesend. „Mir genügt es,
„Nichts“, seufzte John ap-Rhyss mitfühlend.
„Wir werden verhungern, wenn wir kein Wild auf
dieser Insel finden. Aber ich fürchte, außer uns
gibt es nichts Lebendes hier.“
Wie als Antwort zu dieser Behauptung kam ein
Heulen vom jenseitigen St
adtrand. Sie hoben die
„Ein Mensch, glaube ich“, erwiderte Erekosë. Er
über Trümmer und schoß um zerbröckelte Turm-
Kopf, die kleinen eingeflochtenen Knochen in sei-
nen Zöpfen tanzten um seinen Schädel, und seine
Augen stierten fast gläsern. Hawkmoon dachte, er
ren, großen Mann mit
rotem Gesicht, einer Mütze, einem Kilt und einem
karierten Schal, dessen En
Scheide an seiner Seite
hüpfenden Schwert. Der Mann verfolgte Ashnar.
„Orland Fank!“ rief Oladahn. „Warum jagt er
Und dann stolperte Ashnar und fiel. Wimmernd
versuchte er sich aufzurichten, als Fank ihn er-
reichte und ihm das Schwer
e und riß den Kopf des
Kriegers zurück.
„Behandelt ihn ein wenig sanfter, Fank!“ rief
Fank blickte hoch. „Ah, Ihr seid es, Sir Hawk-
wo du abgeblieben bist – hast mich einfach im
Stich gelassen, eh?“
schickt habt, Meister Fank.“
Fank grinste und ließ Ashnars Zöpfe los.
Der Barbar machte keine
Anstalten, sich zu er-
heben. Er blieb wimmernd im Staub liegen.
„Nichts. Ich konnte nur keinen anderen Leben-
Gegend entdecken. Ich
wollte ihm lediglich ein paar Fragen stellen. Als ich
mich ihm näherte, stieß er ein wildes Geheul aus
„Wie seid Ihr hierhergelangt?“ erkundigte sich
„Durch Zufall. Meine Suche nach einem be-
stimmten Artefakt führte
mich durch mehrere der
Runenstab möglicherweise in einer gewissen
Stadt zu finden sei – einer Stadt, die manche Ta-
nelorn nennen. Also machte ich mich auf die Su-
che nach ihr. Meine Nachforschungen brachten
in einer Stadt auf einer
Welt, wo ich Oladahn fand. Der Zauberer war ein
diesem Tor eilen“, rief
schloß sich hinter mir. Außerdem habe ich kein
kosë. „Das jedenfalls vermuten wir, Meister Fank.
Zumindest, was von ihnen übriggeblieben ist.
Hieß denn die Stadt, in der Ihr gewesen seid,
nicht auch Tanelorn?“
„Früher einmal“, brummte Fank. „Der Legende
nach, jedenfalls. Aber
dann kamen Menschen, die
nützige Zwecke bedienten, und da starb Tanelorn,
„So kann Tanelorn also sterben?“ fragte Brut
von Lashmar zutiefst enttäuscht. „Es ist nicht
„Jede andere Stadt wäre diesem Trümmerhau-
fen verlorener Ideale vorzuziehen“, brummte
sie ihn aber nicht sonderlich beeindruckten. Der
zwergwüchsige Krieger zupfte an seinem
„Das hier wären demnach all die ,Fehlschläge’“,
„So sehe zumindest ich es“, versicherte ihm
zu einem Tanelorn zu find
„Aber wie sollen wir wissen, was wir genau su-
„So sagte man es einmal zu mir. ‚Such nach Ta-
„Eure Worte scheinen mir wohldurchdacht, Brut
wie kann ein Sterblicher hoffen und Vertrauen ha-
ben, wenn er in einer Welt lebt, die von einander
ständig bekriegenden Göttern beherrscht wird,
wenn gerade jene, zu dene
„Wenn Götter sterben, blüht die Selbstach-
tung“, murmelte Orland Fank. „Jene, die Achtung
deren haben können, brauchen keine Götter und
ihresgleichen. Götter sind für Kinder und die
Ängstlichen, die keine Verantwortung, weder für
„Richtig!“ applaudierte John ap-Rhyss, dessen
lle eine innere Freude.
Sie lachten glücklich, als sie einander ansahen.
Hawkmoon zog sein Schwert aus der Scheide,
„Tod den Göttern und Leben für die Menschen!
Mögen die Lords des Chaos und der Ordnung ein-
ander in sinnlosem Hader vernichten. Möge das
„Nie wieder!“ schrie Erekosë, und auch er hob
sein Schwert. „Das ist vorbei!“
Und John ap-Rhyss, und Emshon von Ariso, und
Schwerter und stimmten in den Ruf mit ein.
Kilt, fuhr sich über das Gesicht.
Als sie ihre ungestüme Kundgebung beendet
„Dann wird mir wohl keiner mehr helfen, den
Runenstab zu suchen?“
das sich in pure Energie verwandelt hatte, um in
den Runenstab zu dringen, als Shenegar Trott,
der Graf von Sussex, ihn stehlen wollte, saß auf
man den Geist des Runens
dessen Namen Jehamiah Cohnahlias war. Das Lä-
hlend. Freundlich sagte
„Seid gegrüßt, ihr alle. Ihr habt den Runenstab
gerufen.“
„Wir riefen ihn nicht“, widersprach Hawkmoon.
Tanelorn!“
„Kommt, ich zeige euch ein wenig seiner Ge-
schichte“, forderte das Kind sie auf.
Es führte sie durch stille Straßen, wo die Men-
schen sie mit ruhigem, freundlichem Lächeln
die dem Körper die Freude, dem Geist die Anre-
gung versagen. Das hier war Tanelorn!
Ja, das hier war endlich das Tanelorn, vielleicht
das Urbild für so viel
„Wir befinden uns im Zentrum“, sagte das Kind.
„Im ewigen Zentrum des Multiversums.“
„Welche Götter verehrt man hier?“ fragte Brut
spannt waren.
nd. „Sie werden nicht
gebraucht.“
Tanelorn hassen?“ Hawkmoon trat zur Seite, um
den. Hier in Tanelorn ist
Der Junge führte sie vorbei an hohen Türmen
und malerischen Zinnen und durch Parks, in de-
nen fröhliche Kinder spielten.
hier spielen sie Krieg!“
rief John ap-Rhyss erschüttert.
die Kinder“, versicherte
ihm Jehamiah Cohnahlias. „Und wenn sie das
Kriegsspiel von Grund auf
Krieg ablehnen, wenn sie erwachsen sind.“
„Aber die Götter führen Krieg!“ gab Oladahn zu
„Dann sind sie Kinder“, sagte der Junge.
Hawkmoon bemerkte, daß Orland Fank weinte.
Aber er schien durchaus nicht unglücklich zu sein.
iten bestanden aus drei
„Seht!“ sagte das Kind. „Seht, Hawkmoon und
r an!“ forderte Jeha-
Hawkmoon! Seht, Ewiger Held!“
Und nun erblickte Hawkmoon an den Statuen
„John Daker, Urlik Skarsol,
Asquiol, Aubec, Arfla-
ne, Valadek… Sie sind alle hier – alle, außer Ere-
„Und außer Hawkmoon“,
stellte Orland Fank fest. „Weshalb?“
das Kind.
den“, sagte Orland Fank. „Ihre Kameraden, ihre
Gefährten. Alle an einem Ort. Weshalb sind wir
„Weil der Runenstab uns gerufen hat.“
„Ich diene ihm nicht länger!“ erklärte Hawk-
dienen, außer auf ei-
ne Weise“, sagte das Kind
„Wir haben ihn nicht gerufen, das erwähnten
„Und ich erklärte euch, daß eure Herzen ihn rie-
fen. Ihr habt das Tor nach Tanelorn gefunden, ihr
o empört. Er wollte sich
umdrehen.
„Es ist jedoch die Wahrheit“, versicherte ihm
das Kind. „Der Glaube blühte in euch auf, als ihr
„Aber das ist eine Sache, die die Helden be-
„Ich bin ein einfacher Soldat, ein Mann mit vie-
len Fehlern…“ John ap-Rhyss seufzte. „Ich suchte
nur Ruhe.“
en. Ihr habt Tanelorn
gefunden. Interessiert Euch denn der Ausgang
John ap-Rhyss blickte das Kind mit erhobenen
Brauen an. Dann zupfte er an seiner Nase.
„Es ist das wenigste, das Ihr Euch verdient
John ap-Rhyss zuckte die Schultern, und Ems-
hon und Brut taten es ihm schließlich gleich.
„Jenes Abenteuer, wie du es nanntest, hatte es
denn mit unserer Suche zu tun?“ fragte Hawk-
Erekosë neigte den Kopf. „Ich verstehe es.“
„Frei von dem Fluch?“
„Freiheit, Erekosë! Frei
heit für den Ewigen Hel-
den und für alle, denen er
mahnte der Geist des Runenstabs.
lich ein echter Mensch vor ihnen stand, der sie
delt. Hawkmoon spürte,
Und dann blickte Hawkmoon aus Elrics Augen.
Hawkmoon war Elric. Erekosë war Elric.
Er zerrte das Schwarze Schwert aus der Brust
herausholte. Und endlich hatte er es frei und
herrschte Schweigen auf der steinernen Ebene.
Doch nun, als er sich umdrehte, bemerkte er,
daß das Schwert sich von selbst in die Luft geho-
ben hatte. Es bedrohte ihn.
sein Herz – und trank seine Seele. Tränen ström-
ten aus seinen Augen, während das Schwert
saugte. Er wußte, daß ei
nie mehr Frieden finden würde.
Er starb.
fallenen Leib und war
zu, wie das Schwert sich aus dem Leichnam des
Das neugeformte Wesen war das gleiche, das
Hawkmoon auf der Silberbrücke und auf der Insel
„Lebe wohl, Freund!“ rief es. „Ich war tausend-
Und dann tauchte es in den Himmel. Mit einem
boshaften Lachen, das keine Spur von Güte kann-
Dann war es verschwunden, das Bild war ver-
schwunden, und die Statue des Prinzen von Mel-
niboné stand wieder auf ihrem Podest.
Hawkmoon keuchte, als wäre er am Ertrinken
gewesen. Sein Herz klopfte wild.
den Schock in seinen Augen. Er sah Erekosës
Stirnrunzeln, und er sah
Kinn reiben. Er sah das friedliche Gesicht des Kin-
des. Er sah John ap-Rhyss, Emshon von Ariso und
ihnen überhaupt be-
wußt geworden war – nichts Beunruhigendes ge-
funden hatten.
„Dann stimmt es also“, sagte Erekosë mit sei-
„Oft“, sagte das Kind. „Aber manchmal ergreift
Besitz von dem Schwert.
Kanajana war nicht das ganze Schwert.“
„Gebt acht!“ mahnte Jehamiah Cohnahlias.
Eine weitere der großen Statuen stieg von ih-
Es war ein gutaussehend
er Mann mit nur einem
Auge und nur einer Hand. Er hatte die Liebe ken-
tragen. Seine Züge waren
ruhig. Irgendwo schlugen die Wellen gegen den
Strand. Er war heimgekehrt.
ren aufgenommen wurde, und er wußte, daß es
Erekosë genauso erging. Er war Corum Jhaelen
Irsei, der Prinz im Scharlachroten Mantel, der
Strand. Bald würde Ebbe sein und die Landbrücke
lich mit einer Frau der kurzlebigen Mabden-Rasse
gewesen war. Doch die Frau war gestorben und
Die Erinnerung an Medhbh war schwach, aber
konnte nicht schwinden.
rdelberg war verlassen,
das sah man an ihrem Zustand. Der Wind wisper-
te durch die Türme, ein freundlicher Wind, der ihn
traumwesen war es, von grünlichem Blau, mit vier
plumpen Beinen, vier mu
skulösen Armen, einem
barbarischen Kopf ohne Nase, mit den Atemöff-
nungen in der Gesichtsmitte, einem breiten, grin-
„Sei gegrüßt, Bezwinger der Götter. Wo ist dein
„Er geht seine eigenen Wege. Es ist langweilig
„Wir werden auf eine
unserer Reisen gehen,
„Es gibt einen anderen Ort – ein Ort, den jene
mit uns kommen? Der Held muß bleiben, aber Co-
„Sie sind ein und derselbe. Aber jenes, das
„Ich bin der Abenteuer müde, Kwll.“
Der Verlorene Gott grinste. „Überlege es dir.
Wir brauchen ein Maskottchen. Wir brauchen dei-
„Welche Kraft sollte das denn sein?“
„Das ist etwas, das alle Götter brauchen, nicht
„So ist es wohl“, gab Kwll ein wenig widerstre-
bend zu. „Aber manche benötigen sie mehr als
andere. Rhynn und Kwll haben Kwll und Rhynn,
ihnen kämst.“
Corum schüttelte den Kopf.
tion nicht mehr leben kannst.“
„Es ist mir klar, Kwll.“
„Und du weißt, daß nicht ich es war, der tat-
sächlich die Lords des Chaos und der Ordnung
„Ich glaube, ich weiß es.“
„Du bist sehr gütig.“
„Ich spreche die Wahrheit. Ich bin ein prahleri-
scher Gott, und ich kenne keine Treue, außer der
zu Rhynn. Aber im großen und ganzen bin ich ein
Wahrheit kennst, nun, da wir Abschied nehmen.“
„Ich danke dir, Kwll.“
schwand.
Corum schritt durch den Hof und die staubigen
Hallen, und Säle und Gänge der Burg, bis hinauf
zu dem hohen Turm, von wo aus er über das Land
sehen konnte. Und er wußte, daß Lwym-an-Esh,
n versunken war und nur
Und während er hinausblickte, sah er eine
sich ihm nähern. Es war eine grinsende Gestalt
viel für Euch tun. Ich werde Euer Diener sein, Co-
Die Gestalt stand mit der Bewegung der Wellen
die Zinnen und lachte hinunter auf die schwarze
Da heulte die schwarze Gestalt vor Wut und
Hilflosigkeit, und schließlich voll Angst…
diese Szene schwand und
arme Ding.“
„Ich hatte so oft mit ihr zu tun“, sagte Erekosë.
„Das Chaos ist nicht durch und durch schlecht“,
die Ordnung von Grund auf gut ist. Sie sind beide
primitive Unterteilungen, die den menschlichen
Charakter beeinflussen wollten. Es gibt andere
fragte Hawkmoon. „Und den Runenstab?“
„Ihr könnt beide das Gewissen nennen. Aber
„Sie alle sind primitiv“, versicherte ihnen das
Kind.
„Ihr gebt das zu?“ Oladahn war sichtlich er-
staunt. „Aber wäre denn da
Jehamiah Cohnahlias lächelte, doch er antwor-
„Die schwarze Gestalt will uns einschüchtern“,
„Sie braucht eure Seelen“, erklärte das Kind.
John ap-Rhyss sagte ruhig. „In Yel, in den Dör-
fern, gibt es eine Legend
tur. Saytunn nennt man sie dort. Ist das ihr Na-
Der Junge zuckte die Schultern. „Gebt ihr ir-
gendeinen Namen, und ihre Macht wächst. Ver-
weigert ihn ihr, und ihr schwächt sie. Ich nenne
sie Furcht. Der schlimmste Feind der Menschheit.“
„Aber ein guter Freund für jene, die sie zu be-
nutzen wissen“, warf Emshon von Ariso ein.
nen, denen sie am meisten hilft“, versicherte ih-
nen das Kind. „O wie sehr
sie begehrt, in Tanelorn
„Womit handelt sie denn?“ erkundigte sich
Seelen. Seht, ich gewähre ihr nun Einlaß.“ Jeha-
miah Cohnahlias wirkte ein wenig besorgt, als er
GEFANGENE DES SCHWERTES
„Ich bin das Schwert“, sagte die schwarze Ge-
Statuen einschloß. „Sie
das Multiversum.“
„Von dir?“ Die schwarze Gestalt lächelte.
„Nein“, erwiderte Jehamiah Cohnahlias. „Wir
„Du kannst mir nicht zurückgeben, was ich ha-
ben muß“, murmelte die Gestalt. „Wo ist es?“ Er
„Ich habe es noch nicht gerufen. Wo sind…“
„Oh, meine Tauschwaren? Sie werde ich rufen,
sobald ich weiß, daß du ha
grinste Hawkmoon und Er
sagte gleichgültig, zu niemandem in besonderem:
„Ich nehme an, daß die Götter alle tot sind.“
restlichen sind tot, das stimmt.“
„Dann bleiben also nur noch wir.“
„Ja“, murmelte Jehamiah Cohnahlias. „Das
Schwert und der Stab.“
„Erschaffen am Anfang“, sagte Orland Fank lei-
ein Körper wurde ge-
macht, um dem Chaos zu
dienen, seiner für das
Gleichgewicht, andere für die Ordnung, aber sie
„Was wird ihren Platz einnehmen?“ fragte Ere-
„Das muß erst noch entschieden werden“, erwi-
meinen Körper einzuhandeln. Es ist mir egal, wel-
„Du bist das Schwarze Schwert?“
Oladahn sah ihn erstaunt an. „Ich kenne Euch
nicht, mein Herr.“
Herzog Dorian. Ich glaube, das gehört Euch.“ Er
Jhary-a-Conel machte eine theatralische Geste
und beäugte die schwarze Gestalt. „Ihm zeigen?
Muß ich das? Dem Winsler?“
„Zeig es mir“, flüsterte die schwarze Gestalt.
Onkel seinen Lieblingsneffen begrüßen mochte.
„Wie geht es dir, Vetter?“
„Zeig es ihm“, wiederholte Jehamiah Cohnah-
Ellbogen aus, dann blickte er nachdenklich auf die
eines Bühnenzauberers, wies er vor, was seine
Finger bisher verborgen hatten.
„Das Schwarze Juwel!“ keuchte Hawkmoon.
„Ihr habt das Schwarze Juwel!“
„Ich gebe mich mit dem Juwel zufrieden“, er-
„Ich behandelte sie gut“, versicherte das We-
von übertriebener Eleganz und langsamen Bewe-
gungen, hob müde seine gefesselten Handgelen-
Grimm erfüllte ihn.
„Yisselda! Yarmila und Manfred! D’Averc! Bow-
gentle! Wie kommt es, daß ihr Gefangene dieser
„Es ist eine lange Geschichte…“, begann Huillam
„Ermizhdad! Meine Ermizhdad!“
Die Frau, die Hawkmoon nicht gekannt hatte,
entstammte einer Rasse, die Elrics und Corums
glich. Auf ihre Weise wa
Es gab viel in den völlig verschiedenen Gesichtern
ffenbar völlig ruhigen
murmelte: „Dann sind wir also endlich in Tane-
„Ich dachte, du bist Ka
lans Gefangener“, wand-
an d’Averc.
haben. Sie und die andere
n für das Juwel. So hat-
Jhary-a-Conel krampfte die Finger um den
schwarzen Edelstein. „Warum entreißt du es mir
nicht einfach? Du behauptest doch, du hättest
Kind. „Das weiß er.“
„Dann gebe ich es ihm!“ schrie Erekosë.
„Nein“, wehrte Hawkmoon ab. „Wenn jemand
das Recht dazu hat, dann ich. Durch das Schwar-
ze Juwel machte man mich zum Sklaven. Nun
kann ich es benutzen, um jene zu befreien, die ich
Das schwarze Gesicht blickte ihn aufgeregt an.
„Noch nicht“, wehrte das Kind ab.
Jhary-a-Conel sah erst den einen an, den er
„Dieses Juwel“, erklärte Jehamiah Cohnahlias
ruhig, „ist ein Aspekt eines der zwei mächtigsten
Dinge, die gegenwärtig im Multiversum existie-
„Und was ist das zweite?“ fragte Erekosë und
„Wenn das Schwarze Juwel die Furcht ist, was
ist dann der Runenstab?“ erkundigte sich Hawk-
Feind der Furcht.“
„Wenn ihr beide über soviel Macht verfügt,
warum habt ihr dann uns
kelt?“ fragte Oladahn.
„Weil weder das eine noch das andere ohne den
, erklärte Orland Fank.
„Sie begleiten den Menschen, wohin immer er
„Deshalb seid ihr hier“, sagte das Kind. „Wir
Blick wich nicht von Ermizhdad. „Wie?“
„Also dann, ‚Gerechtigkeit’, beweise, daß du
dein Wort hältst“, brummte die Schwert genannte
„Ich gab mein Wort, dich in Tanelorn einzulas-
sen. Mehr kann ich nicht tun“, sagte das Kind.
„Der Handel selbst muß mit Hawkmoon und Ere-
kosë abgeschlossen werden.“
„Was gewinnst du aus dem Schwarzen Juwel?“
verlor“, erklärte das Kind
. „Und diese Macht wird
in das neue Multiversum gelangen kann, das nach
„Macht, die dir gut dienen wird“, versprach die
„Macht, die wir nie begehrten“, brummte Ere-
nn wir dem Handel zu-
Geist des Runenstabs.
moon. „Eine Verschwiegenheit, die meines Erach-
tens fehl am Platz ist, Jehamiah Cohnahlias.“
das Kind. „Aber wenn sich die Gelegenheit erge-
ben sollte, dann benutzt den Stab, um das Juwel
Hawkmoon nahm Jhary das Schwarze Juwel aus
der Hand. Es war leblos, ohne das vertraute Pul-
sieren, und er wußte, daß es leblos war, weil sei-
ne Essenz in einer anderen Gestalt vor ihm stand.
Mit dem Juwel auf der Handfläche streckte er
der schwarzen Gestalt den Arm entgegen.
Mit einem triumphierenden, bösen Lachen
nahm die Kreatur Hawkmo
seine Tochter. Er küßte seinen Sohn.
Erekosë nahm Ermizhdad
Der Geist des Schwarzen Juwels hob den Stein
„Nehmt das!“ sagte das Kind drängend zu
gab ihm den Runenstab.
Die schwarze Gestalt triumphierte. „Ich bin
wieder ganz! Ich bin mehr als ganz!“
Schwarzen Juwels verschwunden.
Hawkmoon drehte sich mit einem Lächeln um,
um das Kind darauf aufm
hatte ihm den Rücken zugewandt, drehte jedoch
in diesem Augenblick den Kopf.
„Ich habe gewonnen!“ triumphierte das Kind.
Sein Gesicht war jetzt voll zu sehen. Hawkmoon
glaubte, sein Herz müsse stillstehen. Übelkeit
Das Gesicht des Kindes war noch sein eigenes,
aber es hatte sich verändert. Es glühte in einem
düsteren Licht. Und nun grinste es voll teuflischer
Freude – und war die Fratze der Kreatur, die das
Schwarze Juwel verschlungen hatte. Es war das
„Ich habe gesiegt!“
Und das Kind begann zu kichern.
Es wuchs, bis es die Größe einer der Statuen
rings um die Gruppe hatte. Sein Gewand löste
sich in Fetzen auf und fiel von ihm ab. Und dann
war es ein Mann, dunkel und nackt, mit einem
nem glühenden gelben Auge. Und es strahlte eine
Er blickte sich suchend um, ohne auf die Men-
„Schwert?“ sagte der Schwarze. „Schwert, wo
bist du denn?“
„Es ist hier“, erwiderte eine neue Stimme. „Ich
habe es hier. Kannst du mich sehen?“
„Es wurde auf dem Südeis gefunden, bei Son-
nenaufgang, kurz nachdem Ihr jene Welt verlas-
Der Kapitän stand vor ihnen, und seine blinden
Augen starrten durch sie hindurch. Und neben
ihm hatte sich sein Zwillingsbruder, der Steuer-
mann, eingefunden. Seine Arme waren ausge-
streckt, und auf seinen Handflächen ruhte das
große schwarze Runenschwert.
„Es war die Manifestation dieses Schwertes, die
wir suchten“, fuhr der Kapitän fort. „Es war eine
sehr lange Suche, und wir verloren unser Schiff
„Aber es ist doch kaum Zeit vergangen, seit wir
uns von Euch verabschiedeten“, sagte Erekosë
Tanelorn und schon gar nicht, während der Kon-
sin noch enger an sich.
Das Wesen donnerte: „GIB MIR DAS
„Ich kann nicht“, sagte der Kapitän. „Das weißt
du genau. Und du kannst es dir nicht nehmen. Du
kannst nur eine der zwei Manifestationen, das
Hawkmoon blickte auf den Stab, den das Kind
ihm gegeben hatte, und er sah, daß er sich nicht
des großen Kreislaufs machten, benötigten einen
Geist, der ihm innewohne, um ihm Macht über
alle anderen Waffen zu gaben. Sie schlossen ei-
nen Handel mit diesem Geist (dessen Namen wir
nicht nennen wollen).“ Der Kapitän drehte sein
Chaos besiegen. Sie erkannten ihren Irrtum je-
grinste.
diente. Es war ihnen jedo
ch nicht bewußt, daß du
und er nicht wirklich Brüder seid, sondern Aspekte
– aber durchdrungen von der Macht des Schwar-
zen Juwels, das deine eigene dunkle Macht ver-
„Ein Paradoxon, das ich sehr nützlich finde“, er-
Der Kapitän ignorierte sie und fuhr fort. „Sie
dich gefangenhielten. Das gab dem Juwel große
Macht. Es hielt nicht nur
dich aus dem Juwel zu
nchmal aus dem Schwert
„,Verbannt’ ist ein besseres Wort“, warf die
Schwert. Es wird immer Männer geben, die mich
als Schwert tragen werden.“
„Nicht, wenn ich das Schwarze Schwert habe!“
„Du hast so lange versucht, die völlige Herr-
schaft über die Menschheit
zu erlangen, und hin
eine Weile auch geglückt.
königin brachte der sterbenden Erde Leben (das
war zwar in deinem Inte
heit war dadurch noch viel mehr gedient). Nach
deiner Loslösung konntest du deinen ‚Körper’
spürtest, wie deine
Macht schwand. Da führten die Experimente zwei-
er wahnsinniger Zauberer auf Hawkmoons Welt
eine Situation herbei, die
du nutzen konntest. Du
nicht mehr. Also mußtest
Der Kapitän drehte sich, so daß seine blinden
„Außerdem“, sagte er, „muß das Schwert von
einer Manifestation des Helden geführt werden.
nen von ihnen, daß sie tut, was du begehrst?“
gehörte immer dem Runenstab, wenngleich ich
„Wer von euch wird dann das Schwarze
„Keiner braucht es zu tragen“, warf der Kapitän
„Alle außer den beiden Aspekten des Ewigen
r Kapitän. „Und meinem
Bruder und mir kannst du auch nichts anhaben.“
„Ich werde Ermizhdad, Yisselda, die Kinder und
die anderen hier vernichten. Ich werde sie ver-
schlingen. Ich werde mir ihre Seelen nehmen.“
„Und was geschieht mit uns, nachdem du das
könnt den Rest eures Lebens in Tanelorn verbrin-
gen. Nicht einmal ich vermag Tanelorn zu zerstö-
erklärte der Kapitän.
„Und er wird sein Wort halten.“
„Aber die ganze Menschheit, mit Ausnahme der
wenigen in Tanelorn, wird leiden.“
„Stimmt.“ Der Kapitän nickte. „Wir alle werden
„Dann darf er das Schwert nicht bekommen“,
sagte Hawkmoon fest. Aber er senkte die Augen,
um dem Blick jener, die er liebte, nicht begegnen
„Wollt Ihr eine Übeltat wiederholen?“ fragte der
Kapitän ruhig.
Erekosë ignorierte ihn und blickte Hawkmoon
eindringlich an. „Die Macht des Schwarzen
„Und dieses Wesen kann entweder in das
Da verstand Hawkmoon, was Erekosë mit die-
„Schnell“, drängte die schwarze Gestalt hinter
das Schwert!“
starrte zum Himmel empor.
Das kosmische Gleichgewicht – eine Waage mit
beiden Schalen unbewegt und ausgeglichen –
hing glänzend am Himmel über dem gewaltigen
Platz der Statuen, über jeder Manifestation des
Ewigen Helden, die es je gegeben hatte, über je-
den er je hatte. Und in diesem Augenblick schie-
Steuermann stand. Auch se
in Gesicht, genau wie
das des Kapitäns, war ausdruckslos.
„Gebt mir das Schwarze Schwert!“ verlangte
DAS SCHWERT UND DER STAB
Erekosë legte eine große Hand auf den Griff des
d die andere unter die
Und sie floß in das Schwert und lachte, während
gann zu pulsieren und zu singen. Es strahlte
schwarzes Feuer aus – und die Gestalt war ver-
Hawkmoon sah Jhary-a-Conel sich danach bücken
und es aufheben.
mit beiden Händen über
der Klinge hochsah.
„Endlich!“ brüllte er. „Endlich kann Erekosë sich
an dem rächen, das so la
wicht zerstören! Mit dem Schwarzen Schwert
Und das Schwert stöhnte und zuckte ungedul-
kosës Heldengesicht und
ßen, ihn hinauf in den Himmel zu ziehen, wo das
Symbol des Gleichgewichts, die Waage, still und
friedlich hing. Und Erekosë, der Ewige Held, war
zu gewaltiger Größe gewachsen, und das Schwert
Hawkmoon ließ die Augen nicht vom Himmel,
aber er flüsterte Jhary-a-Conel zu: „Jhary – das
Und Erekosë holte mit beiden Armen zum
Schlag aus – und ließ das Schwert herabsinken.
Die andere Schale schnellte hoch, und der
Waagebalken schwang heftig auf seiner Achse.
Der gewaltige Kreis der Statuen bebte, und sie
drohten einzustürzen. Und alle, die es sahen, hiel-
unmöglich zu sagen, wer hohnlachte – der Mann
Erekosë, gigantisch und erschreckend, zog die
Das Schwert schwang durch den Himmel. Blitze
zuckten, Donner grollte. Es durchschnitt die Ket-
ten der anderen Waagschale, und auch sie fiel.
n Göttern befreit, doch
nun nehmt ihr ihr auch die Ordnung.“
„Nur die Macht!“ erklärte Hawkmoon.
Hawkmoon blickte auf den Boden, wo das
das Schwert zum dritten
in Hawkmoons rechter Hand, und das Schwarze
Mit aller Kraft schlug er den Runenstab auf das
Das Juwel zersplitterte. Es schrie vor Wut und
stöhnte und ächzte. Auch der Stab in Hawkmoons
Hand zersplitterte. Und da
melwärts, höher, immer höher, bis sie hoch über
ihren Köpfen anhielt.
Da erinnerte sich Hawkmoon an den Stern, der
Meere des Limbus gefolgt war. Und dann nahm
das warme Rot der Sonne die rote Kugel auf.
Das Schwarze Juwel war nicht mehr. Der Ru-
Erekosë mit ihm vereinbart, ehe er das Schwarze
„Er hat alles wiedergutgemacht“, sagte Orland
Fank. „Und nun ruht er in Frieden. Er fand Tane-
Aber Ermizhdad hörte Orland Fank nicht, denn
„Die Zeit der Konjunktion ist fast vorbei“, sagte
der Kapitän. „Das Multiversum beginnt einen neu-
schlurfte zu den Statuen, zu einem leeren Podest.
t, und vor allen Dingen,
Ihr, Oladahn, lebt wohl.“
„Wohin geht Ihr, Freund?“ erkundigte sich der
kleine Mann aus den Bulgarbergen und kratzte
Er stieg auf das Podest und war augenblicklich
moon und drehte sich zu Orland Fank um.
Ermizhdad stand auf. Sie weinte nicht länger.
Stumm, ohne ein Wort zu
den anderen, trat sie
auf die Statuenreihe zu und fand ebenfalls ein lee-
Hawkmoon legte die Arme um die Schultern
seiner Kinder. Er sah ihre
strahlenden Augen, und
„Nein“, erwiderte Hawkmoon. „Wir möchten
nach Burg Brass zurückkehren. Es genügt mir zu
wissen, daß es Tanelorn gibt. Was ist mit dir,
„Ich habe so viel zu erzählen, und ich täte es
am liebsten an einem prasselnden Feuer, mit ei-
nem Kelch des lieblichen Weines der Kamarg in
der Hand und mit guten alten Freunden um mich“,
den, die Leute hier in Tanelorn nur langweilen. Ich
nachdenklich auf die Statuen und dann auf die
Ort. Ich frage mich, wer ihn geschaffen hat.“
„Wir“, erwiderte der Kapitän. „Mein Bruder und
„Ihr?“ Bowgentle lächelte. „Ich verstehe.“
„Und was ist euer Name?“ erkundigte sich
Hawkmoon. „Ich meine, wie nennt man Euch und
„Wir haben nur einen Namen“, sagte der Kapi-
Und der Steuermann erklärte: „Wir werden
Mensch genannt.“ Er nahm seinen Bruder am Arm
und führte ihn fort von de
n Statuenreihen, hinein
in die Stadt.
Stumm blickten Hawkmoon, seine Familie und
seine Freunde ihnen nach.
Orland Fank brach mit einem Räuspern das
Schweigen. „Ich glaube, ich werde bleiben. Alle
Ende. Ich habe gesehen, daß mein Sohn Frieden
gefunden hat. Ich bleibe in Tanelorn.“
„Gibt es denn keine Götter mehr, denen Ihr
dienen könnt?“ erkundigte Brut von Lashmar.
„Ihr drei seid herzlich eingeladen, mit uns nach
sagte Hawkmoon zu den
Kriegern.
sich wiederum an Brut von Lashmar wandte.
, erklärte Brut. „Wir
sind nur einfache Soldaten“, sagte John ap-Rhyss.
„Die Geschichte wird uns nicht als Helden be-
trachten. Ich bleibe in Tanelorn.“
„Ich begann als Lehrer in einer Schule“, sagte
chte ich daran, in den
gen, Ungerechtigkeiten und Mißstände kennen,
und ich war überzeugt, daß nur ein Schwert der-
Ich glaube, ich tat in
den Frieden verdient zu haben. Auch ich bleibe in
Hawkmoon neigte, ihren Entschluß ehrend, den
Kopf. „Ich danke euch für eure Hilfe, meine
Freunde.“
„Wollt Ihr denn nicht hierbleiben?“ fragte John
ap-Rhyss. „Habt denn nich
„Möglich. Aber ich hänge sehr an Burg Brass,
und ich habe dort einen guten Freund zurückge-
lassen. Vielleicht können
wir alles, was wir wis-
sen, weitergeben und die Menschen lehren, Tane-
„Sie brauchen nur eine Chance, dann finden die
meisten es. Nur die Verehrung von falschen Ido-
len und auch die Furcht vor ihrer eigenen Mensch-
lichkeit blockieren ihren ihren Weg nach Tane-
te Persönlichkeit“, lachte
ein wenig meiner alten
Macht verblieben“, erklärte Orland Fank fast ge-
zen, solange die Sphären in Konjunktion sind. Da
wortlich bin und zu einem anderen jene sieben,
im Limbus traft, ist es nur recht, daß ich euch zu
Grinsen. „Ihr Helden der Kamarg, lebt wohl. Ihr
kehrt heim in eine Welt
frei von Macht. Seht zu,
daß die einzige Macht, die Ihr fürderhin sucht, die
stille Macht ist, die der Selbstachtung entspringt.“
„Ihr wart immer ein Moralist, Orland Fank!“
Bowgentle legte die Hand auf die Schulter des Or-
kneymanns. „Aber es ist ei
ne Kunst, eine so ein-
fache Moralität in einer so komplizierten Welt zur
Wirkung zu bringen.“
„Es ist nur die Dunkelheit in unseren Seelen,
land Fank. „Viel Glück euch
allen!“ Er lachte jetzt
über das ganze Gesicht, und die Mütze hüpfte auf
„Und vielleicht die Zeit der Komödie gekommen
ist.“ Huillam d’Averc lächelte und schüttelte den
Und sie standen auf der Silberbrücke zwischen
den anderen Reisenden, die sich in beiden Rich-
strahlende Wintersonne schien herab auf sie und
„Die Welt!“ rief Huillam d’Averc. Er rollte die
Worte voll Genuß auf der Zunge. „Endlich, endlich
D’Avercs Begeisterung steckte Hawkmoon an.
„Wohin gehst du?“ fragte er den Freund. „Nach
Londra oder der Kamarg?“
„Nach Londra, selbstverständlich. Und zwar so-
„Ihr wart nie ein Zyniker.“ Yisselda lächelte.
Hawkmoon machte sich bereits auf den Weg
zurück über die glänzende Brückenstraße, denn er
„Wir haben Kredit dort.“ Er wandte sich an seinen
Sohn. „Sag mir, Manfred, erinnerst du dich an al-
er Abwesenheit von zu
Hause erlebt hast?“ Er bemühte sich, seine Be-
sorgnis aus der Stimme fernzuhalten.
„Nein, Vater“, beruhigte
ihn Manfred. „Ich erin-
nere mich nur an sehr wenig.“ Er zog seinen Vater
Bitte beachten Sie die Vorschau auf der nächsten Seite.
Als TERRA FANTASY Band 59 erscheint:
Fünf Fantasy-Stories von L. Sprague de Camp
LYON SPRAGUE DE CAMP
Der amerikanische Autor, der die Genres Science Fiction und
Fantasy gleichermaßen gut beherr
scht und dessen Werke sich
durch Originalität und Humor auszeichnen, legt mit diesem
Band fünf seiner besten Fantasy-Erzählungen vor.
Die Geister des Melvin Pye
Die Story von den geistesgestörten Gespenstern
Die Story des Mannes, der es mit acht Dämonen zu tun bekommt
Die Weisheit des Ostens
Die Story des gelangweilten Joga-Schülers
Die Story von der heimatlosen Dryade

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